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Autobahnbrücke über die Drau, Kroatien: Schalungslösung aus einer Hand

Die Brücke über die Drau ist Teil der Realisierung der insgesamt 90 km langen Autobahn A5 im Osten Kroatiens. Peri plante und lieferte nicht nur eine wirtschaftliche Kletterschalungslösung für die Herstellung der bis zu 75 m hohen Brückenpylone. Auch das Konzept zur Erstellung der Pfeiler und der Gesimskappenlösung der Vorlandbrücken stammt von den Peri-Ingenieuren in Kroatien. Als kompetenter Partner lieferte Peri beiden verantwortlichen Bauunternehmen maßgeschneiderte Unterstützung – abgestimmt auf die sehr unterschiedlichen Anforderungen für die Herstellung von Pfeilern, Überbau und Pylonen.

Das Bauwerk mit zwei getrennten Fahrbahnen ist etwa 2.500 m lang und besteht aus einer Schrägseilbrücke und einer angeschlossenen Vorlandbrücken. Zwei A‑förmige Pylone tragen die drei Hauptfelder direkt über dem Fluss mit 100 bzw. 220 m Spannweite, deren Fahrbahnen in Stahlverbundbauweise ausgeführt werden. Die beidseitig folgenden, etwa 1 km langen Vorlandbrücken im Überschwemmungsbereich der Drau werden mit vorgespannten Fertigteilbalken auf massiven Rundsäulen realisiert.

Verantwortlich für den Bau der Pylone zeichnet Viadukt d.d. aus Zagreb, der Überbau wurde von Skladgradnja d.o.o. aus Split ausgeführt. Beide Bauunternehmen verließen sich bei der Planung und Lieferung der Schalungslösung auf Peri – und stellten jeweils sehr unterschiedliche Anforderungen an die Lösung.

Zuverlässige, schnelle Lösungen für Säulen und Gesimskappen

Etwa 1 km lang sind die angrenzenden Balkenbrücken, die den Überflutungsbereich der Drau überspannen. Die Felder haben eine reguläre Spannweite von 35 m, sechs vorgefertigte Balken bilden die beiden jeweils 13,50 m breiten Fahrbahnen. Die Spannbetonbalken mit 182 cm Höhe wurden zum Teil vor Ort in einer Feldfabrik produziert. Mit der dazu maßgeschneidert konzipierten Schalung – im Wesentlichen aus den bewährten GT 24-Schalungsträgern und SLS-Spindeln bestehend – benötigte das Baustellenteam jeweils nur einen Arbeitstag pro Bauteil. Über Querbalken werden die Lasten der Brückenfelder in massive Rundsäulen mit 180 cm Durchmesser und Pilzkopfaufweitungen eingeleitet. Die von Peri für die Säulen gefertigte Stahl‑Sonderschalung machte zügiges Betonieren möglich und sorgte gleichzeitig für beste Oberflächenergebnisse.

Für die Herstellung der Gesimskappen sowohl für die Außen‑ als auch für die Innenbereiche der Fahrbahnen erarbeitete das Team von Peri Lösungen auf Basis des Variokit-Ingenieurbaukastens. Für die großformatigen Kappen an den Außenkanten mit Abmessungen von 80 x 35 cm kam ein Gesimskappenwagen zum Einsatz, der sich äußerst schnell umsetzen lässt. Eine Verankerung im Bauwerk ist nicht notwendig, da die Horizontalkräfte über Reibung abgeleitet werden – das macht die Lösung wirtschaftlich und spart weiteren Aufwand. Die sich gegenüberliegenden Gesimskappen an den Fahrbahninnenseiten wurden mit einer ausgeklügelten Kombination von Systembauteilen des Variokit-Ingenieurbaukastens und mit dem Peri Up-Modulgerüst in Form gebracht: Die Schalungskonstruktionen beider Kappen hingen an einer Spindel, die Lasten wurden oberhalb der Fahrbahn über eine quer angeordnete RCS-Schiene in Peri Up-Traggerüsttürme eingeleitet. Mittels einfacher Rollen ließ sich diese 36 m lange Konstruktion schnell in den jeweils nächsten Betonierabschnitt verfahren.

