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Bohrpfähle für Berlin Brandenburg International

Der Flughafen Berlin Brandenburg International (BBI) ist der neue Hauptstadt-Flughafen und eines der größten Bauprojekte Deutschlands sowie derzeit die größte Flughafenbaustelle Europas. Der Baubeginn erfolgte im September 2006. Der Flughafen soll im Juni 2012 in Betrieb genommen werden. Um den Bereich des Hauptterminals entstehen ein Hotel, ein Büro- und Dienstleistungszentrum, drei Parkhäuser sowie ein Mietwagencenter (MWC) und ein terminalnahes Parkhaus (TNP). Die Konstruktionen waren überwiegend als Stahlverbundkonstruktionen mit Flachgründungen auf Bodenverbesserungen oder auf Pfählen gründend geplant.

Beim MWC hat JACBO einen Sondervorschlag erarbeitet und u. a. durch den wirtschaftlichen Vorteil den Zuschlag erhalten. Ebenso war maßgebend die Bohrgeschwindigkeit. Es wurden pro Tag und Maschine bis zu 10 Pfähle Durchmesser 1,20 m (bis 24 m Länge), bis zu 20 Pfähle Durchmesser 0,90 m (bis 26 m Länge) und bis zu 28 Pfähle Durchmesser 0,55 m und 0,65 m (23 m Länge) eingebaut. Teilweise wurden mit zwei Maschinen über 500 m³ Beton pro Tag eingebaut.

Baugrundverhältnisse

Die im Bereich der Bauwerksstandorte bis in bauwerksrelevante Tiefe anstehenden Lockergesteine sind pleistozänen, d. h. eiszeitlichen Ursprungs, wobei insbesondere die weichsel- und saaleglazialen Perioden für das Projektgebiet prägend sind. Vereinfacht lassen sich die anstehenden Schichten trotz unterschiedlicher sedimentärer Genese anhand ihrer geotechnischen Eigenschaften in die folgenden maßgebenden geotechnischen Einheiten untergliedern:

  • Auffüllungen bis ca. 5 m: gemischtkörnige Böden unterschiedlicher Zusammensetzung
  • Grundmoräne bis ca. 20,5 m: an der Basis weichselglazialer Gletscher (obere Grundmoräne bis ca. 11 m) bzw. saaleglazialer Gletscher (untere Grundmoräne bis ca. 20,5 m) abgelagerte gemischtkörnige Geschiebeböden
  • Sande bis > 27 m: Weichselglazial (obere Sande) bzw. saale-glazial (untere Sande) abgelagerte, weitgehend dicht gelagerte feinkornarme Schmelzwasser-, Fluss- und/oder Talsande.

Grundwasser wurde bei ca. 6 m unter (Geländeoberkante (GOK) erkundet. Die vorgegebene Absetztiefe der Pfähle von mindestens 23 m sollte die Mindesteinbindetiefe von 2,5 m in die dicht bis sehr dicht gelagerten schwach schluffigen Sande ab ca. 20,5 m unter GOK zur Setzungsminderung und -vergleichmäßigung gewährleisten.

TNP:

141 Pfähle Durchmesser 1,20 m, L = 23,00 m bis 24,15 m 51 Pfähle Durchmesser 0,90 m, L = 23,00 m bis 26,00 m

MWC:

20 Pfähle Durchmesser 1,20 m, L = 23,00 m bis 24,00 m 30 Pfähle Durchmesser 0,90 m, L = 23,00 m bis 23,40 m 334 Pfähle Durchmesser 0,65 m, L = 23,00 m 114 Pfähle Durchmesser 0,55 m, L = 23,00 m

Qualitätssicherung

Insgesamt wurden zwei statische und zehn dynamische Probebelastungen durchgeführt. Zusätzlich wurde an allen Pfählen eine Integritätsprüfung durchgeführt. Alle Probebelastungen bestätigten die geforderten Tragfähigkeiten, sowie die Integritätsprüfungen die Gebrauchstauglichkeit aller Pfähle. Die Ergebnisse der Probebelastungen sind in Tabelle 1 dargestellt.

Bautafel Flughafen Berlin Brandenburg International

Parkhaus Mietwagencenter (MWC) 6-geschossig, ca. 215 x 55 m
Terminalnahes Parken (TNP) 6-geschossig, ca. 144 x 88 m
Bauherr: Flughafen Berlin-Schönefeld GmbH
AG: Max Bögl GmbH & Co. KG, Linthe
Ausführung: JACBO Pfahlgründungen GmbH, Schüttorf
Pfahlsystem: Schneckenbohrpfahl JACBO-S

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Referenzen

Schönefeld, Dahme-Spreewald, Brandenburg, Deutschland (2018)

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  • Über diese
    Datenseite
  • Product-ID
    3481
  • Erstellt am
    30.04.2012
  • Geändert am
    10.03.2016