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Gustave Eiffel

Französischer Ingenieur und Unternehmer, der für viele Brückenbauten weltweit verantwortlich war, aber insbesondere bekannt ist für den Turm, der seinen Namen trägt und die Rahmenkonstruktion im Innern der Freiheitsstatue.

Biografische Angaben

Name: Gustave Eiffel
Vollständiger Name: Alexandre Gustave Eiffel
Geboren am 15. Dezember 1832 in , Côte-d'Or (21), Bourgogne-Franche-Comté, Frankreich, Europa
Verstorben am 27. Dezember 1923 in , Ile-de-France, Frankreich, Europa
Wirkungsstätte(n):
Ausbildung:

Studium der Chemie an der Ecole centrale des arts et manufactures

1856

Angestellt bei Nepveu & Cie., Paris

1857 - 1864

Ingenieur der Gesellschaft der französischen West-Eisenbahn, danach Chef des Konstruktionsbüros von Pauvels & Cie.

1864 - 1866

Studien an der Baustelle des Suezkanals

1866

Gründet sein eigenes Büro;
Entwurf und Bau von Brücken in Frankreich, Spanien, Österreich, Rumänien, Ägypten, Peru und Bolivien

1876 - 1879

Brückenbau in Portugal: Ponte Maria Pia über den Douro bei Porto;
Konstruktion von transportablen Gitterträgerbrücken für die französischen Kolonien

1880

Brücke über die Tisza (Theiss) bei Szeged (Ungarn).

1880 - 1884

Garabit-Viadukt über den Truyère

1884

Erste Studien für einen 300-Meter-Turm

1885

Skelettkonstruktion für die Freiheitsstatue

1889

Abschluß der Arbeiten am Turm;
Beteiligt am Bau von Schleusentoren für den Panamakanal; wird in den Korruptionsskandal hineingezogen, jedoch später von allen Vorwürfen freigesprochen

1900 - 1920

Forschungen zum aerodynamischen Verhalten von Gebäuden, Bau eines Windtunnels

Leben

Als Eiffels deutscher Stammvater gilt dem bisherigen genealogischen Wissensstand zufolge Leo Heinrich Bönickhausen, der Ende des 17. Jahrhunderts in der Eifel lebte.

Eiffel wuchs in seinem Geburtsort Dijon auf. Ab 1843 besuchte er das Collège Sainte-Barbe in Paris, wo er sich 1850 niederließ und zunächst an der dortigen École polytechnique studierte. Wegen umständlicher Zulassungsbedingungen wechselte er für ein Chemiestudium an die École Centrale des Arts et Manufactures, die er 1855 mit einem Diplom abschloss. Nachdem sich ein Eintritt in die Fabriken seines Onkels nicht verwirklicht hatte, war er für einige Monate in einer Sprengstoff-Fabrik in Châtillon-sur-Seine beschäftigt. Danach arbeitete er in verschiedenen Konstruktionsbüros, bis er 1856 eine Anstellung als Brückenbauingenieur bei der westfranzösischen Compagnie des chemins de fer de l'Ouest fand, bei der er sich erstmals mit der Konstruktion von Eisenbahnbrücken befasste. Dort machte er im gleichen Jahr die Bekanntschaft mit dem Stahlbau-Unternehmer Charles Nepveu. Dieser erkannte sein Talent und machte ihn zum Projektmanager im Eisenbahnbrückenbau. In dieser Sparte bestand damals eine große Nachfrage nach Ingenieuren und zugleich eine hohe Personalfluktuation. Eiffel zeigte Durchhaltevermögen, diplomatische Menschenkenntnis und vor allem großes Organisationstalent, immer die geeignetsten Fachleute für seine Projekte zu gewinnen und zusammenzuführen.

1858 ernannte man ihn zum leitenden Ingenieur beim Bau einer 500 Meter langen Eisenbahnbrücke über die Garonne in Bordeaux (später Passerelle Eiffel genannt), die im Juli 1860 eröffnet wurde und als sein erstes Bauwerk gilt. Statt die Brücke – wie üblich – als Vollwandträger auszuführen, konstruierte Eiffel den Überbau als leichte Fachwerkkonstruktion, die er auch künftig bevorzugte. Dieser erfolgreich vollendete anspruchsvolle Auftrag begründete seinen guten Ruf in der Branche.

