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Hafenkontrollturm Lissabon

Allgemeine Informationen

Andere Namen: Centro de Coordenacáo e Controlo de Tráfego Maritimo e Seguranca
Fertigstellung: 2001
Status: in Nutzung

Bauweise / Bautyp

Funktion / Nutzung: Hafenkontrollturm

Lage / Ort

Lage: , ,
Koordinaten: 38° 41' 38.49" N    9° 14' 3.55" W
Koordinaten auf einer Karte anzeigen

Technische Daten

Abmessungen

Höhe 38 m
Anzahl der Stockwerke (oberirdisch) 9
Abmessungen am Fuß 13 m × 19 m

Produkte, Services & Berichte

TECU® Classic ist die Bezeichnung für TECU® Tafeln und TECU® Bänder in klassischer walzblanker Ausführung. Nach der Verlegung am Bau entwickelt sic ...

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Chronologie

16. Juli 2001

Einweihung.

9. Mai 2003

1. Preis TECU ® Architecture Award.

Bemerkungen

"Schwarze Küste" nannten die Engländer den westlichen Rand Europas, bevor die Portugiesen Mitte des 18. Jahrhunderts mit dem Bau der ersten Leuchttürme begannen. Heute bietet sich dem Seefahrer ein völlig anderes Bild; demnächst verfügt Portugal sogar über ein europaweit einmaliges, hochmodernes Küstenkontrollzentrum. Den Auftakt dazu bildet der erste "aktive" Leuchtturm, der in diesem Jahr nach einem Wettbewerbsentwurf des portugiesischen Architekten Gonçalo Sousa Byrne fertig gestellt wurde. Vor Lissabons Stadtsilhouette macht der Turm in ästhetischer Hinsicht schon aufgrund seiner geneigten Form und der eindrucksvollen Bekleidung aus rötlich schimmernden Kupfertafeln der Marke TECU®-Classic auf sich aufmerksam.

Gonçalo Sousa Byrne wurde 1941 in Alcobaca / Portugal geboren. Nach dem Studium an der Kunsthochschule in Lissabon und dem Diplom 1968 arbeitete er zunächst bei Raul Choráo Ramalho und danach bis 1975 im Architekturbüro von Nuno Teotónio Pereira und Nuno Portas. Gemeinsam mit Portas betrieb er auch Studien im Portugiesischen Forschungsinstitut der Bauingenieure. Byrnes Werk wird bestimmt durch das Bemühen um Rationalisierung sowie formale und bildhafte Strenge. Mit großer Sorgfalt verbindet er die Morphologie der Landschaft mit seinen konstruktiven Modellen.

Gonçalo Sousa Byrnes Architektur steht für ein ungewöhnlich hohes Maß an Qualität. Zu seinen wichtigsten Bauten zählen eine Bankfiliale in Arraiolos (1998), die Umgestaltung der Hafenanlagen von Lagos (1991) sowie das Gebäude der Elektrotechnischen Fakultät der Technischen Universität Coimbra (1992). Gonçalo Sousa Byrne erlangte durch zahlreiche Wettbewerbserfolge, Gastprofessuren und Ausstellungen einen hohen internationalen Bekanntheitsgrad.

Die Portugiesen, im 16. Jahrhundert vor allem als Entdecker neuer Welten bekannt, besinnen sich seit der Nelkenrevolution von 1974 auf ihre eigene Geschichte und öffnen sich zugleich dem europäischen Wirtschaftsraum. Die EXPO 1998 wurde von Portugals Hauptstadt Lissabon geschickt als Impulsgeber für den eigenen urbanen Aufschwung genutzt. Das erste Gebäude des mit Finanzmitteln der EU geförderten nationalen Küstenkontrollzentrums ist jetzt unweit des "Centro Cultural de Bélem " - einem kühnen Bau, der Lissabons Kulturszene prägt - zu besichtigen. Unter fünf zu einem Wettbewerb geladenen Architekten wurde der Entwurf von Gonçalo Sousa Byrne mit dem ersten Preis bedacht und realisiert.

Aus einer künstlich geschaffenen Landzunge entwickelt sich an deren Spitze ein 38 Meter hoher, über den Rio Tejo geneigter Solitär. Ein differenziertes Fassadenbild nimmt dem streng symmetrisch geformten Baukörper mit zunehmender Höhe dessen Massivität. Ein eingeschossiger Sockel aus hellem Stein "verankert" das Gebäude mit dem Boden, eine geschosshohe Wandscheibe definiert den Haupteingang. Der Schaft des Neubaus ist mit einem Fassadensystem aus Kupfertafeln der Marke TECU®-Classic in horizontaler Doppelstehfalzdeckung bekleidet, über dessen blanker Oberfläche sich bereits eine Oxidschicht gebildet hat. Diese Schutzschicht stabilisiert die Oberfläche des Kupfers gegen die Einwirkungen der Atmosphäre und macht den unverwechselbaren Reiz und die außerordentliche Haltbarkeit des Werkstoffs aus. An senkrechten und geschützt liegenden Oberflächen entwickelt sich die Oxidschicht zu einem anthrazit-rotbräunlichen Farbton von mattem Glanz. Auf geneigten Flächen verändert sich die Deckschicht farblich weiter. Aus einem leichten Grünschimmer entsteht so allmählich das kupfertypische Patinagrün. So werden die senkrechten und geneigten Fassadenbereiche des Hafenkontrollturms stets in einem zarten, variationsreichen Farbenspiel erscheinen.

Die Außenhaut des dreigeschossigen Gebäudekopfes ist als reine Glasfassade hinter Kupferlamellen konzipiert. Um solche Sonderkonstruktionen technisch perfekt und optisch anspruchsvoll zu realisieren, hilft das TECU® Technical Consulting Center bei KME auf Wunsch bei Planung und Ausschreibung sowie bei der Einweisung des Verarbeiters auf der Baustelle.

Das Innere des Gebäudes besteht aus einem neungeschossigen, zentralen Erschließungskern, um den sich das Raumprogramm gruppiert. Neben den Arbeitsplätzen stehen hier zwei Simulatoren und mehrere Seminarräume für die Mitarbeiterschulung zur Verfügung. Im Gegensatz zu klassischen Leuchttürmen, die allein der Orientierung dienen, übernimmt die neue Generation der "aktiven Leuchttürme" die vollständige Überwachung und Führung des Schiffsverkehrs. Aufgrund der Anmeldepflicht der Schiffe im jeweiligen Kontrollbereich und durch die anschließende permanente Verfolgung über Radarsysteme kann der Seeverkehr optimal koordiniert werden. Dieses als VTS (Vessel Traffic Service) bezeichnete System steht vor seiner weltweiten Einführung. Das Küstenkontrollzentrum ermöglicht darüber hinaus im Krisenfall eine zentrale Steuerung aller erforderlichen Maßnahmen.

Mit der Einweihung des Küstenkontrollturms am 16. Juli 2001 erhält die auf sieben Hügeln erbaute Europäische Kulturhauptstadt 2001 ein weiteres architektonisches Glanzstück und besinnt sich auf die portugiesische Seefahrer- und Entdeckertradition.

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  • Über diese
    Datenseite
  • Structure-ID
    20008999
  • Erstellt am
    13.04.2003
  • Geändert am
    21.04.2016