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Brenner Basistunnel: Vortrieb in stark druckhaftem Gebirge

Mit 1.371 m über Seehöhe ist der Brenner-Pass die wichtigste Verbindung zwischen Mitteleuropa und Italien, die von mehr als einem Drittel des transalpinen Verkehrs genutzt wird. Die bestehende Eisenbahnstrecke von Innsbruck (Österreich) nach Bozen (Italien) wurde in den 1860er-Jahren gebaut. Aufgrund der Steigungen von bis zu 25 ‰ müssen Güterzüge häufig von zwei Lokomotiven gezogen werden.

Der neue Brenner Basistunnel (BBT) führt auf einer Länge von 55 km von Innsbruck nach Fortezza (Italien) und wird nach dem Gotthard-Basistunnel in der Schweiz der weltweit zweitlängste Tunnel sein. Als Basistunnel führt der Eisenbahntunnel ungewöhnlich tief unter dem Alpenhauptkamm hindurch. Bei einer Überdeckung von 1.800 m wird der Tunnel am höchsten Punkt 795 m erreichen. Da die Steigung im Tunnel auf maximal 6,7 ‰ begrenzt ist, können zukünftig Züge den BBT mit höheren Geschwindigkeiten durchfahren. Die Fahrtzeit von Innsbruck nach Bozen wird sich nach der Inbetriebnahme von über zwei Stunden auf unter eine Stunde mehr als halbieren.

Der BBT besteht aus zwei einspurigen Tunnelröhren mit einem Innendurchmesser von 8,1 m, die in einem Abstand von 70 m verlaufen. Die beiden Röhren sind alle 333 m über Querschläge miteinander verbunden, die auch als Fluchtwege dienen.

Die ARGE STRABAG/Salini Impreglio erhielt den Zuschlag für zwei Baulose des BBT: das Hauptbaulos Tulfes-Pfons in Tirol (Österreich) am nördlichen Ende des Projekts sowie die Eisackunterquerung im südlichen Teil des Tunnels in der Provinz Bozen.

Hauptbaulos umfasst 38 Tunnelkilometer

Das Hauptbaulos umfasst den Bau von 38 Tunnelkilometern. Wegen der stark druckhaften Gebirgsverhältnisse müssen hier zur Sicherung des Vortriebs Stützmittel im großen Umfang eingebaut werden, was die Arbeiten insgesamt verlangsamt. Daher erfolgt die Auffahrung in diesem Bereich parallel an mehreren Stellen. Das Baulos umfasst die ersten Abschnitte der Haupttunnelröhren sowie eine 15 km langen Teil des Erkundungsstollens von Ahrental bis nach Steinach, der mit einer Tunnelbohrmaschine (TBM) aufgefahren wird.

Rettungsstollen wird 9 km lang

Ein neuer Rettungsstollen für die Umfahrung Innsbruck und zwei Verbindungsröhren zwischen der Umfahrung und dem BBT werden ebenfalls neu errichtet. Der 9 km lange Rettungsstollen wird im Bohr- und Sprengvortrieb erstellt und verläuft parallel zur Umfahrung. Im Rahmen der Arbeiten werden die bereits aufgefahrenen Erkundungsstollen in Richtung Süden erweitert. Für den Bau des Erkundungstunnels Innsbruck-Ahrental im Norden der geplanten Strecke lieferte DSI bereits Stützmittel zur Sicherung des Vortriebs im Innsbrucker Quartzphyllit.

Aufgrund der hohen Überdeckung sind die Gebirgsverhältnisse in vielen Bereichen stark druckhaft. Wegen des weichen und setzungsanfälligen Baugrundes in Tulfes wurde der Portalbereich mit dem AT–139 Rohrschirmsystem gesichert. DSI lieferte hierfür das gesamte Rohrschirmsystem inklusive Startereinheit, Schraubverbindungen, Bohrkronen und des benötigten Bohrgestänges. Hierdurch wurde die Stabilität im Portalbereich erheblich verbessert, was wiederum die Arbeitssicherheit im Vortriebsbereich erhöhte.

Bei den Vortriebsarbeiten werden außerdem OMEGA-BOLT®-Reibrohrexpansionsanker, 120 kN, in Einzellängen von 3 m mit Kalottenankerplatten, 150/150/8 mm, zur Sofortsicherung versetzt. Wesentliche Eigenschaften der OMEGA-BOLT®-Anker sind die sichere und einfache Installation und die Unempfindlichkeit gegenüber Sprengarbeiten, da die Tragfähigkeit über die gesamte eingebaute Ankerlänge gewährleistet ist.

Des Weiteren werden gemäß Baufortschritt SN-Anker der Typen SN20-180 und SN25-250 mit unterschiedlichen Kalottenankerplatten in Längen von 3, 4, 5 und 6 m eingebaut. Die Anker werden ständig unter stark druckhaften Gebirgsverhältnissen versetzt. Daher produzierte und lieferte DSI die SN-Anker mit ALWAGRIP-Sonderrippung, um so ein verbessertes Tragvermögen zu erreichen. Zudem liefert DSI Österreich auch kontinuierlich das selbstbohrende DYWI® Drill-Hohlstab-System in Einzellängen von 2, 3 und 4 m, mit Zubehör. Die von DSI produzierte und just in time gelieferte Produktpalette umfasst auch Stahlspieße in Einzellängen von 3 m, Selbstbohrspieße in Längen von 3 und 4 m sowie Stahlrohrspieße in Längen von 3 und 4 m.

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Referenzen

Innsbruck, Tirol, Österreich, Europa - Fortezza, Bolzano/Bozen, Trentino-Südtirol, Italien (2025)

  • Über diese
    Datenseite
  • Product-ID
    7358
  • Erstellt am
    16.04.2016
  • Geändert am
    22.04.2016
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