1862 heiratete er die Französin Marie Gaudelet, mit der er fünf Kinder hatte, drei Mädchen und zwei Jungen. Seine Frau starb jedoch schon sehr früh im Jahr 1877. Er heiratete danach seine Cousine Chantall Letou. 1866 machte er sich mit einem eigenen Betrieb in Levallois-Perret bei Paris selbständig. Darauf erhielt er 1867 den Auftrag für den Bau der Viadukte von Rouzat-sur-la-Sioule und Neuvial auf der Eisenbahnlinie Commentry-Gannat in der Auvergne. Es folgten erste Arbeiten für die Weltausstellung im gleichen Jahr. Von 1872 bis 1874 war Eiffel in Südamerika tätig, wo er in Chile, Bolivien und Peru arbeitete. Er errichtete unter anderem 1872 eine Brücke in Chile und 1874 eine Gasfabrik in Bolivien. 1875 oblag ihm der Bau des 1877 fertiggestellten Westbahnhofs in Budapest, er erhielt den Auftrag zum Bau des Ponte Maria Pia in Porto (Eröffnung am 4. November 1877) und des Ponte Dom Luís I in Porto (31. Oktober 1881). 1880 erhielt er den Zuschlag für den Bau des Viadukts von Garabit, das wegen seiner Höhe (122 Meter) und seiner gebogenen Form Aufsehen erregte und erst im Juli 1888 eröffnet werden konnte. 1879 begann er mit der Entwicklung eines ausgeklügelten Trägersystems für die Tragwerke des inneren Stützgerüsts der von dem Franzosen Frédéric-Auguste Bartholdi entworfenen Freiheitsstatue in New York, deren Einweihung am 28. Oktober 1886 stattfand. Zwischen 1881 und 1882 baute Eiffel die Brücke von Szeged in Ungarn.

Das Dictionnaire des Francs-Maçons Européens nennt Eiffel als Mitglied einer Loge des Grand Orient de France, ohne jedoch die Loge konkret zu benennen. Zwar scheint insbesondere die maßgebliche gestalterische und finanzielle Beteiligung der Freimaurer an der Freiheitsstatue die Mitgliedschaft zu bestätigen, da jedoch Aufnahmedatum als auch der konkrete Name der Loge nicht allgemein bekannt sind, gilt die Mitgliedschaft als umstritten.

Seinem wichtigsten Projekt ging eine Patentanmeldung vom 18. September 1884 voraus „für ein neues Verfahren, das es erlaubt, Metallpfeiler und -pylonen von einer Höhe zu bauen, die dreihundert Meter übersteigen kann“. Es handelte sich um den nach ihm benannten Pariser Eiffelturm, der seit Baubeginn am 26. Januar 1887 in nur 26 Monaten Bauzeit am 31. März 1889 fertiggestellt werden konnte und am 15. Mai 1889 Eröffnung feierte. Der Entwurf stammte vom Architekten Charles Léon Stephen Sauvestre nach einer Konstruktionsidee von Maurice Koechlin. Er war für die Pariser Weltausstellung 1889 vorgesehen und wurde unter Eiffels Leitung erbaut. Der zunächst von der Pariser Bevölkerung nicht akzeptierte Turm avancierte rasch zum international anerkannten Symbol von Paris und Frankreich.

Bereits vor der Bauzeit des Eiffelturms beantragte Gustave die Änderung seines – für Franzosen unaussprechlichen – Familiennamens auf „Eiffel“, die am 15. Dezember 1880 ein Gericht in Dijon verfügte. Inzwischen unterzeichnete Eiffel Ende 1887 den folgenschwersten Vertrag seiner Laufbahn, als er für den von Ferdinand de Lesseps geplanten Panama-Kanal 30 Schleusen liefern sollte, die ab 1. Januar 1888 zu montieren waren. Nachdem die Panamagesellschaft im Februar 1889 Konkurs anmelden musste, wurde Eiffel 1893 der Nichterfüllung schuldig gesprochen. Daraufhin übergab er seine Gesellschaft Eiffel & Cie. an seinen Mitarbeiter Maurice Koechlin und zog sich aus dem Geschäft zurück. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts leistete Eiffel Pionierarbeit auf dem Gebiet der Windkanäle mit Experimenten zur Untersuchung des Luftwiderstandes von verschiedenen geometrischen Formen und legte damit einen Grundstein für den modernen Flugzeugbau.

