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Harpe Bru: erste Extradosed-Schrägseilbrücke Norwegens

Im Zuge des Ausbaus der Europastraße 6 in Norwegen entsteht eine 320 m lange Brücke, die den Fluss Gudbrandsdalen-Lågen überspannt. Für den Brückenüberbau erarbeitete die PERI-Ingenieurbautechnik eine Freivorbaulösung auf Basis des VARIOKIT-Ingenieurbaukastens. Insbesondere die hohe Flexibilität hinsichtlich der geometrischen Anpassung an den Überbauquerschnitt unterstützte die zügige Herstellung der einzelnen Betonierabschnitte bei gleichzeitig optimiertem Arbeitsaufwand.

Die norwegische Verwaltungsbehörde für den öffentlichen Straßenbau "Statens vegvesen" wählte für die Brückenkonstruktion eine Extradosed-Schrägseilbrücke. Somit ist die Harpe Bru die erste Brücke dieser Bauart in Norwegen. Diese Technik kombiniert das Tragverhalten einer Schrägseilbrücke mit dem einer Balkenbrücke, die Spannglieder liegen dabei außerhalb des Brückenquerschnitts. Dadurch können sowohl die Bauhöhe des Überbaus als auch die Höhe der Pylone niedrig gehalten werden. Die flach geneigten Schrägseile tragen den Überbau und spannen diesen gleichzeitig vor.

Insgesamt wird die Brücke 320 m lang, mittig über dem Fluss überspannt das größte Feld etwa 100 m zwischen den beiden Pylonen. An Land sind zwei zusätzliche Pfeiler sowie die Widerlager angeordnet.

VARIOKIT-Freivorbau – überzeugende Flexibilität und schnelle Montage

Mit der Ausführung des Brückenbaus wurde die polnische Gesellschaft der Porr-Gruppe beauftragt. Diese wiederum erarbeitete in enger Zusammenarbeit mit den PERI-Ingenieuren in Polen eine wirtschaftliche Freivorbaulösung des Brückenüberbaus. Das PERI-Freivorbaugerät basiert auf Standardbauteilen des VARIOKIT-Ingenieurbaukastens. Diese sind im Mietlager von PERI verfügbar – und damit sowohl zeitnah und in den notwendigen Mengen als auch zu günstigen Konditionen verfügbar.

Die wesentlichen Herausforderungen für die Ausführung einer Freivorbauschalung sind die geometrischen Querschnittsveränderungen des Überbaus und die variierenden, teils sehr hohen Lasten. Der Querschnitt des Harpe Bru-Überbaus erfordert zudem die Ausführung von Querrippen zwischen der seitlichen Auskragung der Fahrbahnplatte und dem Hohlkasten. Außerdem mussten die Ingenieure bei der Planung die Seile der Abhängung beachten, mit denen die Segmente an die Pylone abgehängt werden. Diese dürfen zu keinem Zeitpunkt der Ausführung mit dem Freivorbauwagen kollidieren. Nicht zuletzt bringt die Planung einer Freivorbaulösung hohe statische Anforderungen mit sich. Denn die sich ständig ändernden Lastzustände führen zu variierenden Belastungen und Verformungen – diese sind für die Maßhaltigkeit des Betonierergebnisses zu berücksichtigen.

Die VARIOKIT-Lösung für den Freivorbau ist eine Kombination aus schweren Hohlkastenträgern für den Lastabtrag und VARIOKIT-Standardbauteilen für die Ausbildung von Schalungen, Arbeitsgerüsten und Plattformen. Durch die gewählte Stahlkonstruktion für die Längsrichtung des PERI-Freivorbauwagens lassen sich bis zu 5,75 m lange Segmente betonieren.

Bei der Harpe Bru sind insgesamt vier Freivorbauwagen im Einsatz, mit denen Segmente von 5,55 m Länge hergestellt werden. Dabei wird zuerst die Bodenplatte mit den Seitenwänden und den äußeren Rippen des Hohlkastens betoniert. Dazu werden kompakte DOMINO-Rahmenschalungselemente sowie projektspezifisch geplante VARIO GT 24-Schalungselemente eingesetzt. Auch die integrierte Schalung für die 1,30 m hohen Querrippen basiert auf der VARIO-Träger-Wandschalung; sie lässt sich zum Ausschalen sehr einfach und schnell spindeln. In einem zweiten Betonierabschnitt je Segment wird dann die Fahrbahnplatte betoniert.

Die PERI-Schalungslösung sorgt für exakte, maßhaltige Betonierergebnisse. Die hohe Flexibilität des Systems ermöglicht eine schnelle Anpassung der Schalung an die geometrischen Anforderungen. Zudem führt insbesondere das selbstständige Verfahren mittels integrierter Hydraulik und das komplett hydraulische Ausrichten und Anpassen zu optimierten Ausführungszeiten. Die Lösung von PERI unterstützt so das Baustellenteam dabei, den notwendigen Arbeitsaufwand für jedes Brückensegment so gering wie möglich zu halten. Das hat auch einen messbaren Einfluss auf die Bauzeit.

Dass der Freivorbauwagen mit dem Modulgerüst PERI UP kombiniert werden kann, ermöglicht die Erstellung sicherer Arbeitsplätze und Zugänge zu allen Arbeitsbereichen. Mit minimalem Aufwand für das Baustellenteam ließ sich das Gerüst mit einfachen Verbindungsmitteln mit den VARIOKIT-Standardbauteilen zu sicheren Arbeitsplattformen und Zugängen verbinden.

Ausbau der Europastraße E6 in Norwegen

Die Europastraße 6 (E 6) erstreckt sich von der südschwedischen Stadt Trelleborg über 3.140 km bis nach Norwegen und durchzieht dann nahezu ganz Norwegen bis in die Finnmark. Sie ist damit eine wichtige Nord-Süd-Verbindung in Norwegen und verbindet das Land mit der Westküste von Schweden. Derzeit sind mehrere Projekte zum Ausbau der Europastraße in Planung bzw. Ausführung. Unter anderem wird die Strecke von Ostfold bis zur schwedischen Grenze bei Svines zu einer vierspurigen Straße verbreitert. Auch sind mehrere neue Brücken geplant, darunter die Harpe Bru-Brücke bei Sør-Fron in der Provinz Oppland.

Bester PERI-Service

Die Freivorbaulösung für die Brücke Harpe Bru entstand in enger, partnerschaftlicher Zusammenarbeit der PERI-Schalungstechniker mit der Porr Arbeitsvorbereitung. Die ausführlichen Ausführungspläne, Detailausarbeitungen und technischen Dokumentationen machen die Schalarbeiten vor Ort einfach und effizient. Hinsichtlich der technischen Ausstattung des Freivorbauwagens berücksichtigt die PERI-Lösung die Anforderungen des Kunden bezüglich eines minimierten Arbeitsaufwands. Nicht zuletzt sorgen insbesondere der hohe Anteil an Systembauteilen aus dem VARIOKIT-Ingenieurbaukasten und die hohe Materialverfügbarkeit im Mietpark von PERI für die besondere Wirtschaftlichkeit der Lösung.

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Harpefoss, Sør-Fron, Innlandet, Norwegen (2015)

  • Über diese
    Datenseite
  • Product-ID
    7329
  • Veröffentlicht am:
    29.02.2016
  • Geändert am:
    23.03.2016