Mit den Lösungen für die Herstellung der Gesimskappen kam Peri den Anforderungen der Bauausführung nach, die größten Wert auf schnelle und einfache Bedienbarkeit, wenige Einzelbauteile und hohe Wirtschaftlichkeit legte. So konnte das Team vor Ort für die zentralen Kappen nach kurzer Einarbeitung einen 2‑Tages‑Takt pro Abschnitt erreichen.

Kletterschalungssysteme für die Pylone optimal kombiniert

Zwei sehr markante, 75 m hohe A-Pylone mit stetiger Querschnittsveränderung prägen die Schrägseilbrücke. Sie bilden die Aufhängung für die drei Brückenfelder direkt über dem Fluss und tragen jeweils das 100 m lange äußere Feld sowie 110 m des mittleren Brückenfeldes.

Die Trio-Rahmenschalung gab den bis zu 4,50 m starken Fundamenten der vier Pylonbeine ihre Form, sie trug die Frischbetonlasten des 22 x 22 m großen Unterbaus mühelos ab. Der Rechteckquerschnitt der aufragenden Pylone verändert sich kontinuierlich – von 6,50 x 3,50 m im Sockelbereich bis zu 4,00 x 5,00 m unterhalb des zusammenlaufenden Pylonkopfs. Zur Herstellung dieser komplexen Geometrie kombinierte Peri die Kletterschalung CB und die Schienenkletterschalung RCS.

An den Pylon-Stirnseiten wurde die Kletterschalung CB 240 mit Rückfahrwagen eingesetzt, ein Kran beförderte die Einheiten aus Konsolen und Vario GT 24-Träger-Wandschalung von einem Betonierabschnitt zum nächsten. Gegenüber der Vertikalen waren die Konsolen um 8° gekippt, so folgte die Schalung der A‑förmigen Neigung der Stirnseiten. Für die vor‑ und rückgeneigten Außenflächen der Pylonbeine bot die schienengeführte Kletterschalung RCS die optimale Lösung. Mit mobilen Hydraulikaggregaten klettern die Einheiten kran‑ und witterungsunabhängig in die Höhe. Die Kletterschienen folgten der stetigen Neigung der Pylonbeine, die auf der Innenseite 16° und auf der Außenseite 18° beträgt. Dass sich die Arbeitsbühnen den Neigungen anpassen lassen und damit stets horizontal ausgerichtet sind, macht das Arbeiten sicher und damit schneller. Beschleunigt wurden die Schalungsarbeiten auch dadurch, dass die Planung der vorgefertigten Vario GT 24-Wandschalungselemente für die 60 cm starken Pylonwände einen minimalen Umbauaufwand im Fokus hatte.

Mithilfe des Gesamtkonzepts für die Pylone war das Baustellenteam in der Lage, jeden der 24 Betonierabschnitte innerhalb von durchschnittlich fünf Tagen fertigzustellen – weitestgehend unabhängig von Kran sowie Wind und Wetter.

Die aussteifende Querverbindung der beiden Pylonbeine in etwa 8 m Höhe wurde mit der Multiflex-Decken- und der Trio-Wandschalung in Form gebracht. Peri Up Rosett Flex-Stütztürme trugen die hohen Lasten in den Baugrund ab. Im obersten Pylonbereich, wo die beiden Beine zu einer massiven Spitze zusammenlaufen, diente ein tragfähiges Gitterträgerfachwerk aus Systembauteilen des Variokit-Ingenieurbaukastens als sichere Arbeitsplattform und als Traggerüst.

Die neue Autobahn A5 – Teil des europäischen Korridors

Die "Autocesta A5" (kroatisch für Autobahn A5), kurz auch Slavonika genannt, ist eine Autobahn im Osten von Kroatien, sie befindet sich teilweise noch im Bau. Nach vollständigem Ausbau wird die A5 die Städte Branjin an der ungarischen Grenze und Svilaj an der bosnisch-herzegowinischen Grenze verbinden. In der Nähe von Osijek passiert die Autobahn die Drau – mit rund 750 km der viertlängste Nebenfluss der Donau.

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  • Erstellt am
    21.01.2016
  • Geändert am
    20.02.2018