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Baku Airport Tollgate – Sternenhimmel

Die Sparte Stahl-Glas-Technik der Waagner-Biro Stahlbau AG ist Spezialist für modernen Architekturstahlbau. Der Unternehmensbereich konzentriert sich auf die Planung, Entwicklung und Ausführung von maßgeschneiderten, innovativen Lösungen für komplexe Anforderungen und realisiert Gebäudehüllen, die außergewöhnliche Architektur mit der Leichtigkeit einer Stahl-Glas-Konstruktion verbinden. Kürzlich wurde das Tollgate am Flughafen von Baku fertiggestellt.

In der über 150-jährigen Firmengeschichte wurden zahlreiche Sonderprojekte in vielen Ländern der Welt realisiert, wie die Kuppel des Berliner Reichstags und die zentrale Hofüberdachung des British Museum in London. Die internationale Erfahrung im Umgang mit lokalen Gegebenheiten ist ein wesentlicher Erfolgsfaktor bei der baulichen Umsetzung einer Konstruktion. Der innovative Ansatz des Unternehmens mit projektgerecht vorgefertigten Stahl- und/oder Glaselementen sowie Paneelen kann anhand von aktuellen Projekten wie dem im Bau befindlichen Museum der Islamischen Künste im Pariser Louvre, der Olympic Bridge im Londoner Olympiapark oder dem unlängst fertiggestellten Tollgate am Flughafen von Baku beispielhaft dargelegt werden. Im Bereich der sogenannten Freiformkonstruktionen gehört die Waagner-Biro Stahlbau AG zu den Weltmarktführern. Freiformen sind komplexe, meist mehrfach gekrümmte Flächen, die sich nicht durch einfache geometrische Grundformen wie Gerade, Kreis und Kegelschnitt mathematisch definieren lassen. Sie haben ihren Ursprung im Maschinenbau, insbesondere dem Automobilbau. Seit einigen Jahren findet diese Technologie auch verstärkt Anwendung in zeitgenössischer Architektur, ermöglicht durch computerunterstützte Planungsprozesse. Diese Entwicklung stellt eine große Herausforderung nicht nur an die Planung, sondern auch an Fertigung und Montage dar. Fertigungs- und Montagetoleranzen sowie Materialeigenschaften haben wesentlichen Einfluss auf ein Projekt. Eine führende Wettbewerbsposition lässt sich nicht nur durch Aufbau auf bisherige Erfahrungen erreichen, sie bedingt auch die permanente Weiterentwicklung des Planungs- und Berechnungsprozesses komplexer Geometrien. Erfahrungen dienen dazu, Planung und Ressourcen zu optimieren. Durch einen intensiven Dialog mit den Herstellern werden Fertigungsprozesse verbessert und bisherige Montageergebnisse fließen frühzeitig in den Entwicklungsprozess ein. Sicherung und Ausbau der hohen Technologiekompetenz ist einer der wesentlichen strategischen Grundsätze der Waagner-Biro Stahlbau AG. Dazu gehören Kooperationen im Hochschulbereich zur Optimierung von Formfindungsprozessen und der Bestimmung des idealen 3-D-Netzes von Konstruktionen. Geometrien, die bisher nicht umsetzbar waren, werden Wirklichkeit, was den Planern völlig neue Optionen erschließt und der Sparte Stahl-Glas-Technik schier unlimitierte Möglichkeiten bietet, weiter zu denken. Hervorragende Beispiele für Netz-/ Geometrieoptimierungen sind die Gebäudehüllen The Blob in Eindhoven und das Yas Island Marina Hotel in Abu Dhabi, wo im gemeinsamen Forschungsprojekt mit der TU Wien gewonnene Erkenntnisse in der Praxis erfolgreich angewandt wurden (siehe den Artikel "Digitale Vision und gebaute Wirklichkeit" in diesem Heft). Konsequentes und andauerndes Weiterentwickeln und Verbessern vorhandener Design Tools ermöglicht die Umsetzung komplexer Projekte innerhalb eines Kostenrahmens, der nicht weit von Standardlösungen entfernt ist. Projekte wie Capital Gate in Abu Dhabi mit seiner neuartigen elementierten Stahl-Glas-Fassade sind wichtiger Ausgangspunkt für die wirtschaftlichere und leichtere Umsetzung von Freiformen mittels der Einführung einer angemessenen Standardisierung.