Gustave Eiffel starb 1923 im Alter von 91 Jahren und wurde auf dem Friedhof von Levallois-Perret, nordwestlich von Paris, beigesetzt.

Der Name "Eiffel"

Die väterlichen Vorfahren Gustave Eiffels trugen den Namen „Bonickhausen-Eiffel“ bzw. „Bonickhausen dit Eiffel“ („genannt Eiffel“). Die deutsche Schreibung des Namens Bonickhausen ist „Bönickhausen“ mit Umlautzeichen. Der älteste nachweisbare Vorfahre der Familie Bönickhausen in Frankreich ist Jean René Bönickhausen, der am 30. April 1711 im Haus des Herzogs von Gramont in der rue Neuve Saint-Augustin in der Pfarrei St-Roch, Paris, Marie Lideriz heiratete und als Angestellter der Ferme générale am 7. Januar 1734 im Alter von 75 Jahren in Saint-Valery-sur-Somme in der Picardie verstarb. In dessen Sterbeeintrag findet sich der Namenszusatz „dit Eiffel“ (genannt Eiffel).

Der Schriftsteller und Eiffel-Biograph François Poncetton und der ehemalige Generaldirektor der französischen Archive, Charles Braibant vertraten die Annahme, dass der älteste Vorfahre in der französischen Linie, Jean René Bönickhausen, der Familie des Eifeler Schulmeisters Leo Heinrich Bönickhausen entstammt. Dieser lebte zu Ende des 17. Jahrhunderts in Aremberg, Kreis Ahrweiler, und in Marmagen, Kreis Euskirchen, und stand dort als ludimagister (Schulmeister) und Sakristan in Kirchendiensten. Auf Braibant zurückgehend hat sich die Erklärung verbreitet, dass dessen 1680 in Marmagen getaufter Sohn Wilhelm Heinrich um 1710 nach Frankreich ausgewandert sei und sich dort Jean René Bönickhausen mit dem Zusatz Eiffel genannt habe. Diese in vorliegenden Eiffel-Biographien häufig zu findende Behauptung ist aber unbewiesen.

Auch in der Geburtsurkunde von Alexandre Gustave Eiffel ist „Bonickhausen dit Eiffel“ eingetragen. Am Rande der Urkunde befindet sich aber der Vermerk, dass per Richterspruch des erstinstanzlichen Gerichts von Dijon vom 15. Dezember 1880 verfügt wurde, den Namen „Eiffel“ an die Stelle von „Bonickhausen dit Eiffel“ zu setzen. Die Namensverkürzung hatte er am 30. Oktober 1878 beim Justizministerium beantragt und ausführlich begründet.

Text übernommen vom Wikipedia-Artikel "Gustave Eiffel" und überarbeitet am 8. Juli 2019 unter der Lizenz CC-BY-SA 3.0.

Bauwerke und Projekte

Beteiligung an den folgenden Bauwerken und Projekten:

Bauleiter
Entwurf
Erbauer
Ingenieur

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Bibliografie

  1. Lemoine, Bertrand / Eiffel, Gustave (2006): La tour de 300 mètres. Taschen, Köln (Deutschland), S. 144.
  2. Eiffel, Gustave (1900): La tour de trois cents mètres. Société des Imprimeries Le Mercier, Paris (Frankreich).
  3. Eiffel, Gustave (1902): La Tour Eiffel en 1900. Masson et Cie Editeurs, Librarie de l'Académie de Médecine, Paris (Frankreich).

Relevante Literatur

Weitere Veröffentlichungen...
  • Über diese
    Datenseite
  • Person-ID
    1000009
  • Erstellt am
    29.12.1998
  • Geändert am
    22.07.2014