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Berliner Schloss: Trasskalkmörtel gibt Mauerwerk Halt

Wenn bis zum Jahr 2019 mehrere hundert Handwerker und Bildhauer den Wiederaufbau des barocken Berliner Schlosses bewerkstelligen, setzen Staat, Bauherr, Planer und die ausführenden Unternehmen wie die Bamberger Natursteinwerk Hermann Graser GmbH auf höchste Qualität und das Know-how der Schwenk Putztechnik (Ulm). Das Unternehmen stellt mit dem Trasskalkmörtel TM 5 HS den Mörtel für das Mauerwerk der Rücklagenfassaden der Nord- und Südseite des Berliner Schlosses sowie der Portale I und V als Zugang zum weltberühmten Schlüterhof.

Der Trasskalkmörtel ist sulfatbeständig und frostsicher, er bindet vergleichsweise langsam ab und hat ein geringes Schwindmaß. Durch seine hervorragenden technischen Eigenschaften verhindert der TM 5 HS ein Ausblühen der Ziegelsteine – ein entscheidender Vorteil.

Die Natursteinwerk-Spezialisten

Für die Bamberger Natursteinwerk Hermann Graser GmbH ist der Auftrag am Berliner Schloss eine Mammutaufgabe. Das Team um Bauleiter Martin Hohn ist rund um die Uhr im Einsatz. Neben den Mauerwerksleistungen erbringen die Spezialisten auch 2.400 m3 an hochwertigen Steinmetzarbeiten, z. B. für skulpturalen Schmuck, Fenstergewände, Gesimse und Säulen. Zum Auftrag zählen 600 vollständig ausgearbeitete Bildhauerwerkstücke, darunter 42 Wappenschilder mit Kronen, 78 Widderköpfe mit Lorbeergebinde, 41 Adler mit Flügelspannweiten von bis zu 2,70 m sowie 44 stilisierte Opferstierköpfe, sogenannte Bukranien.

Die Bamberger Natursteinwerk Hermann Graser GmbH ist in den zugeteilten Losen auch für die kompletten Mauerwerksleistungen verantwortlich. Vor dem bereits erstellten Betonbau und der Dämmschicht aus Mineralwolle wird an den Fassaden jeweils eine komplette Mauerziegelwand als Vorsatzschale hochgezogen, die mit Natursteinornamenten durchzogen ist und anschließend verputzt wird, um die historischen Barockfassaden detailgetreu nachzubilden.

Bauherr des Berliner Schlosses ist die Stiftung Berliner Schloss - Humboldtforum. Die Gesamtbaukosten sind mit derzeit 590 Millionen Euro kalkuliert. Die Bruttogeschossfläche beträgt 96.356 m2, die Fläche der rekonstruierten Fassade ist mit 22.500 m2 angegeben. 11.400 m2 Fassadenfläche werden zeitgenössisch ausgeführt. Insgesamt werden über drei Millionen Ziegel und über 9.000 m3 an Natursandstein verbaut.

Flexibilität

Neben der einwandfreien Materialgüte waren auch die hohe Lieferfähigkeit und speziell die Flexibilität bei der Anlieferung weitere wichtige Kriterien für die Auftragsvergabe an die Schwenk Putztechnik. Dem Unternehmen kam es sehr entgegen, dass es den geforderten Trasskalkmörtel in ihrem Werk in Bernburg (Saale) in Sachsen-Anhalt just in time herstellen und immer dann flexibel nachliefern kann, wenn eines der sechs Silos auf der Großbaustelle in Berlin nachgefüllt werden muss. Dies war im Sommer durchschnittlich ein- bis zweimal pro Woche der Fall. Bis zum Abschluss der Mauerwerksarbeiten werden insgesamt mehr als 3.000 t TM 5 HS verbaut werden.

"Für uns ist dies natürlich auch eine logistische Herausforderung, denn an einigen Tagen sind die Zeitfenster für die Materialanlieferung auf der Baustelle sehr knapp. Da kann es schon einmal vorkommen, dass die Zufahrten nur von 7 bis 9 Uhr in der Früh offen sind. Für einen Lieferanten aus dem Süden mit mehreren hundert Kilometern Anfahrt wäre das über den Projektzeitraum von mehr als zwei Jahren gar nicht sinnvoll zu bewerkstelligen", sagt Thomas Hader, der verantwortliche Projektleiter bei der Schwenk Putztechnik.

Über das Großprojekt Berliner Schloss

Der Wiederaufbau des Berliner Schlosses ist eines der aktuell bedeutendsten Bauprojekte in Deutschland. Schließlich geht es darum, eines der berühmtesten Barockbauwerke in der deutschen Geschichte wiederherzustellen. Das 1443 errichtete und später mehrmals erweiterte Berliner Schloss war im Zweiten Weltkrieg durch Bombenangriffe der Alliierten stark beschädigt worden. Endgültig zerstört wurde es allerdings durch Sprengmaßnahmen, welche die Führung der DDR 1950 angeordnet hatte. 2002 fasste der Deutsche Bundestag einen Grundsatzbeschluss zum Wiederaufbau des Berliner Schlosses.

Rekonstruktion nach Plänen von Franco Stella

Rekonstruiert werden soll der letzte barocke Erweiterungsbau des Berliner Schlosses unter Kurfürst Friedrich III., dem späteren König Friedrich I. von Preußen. Der Bau war zwischen 1699 und 1726 nach Entwürfen von Andreas Schlüter und Johann Friedrich Eosander entstanden.

2008 gewann das Architekturbüro Franco Stella aus Vicenza den internationalen Architekturwettbewerb. Der Entwurf von Franco Stella verbindet die Wiederherstellung der historischen Mitte Berlins mit dem innovativen Konzept des Humboldt-Forums, das Wissenschaft, Kultur und gesellschaftlichen Austausch unter einem Dach vereinen soll.

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Berlin-Mitte, Mitte, Berlin, Deutschland (2019)

Bauwerkskategorien

  • Über diese
    Datenseite
  • Product-ID
    7303
  • Erstellt am
    14.12.2015
  • Geändert am
    28.01.2016