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Altenpflegeheim Föhrenpark bei München

Der etwa 12.000 m² große Föhrenpark im Südwesten Münchens, ein Entwurf der sorge . architekten GmbH, liegt wie eine Amöbe zwischen den umliegenden Bäumen und fügt sich perfekt in die Natur ein. Grund für diese einzigartige Form ist der geschützte Baumbestand am Baugrund, der durch die organische Gestalt des Gebäudes bestmöglich erschlossen werden konnte. Das sechsgeschossige Altenpflegeheim der Arbeiterwohlfahrt (AWO) bietet über 130 Plätze und wird nach eineinhalbjähriger Bauzeit voraussichtlich Ende 2017 fertiggestellt werden.

Die Bauausführung erfolgt durch die Münchner Niederlassung der Zechbau GmbH sowie die Bauunternehmung Glöckle SF-Bau GmbH aus Schweinfurt. Schalungslösungen von Doka sind auf einer Fläche von rund 19.900 m² im Einsatz.

Betonsensoren liefern Echtzeitdaten  

Die digitale Beton-Sensortechnologie Concremote lieferte beim Projekt Föhrenpark Echtzeitdaten zur Temperatur- und Festigkeitsentwicklung des Betons. Durch den Einsatz von drei Concremote-Deckensensoren kann auf der Baustelle Föhrenpark im Schnitt ein Dreitagetakt erreicht werden. Bei der Schalung konnte durch die Beton-Sensortechnologie Concremote doppelt so schnell geschalt werden als ursprünglich geplant.

Zur Ermittlung der Festigkeitsentwicklung wird der Sensor nach dem Abziehen in den Frischbeton eingesetzt. Der Sensor misst dann regelmäßig dessen Temperaturentwicklung. Die Daten können von den Baustellenverantwortlichen jederzeit über ein gesichertes Webportal via Notebook, Tablet und Smartphone abgerufen werden.

So kann die Baumannschaft der ARGE Föhrenpark bereits nach zwei bis drei Tagen mit dem Frühausschalen beginnen und die Deckenschalung schneller für den nächsten Takt einsetzen. Gleichzeitig geben die Concremote-Messungen auch Aufschluss über den optimalen Zeitpunkt zum Umstieg von der Sommer- auf die Winterrezeptur. Dadurch werden beim Projekt Föhrenpark die Vorhaltemengen um 600 m² Schalung pro Geschoss reduziert und trotzdem die Schalungsarbeiten um sechs Wochen beschleunigt. Das ergibt ein Einsparpotenzial im sechsstelligen Bereich.

54 verschiedene Radien und unterschiedliche Geschosshöhen

Mit insgesamt 54 verschiedenen Radien, unterschiedlichen Geschosshöhen und Höhensprüngen innerhalb eines Stockwerks ist die Schalung der Wände des Föhrenparks alles andere als gewöhnlich.

Für die nötige Flexibilität in der Wand sorgt eine Kombination von Rund-, Rahmen- und Stützenschalung. So sind die vormontierten Elemente der Rundschalung mittels Spindel schnell und einfach an jeden beliebigen Radius anpassbar – ein entscheidender Vorteil beim Bau des Altenpflegeheims, bei dem der Radius pro Stockwerk neunmal geändert wird. Diese Anpassung wird zusätzlich durch spezielle Biegeschablonen erleichtert.

Mit der Rundschalung gelingt es der Baumannschaft der ARGE Föhrenpark auch, an den Wänden rasch an Höhe zu gewinnen. Mit fünf Elementhöhen und nur einem Anker pro 1,5 m² können so die unterschiedlichsten Geschosshöhen einfach und schnell geschalt werden.

Kein rechter Winkel, keine gerade Außenwand

Die Gebäudehülle des Altenpflegeheims besteht ausschließlich aus Rundungen. Die runde Form mit der Vielzahl an unterschiedlichen Radien stellt die Baumannschaft bei der korrekten Platzierung der Schalung vor Herausforderungen. So sind pro Geschoss 1.000 Vermessungspunkte für die korrekte Platzierung der Schalungselemente notwendig. Jeder dieser Punkte wird per Tachymeter eingemessen. Dadurch ist es möglich, die gesetzlichen Ebenheitsvorgaben im Wandbereich zu erfüllen, die nur Abweichungen von maximal 5 mm erlauben.

Wegen der engen Verbauung an den Baumbestand kann aus Platzgründen kein herkömmliches Arbeitsgerüst auf der Baustelle Föhrenpark aufgestellt werden. Eine Faltbühne bietet freistehende Arbeitsflächen; mit ihrer Tragkraft von bis zu maximal 600 kg/m² ermöglicht die Bühne das sichere Aufstellen und Abstützen der Wandschalungen.

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Obergiesing, München, Bayern, Deutschland (2017)

Bauwerkskategorien

  • Über diese
    Datenseite
  • Product-ID
    7500
  • Erstellt am
    09.06.2017
  • Geändert am
    09.06.2017