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Avantgardistische Stahlstützen tragen neues Glasdach

Das Jüdische Museum Berlin wird derzeit um einen attraktiven Erweiterungsbau ergänzt. In einer Stahl-Glaskonstruktion errichtet, schließt der neue "Glashof" unmittelbar an den barocken Altbautrakt des Museums an. Er soll künftig für Veranstaltungen, Tagungen und pädagogische Programme des Hauses genutzt werden. Der Entwurf stammt, wie schon bei dem weltbekannten Hauptgebäude des Museums, von dem Architekten Daniel Libeskind.

Der transparente Erweiterungsbau mit seinen 12 m hohen Stahlstützen fügt sich ein in den U-förmigen Innenhof des ehemaligen Kammergerichts – ein Gebäude aus dem Jahre 1735, in dem heute Wechselausstellungen des Museums präsentiert werden. Bis zu 500 Personen finden nach der Fertigstellung im Jahre 2007 in der gläsernen Halle Platz. Maßgeblich unterstützt wird das Projekt durch die Stahlproduzenten Arcelor Mittal, Dillinger Hüttenwerke, Georgsmarienhütte, Saarstahl, Salzgitter und Thyssen-Krupp Steel.

Architektonisch vervollständigt der Glashof das Ensemble aus historischem Palais und Libeskind-Bau, dessen expressiver, vielfach gezackter Grundriß an einen geborstenen Davidstern erinnert. Sind es beim Museumsgebäude die metallischen Fassaden, welche die Blicke auf sich ziehen, so ist es beim neuen Glashof das Netzwerk aus sich überlagernden Stützen und Trägern. Auch hier spielt Daniel Libeskind mit Motiven der dekonstruktivistischen Architektursprache: Die Stützen der Halle stehen nicht lotrecht, sondern geneigt mit mehrfach geknicktem Verlauf. Im Übergang zum Dach gleichen sie Baumkronen. Die von dem Stahlbauunternehmen RSB Rudolstädter Systembau in der Werkstatt vorgefertigten Stützenbündel tragen nicht nur das Dach, sondern nehmen zugleich zahlreiche Medien- und Elektroleitungen auf.

Anlaß für das Projekt war der außerordentliche Erfolg des Jüdischen Museums Berlin: Es gehört seit seinem Bestehen zu den beliebtesten Kultureinrichtungen in der Hauptstadt. Insgesamt kamen seit der Eröffnung im Jahr 2001 über 3,5 Mill. Besucher. Gefragt ist das Haus auch als Ort für Empfänge, Kongresse und Symposien. Der neue Glashof soll sicherstellen, daß das Museum künftig mehr Raum für Großveranstaltungen anbieten kann. Mit seiner großzügigen Dimensionierung, dem direkten Zugang zu Garten und Restaurant und dem besonderen Ambiente einer eindrucksvollen Konstruktion aus Stahl und Glas sind die Voraussetzungen dafür ideal.

Referenzen

Berlin-Kreuzberg, Friedrichshain-Kreuzberg, Berlin, Deutschland (2007)

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    6237
  • Erstellt am
    29.04.2013
  • Geändert am
    11.12.2014