Baku Airport Tollgate

Waagner-Biro arbeitet wiederholt und grenzüberschreitend mit führenden internationalen Architekten, Ingenieuren und auch Bauherren zusammen. Gemeinsam mit den Projektpartnern werden neue Märkte erschlossen, wie etwa mit Arup beim vorliegenden Projekt am Flughafen von Baku in Aserbaidschan, wo Waagner-Biro in Folge auch das neue internationale Terminal sowie ein weiteres Tollgate erstellen wird. Man sieht sich als Partner der Planer, als Teil des Projektteams. Die enge Zusammenarbeit der planenden und ausführenden Unternehmen ist für den Projekterfolg essentiell. Deshalb werden solche Bauvorhaben idealerweise als Design/Build- oder Engineer/Build-Verfahren durchgeführt, wobei die jeweiligen Baufirmen frühzeitig ihre Erfahrung in den Planungsprozess einbringen können und das Planungsteam in den jeweiligen Ausarbeitungsschritten begleiten, um das künstlerische Konzept für alle Mitwirkenden optisch, konstruktiv und wirtschaftlich erfolgreich abzuschließen. Mit dem Zerfall der Sowjetunion begab sich auch die Republik Aserbaidschan in die Unabhängigkeit. Durch die immensen Ölvorkommen prosperiert die Wirtschaft anhaltend und das starke Bauaufkommen in Baku ist Zeichen des Aufbruchs in ein neues Zeitalter, Anknüpfen an das Hoch zu Zeiten der legendären Ölbarone im späten 19. Jahrhundert. Die starke formale Symbolik der entstehenden Vorzeigeprojekte drückt sich auch in der skulpturalen Ausprägung des neuen Tollgate nach einem Entwurf der britisch-italienischen Ingenieure von Arup aus: Ein 72 m messender elliptischer Bogen von 28 m Tiefe überspannt die mehrspurige Zufahrtsstraße mit einem Stich von ca. 17,5 m. Der symmetrische Träger mit einer abgewickelten Systemlänge von 180 m ruht lediglich zu beiden Seiten auf Betonfundamenten. In einem kollaborativen Prozess wurde gemeinsam mit Arup, von denen der Entwurf stammt, die geometrische Formfindung in kürzester Zeit erreicht. Die klare Schnittstellendefinition an den beiden Auflagerpunkten der Betonsockel erlaubte einen reibungslosen Ausarbeitungsprozess. Der Ringträger aus Rohren und Blechen wurde im Werk mit Hilfe von Schablonen in transportablen Größen vorgefertigt, was eine kurze, effiziente Bauzeit ermöglichte. Die Fertigung in der Region verkürzte die Transportwege. Nach Anlieferung auf der Baustelle wurden die 20 Trägerelemente von einer Auflagerseite startend Stück für Stück mit einem Mobilkran auf das unterstützende Raumgerüst aufgebracht und miteinander verschweißt. Für die Seilmontage wurde der Ringträger 180 mm vorgespannt. Über 800 Paneele aus goldfarbenem Streckmetall sind von 53 Längs- und 19 Querseilen im Raster von 1,40 m mittels Punkthaltern abgehängt. Zentral integriert ist das farblich leicht abgesetzte aserische Nationalsymbol eines Sterns. Die pünktliche Fertigstellung Ende Oktober 2010 erfolgte nach weniger als einem Jahr Planungs- und Bauzeit. Die Mautstation bildet das weithin sichtbare Tor zur Stadt und ist zugleich bei An- und Abflug wahrnehmbare Skulptur, nachts mit einem stimmungsvollen Beleuchtungskonzept inszeniert. Das Projekt ist auch Beweis für die richtige strategische Entscheidung der Markterweiterung in ein Land, das im Rahmen seines enormen Bauvolumens großes Potenzial für den Stahlbau bietet.

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Baku, Aserbaidschan

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    3539
  • Erstellt am
    30.04.2012
  • Geändert am
    10.03.2016