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Café 3.440

Allgemeine Informationen

Andere Namen: Bergstation Wildspitzbahn
Baubeginn: Juli 2011
Fertigstellung: 9. November 2012
Status: in Nutzung

Bauweise / Bautyp

Lage / Ort

Lage: , ,
Siehe auch: Talstation Wildspitzbahn (2012)
Koordinaten: 46° 54' 45.87" N    10° 51' 41.50" E
Koordinaten auf einer Karte anzeigen

Technische Daten

Massen

Baustahl 120 t

Wildspitzbahn

Projektaufgabe

Im Frühjahr 2010 wurde die aste | weissteiner zt gmbh von Herrn Hans Rubatscher – Geschäftsführer der Pitztaler Gletscherbahn GmbH - beauftragt, die konstruktive Bearbeitung des gesamten Projektes „Neubau Tal- und Bergstation Wildspitzbahn“ zu übernehmen. Im Zuge dessen erfolgte auch sofort die erste Besprechung mit den Architekten der Baumschlager Hutter ZT GmbH.

Die besondere Herausforderung

Dieses einmalige Projekt ist in mehrfacher Hinsicht eine besondere Herausforderung: Zum einen ist die einzigartige Architektur mit den gekrümmten Flächen und großen Spannweiten eine große Herausforderung für den Statiker, zum anderen die Lage des Projektes auf einem abschüssigen Berggrat auf 3.440 Metern, das hohen Windkräften und hohen Schneelasten ausgesetzt ist.

Besonders wichtig ist bei solchen Projekten das Zusammenspiel zwischen Bauingenieur und Baufirmen, welche widrigste Wetterverhältnisse, kurze Bauzeit, geringen Platz und schlechte Erreichbarkeit vorfinden. In diesem Fall ist der Bauingenieur die Verbindung zwischen Architektur, welche tollkühn und mutig erscheint, und den ausführenden Firmen, welche die fertigen Pläne in die Wirklichkeit umsetzen. Der Statiker muss mit den Firmen handeln und denken, und zugleich die wunderschöne Architektur beibehalten.

Nur durch das Zusammenspiel von professionellen Firmen ist eine solche Baustelle in so einer kurzen Bauzeit überhaupt möglich. Nötige Erfahrung und kollegiale Zusammenarbeit, Spontanität und Mut sind nur einige der Voraussetzungen, welche für ein außergewöhnliches sowie herausforderndes Projekt notwendig sind.

Lösungsansatz und Vorgabe

Die ersten Bodenaufschlüsse des Büros i.n.n. zeigten, dass die Bergstation auf besonders stabilem Untergrund, d.h. kompaktem Felsen ohne Eis-Einschlüsse, gebaut werden konnte. Somit konnten die unregelmäßigen Lastabtragungen ohne größere Bedenken in den Berg abgetragen werden. Lediglich an einigen wenigen Stellen wurde mittels Felsanker der Untergrund verstärkt. Generell wurde – um ein noch besseres Fundament zu schaffen - die durchgängige Bodenplatte mit Riegeln verstärkt um allfällige Bewegungen trotzdem gut aufzunehmen.

Die freien Formen der Hüllen der ersten Architekturpläne wurden durch die Vorbemessungen aus dem Büro aste | weissteiner und daraufhin den genauen 3d-Modellierungen von Frener & Reifer wie auch Bitschnau konkretisiert.

Die Talstation besteht aus einem eingeschossigen Betonkörper als unterirdischer Bahnhof für die Gondeln und der Einstiegsebene, welche von einem räumlichen Stahltragwerk umhüllt ist, bestehend aus I-Trägern, Hohlprofilen und Zugstangen. In der Mittelachse der Station, zwischen dem südlichen Seilbahn-Eingangsbereich und dem nördlichen Bereich, wurde die weit gespannte Hülle auf der durchgängigen Stahlbetonwand aufgelagert, womit die freie Spannweite auf 15 Meter reduziert wurde.

Die Bergstation besteht aus einem Stahlbeton-Kellergeschoss, welches als „Schachtel“ zusammenwirkt und Richtung Wildspitze auskragend ist. Darauf kragt nochmals die Terrasse mit ca. 8-9 Metern als Stahlfachwerk mit Aufbeton in Verbundbauweise aus, teilweise auch als Auflager für das gekrümmte Restaurantdach. Dieses wurde, um Material zu sparen (sämtliche Materialien wurden mittels eigens errichteter Materialseilbahn auf den Berg transportiert), als räumliches Stahlfachwerk konzipiert. Auch die Einfahrtsröhre wurde aus Stahlrahmen mit ausgekreuzten Diagonalen errichtet und somit so materialsparend wie möglich geplant. Zudem wurden diese Rahmen auf zwei zwischen dem vorderen und hinteren Seilbahnsteher gespannten Fachwerken mittig gestützt.

Umsetzungsqualität

Seit jeher arbeitet unser Büro mit den aktuellsten Zeichen- und Berechnungsprogrammen, sei es von Autocad/Revit Structure in der neuesten Version wie auch die Statikprogramme von Dlubal, das Stabwerksprogramm RSTAB für die Dachkonstruktionen und das Flächentragwerkprogramm RFEM für den Betonbau. Die Aufarbeitung der gekrümmten Dachkonstruktionen durch Frener&Reifer wie auch durch Bitschnau und die darauffolgende Einarbeitung ins Tragwerksmodell funktionierte einwandfrei. Die gemeinsame Ausarbeitung der Detailstatik durch Bitschnau und aste | weissteiner und die darauffolgende Aufteilung der Stöße lt. Vorgaben von Transportgewichten sowie maximalen Abmessungen der Materialseilbahn, Schrägseilbahn und des Helikopters geschah reibungslos.

Auszug aus dem Erläuterungsbericht von Dipl.-Ing. / Dr. Ing. Thomas Weissteiner der aste | weissteiner zt gmbh zur Einreichung beim Ulrich Finsterwalder Ingenieurbaupreis 2015

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Relevante Literatur

  • Über diese
    Datenseite
  • Structure-ID
    20065958
  • Erstellt am
    08.02.2014
  • Geändert am
    02.01.2018