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Dachabdichtung eines ZOH, Regensburg - Funktionaler Minimalismus am Campus

Open Space: Die neue Zentrale Omnibushaltestelle (ZOH) ist mehr als ein reiner An- und Abfahrtsort für Busse. Unmittelbar vor dem Haupteingang der Universität Regensburg gelegen, sorgt sie für eine schnelle und direkte Verbindung zwischen Hochschule und City. Gleichzeitig allerdings bildet sie durch ihre markante Lage und Bau-Art ein zeitgemäß-modernes "Eingangstor" zum Campus.

Das zwei Millionen Euro teure Nahverkehrszentrum war ein städtisches Prestigeobjekt. Mit der Inbetriebnahme im Herbst 2012 haben die Regensburger Verkehrsbetriebe eine wichtige Lücke im städtischen Nahverkehr geschlossen. Der Campus war zuvor nur über Umwege erreichbar. Den ausgeschriebenen städtebaulichen Wettbewerb gewann 2010 der Regenburger Architekt Dipl.-Ing. Christian Kirchberger mit einem Konzept, das der Maxime "form follows function" folgt.

Architektonisches Schutzdach

Architektonisch dominiert das Dach den Baukörper. Dieser funktio-nale Minimalismus ist Programm. Christian Kirchberger: "Der neue zentrale Omnibusbereich an der Albertus Magnus Straße erhielt eine der Bedeutung dieses Ankunftsortes an der Universität Re-gensburg entsprechende Überdachung. Diese umschließt das ge-samte Haltegebiet mit einem der funktionalen Form folgendem Be-tonband. Hierdurch wird ein markanter Ankunftspunkt auf dem U-nigelände definiert." Der in der Mitte offene Platz bietet den An-kommenden erste Orientierung auf dem Universitätsgelände. Für die Umsetzung wählte der Architekt den Baustoff, der sich an der Universität Regensburg hauptsächlich wiederfindet – Beton.

Das Betonband formiert sich zu einem unregelmäßigen Viereck mit abgerundeten Ecken und ist so großzügig nach außen dimensio-niert, dass die Fahrgäste auch bei Regen trockenen Fußes in die Busse einsteigen können. Das unterschiedlich hohe Betondach mit verschiedenen Neigungswinkeln wird von regelmäßig angeordneten, filigranen Stahlrundstützen getragen. Sie verleihen der gesamten Komposition eine Art schwebender Leichtigkeit. Damit dieses äußere Erscheinungsbild intakt bleibt, erfolgt die Entwässerung des Daches über eine innen liegende Rinne.

Unsichtbare Flüssigabdichtung

Beton ist nicht wasserdicht. Aufgrund der dreidimensionalen Struk-tur mit verschiedenen Neigungswinkeln hatte der Architekt eine Flüssigabdichtung ausgeschrieben. Der Auftrag nehmende Dach-decker, die Firma Fuss & Gartenschläger, entschied sich für eine vliesarmierte Kemperol 1K-PUR Abdichtung. Sie erfüllte die Vorga-be des Architekten, dass die Abdichtung "unsichtbar" sein sollte. Der hellgraue Farbton der Abdichtung, die nach der Aushärtung nur eine Aufbauhöhe von etwa 2 mm besitzt, hebt sich nicht vom Werkstoff Beton ab. Damit auch im Randbereich keine optischen Veränderungen sichtbar sind, montierten die Dachdecker Flacheisen, die ebenfalls mit dem "betongrauen" Kemperol abgedichtet wurden.

Im ersten Schritt wurde die Betonoberfläche kugelgestrahlt. Da der Werkstoff zu den saugenden Untergründen gehört, grundierten die Verarbeiter die Fläche porenverschließend und vollflächig deckend mit der Kempertec EP Grundierung. Um die vollflächige Haftung für die nachfolgende Abdichtung zu optimieren, wurde die feuchte Oberfläche mit Sand abgestreut. Die einkomponentige Kemperol 1K-PUR Abdichtung ist gebrauchsfertig und kann ohne weiteren Mischvorgang direkt aus dem Gebinde verarbeitet werden. Auf dem Dach finden sich in regelmäßigen Abständen Dehnfugen, die die auftretenden Bauwerksbewegungen aufnehmen sollen. Da an diesen Punkten die Abdichtung verstärkten Beanspruchungen ausgesetzt ist, dichteten die Dachdecker alle Dehnfugen zweilagig mit Schlaufenausbildung und eingebetteter Rundschnur ab.

Deutschen Architekturpreises 2013 Anerkennung

Der neue ZOB überzeugte nicht nur die Regensburger. Auch die Architektenszene zeigte sich angetan. Das Bauwerk wurde bei der Verleihung des Deutschen Architekturpreises 2013 mit einer Aner-kennung ausgezeichnet.

Bautafel

Aufgabe: Neubau ZOH am Campus der Universität Regensburg, 1032 qm Überdachungsfläche
Bauherr: Regensburger Verkehrsbetriebe GmbH in Kooperation mit der Universität Regensburg
Architekten: Christian Kirchberger Architekt BDA, Regensburg www.christian-kirchberger.de
Material: Kempertec EP Grundierung Kemperol 1K-PUR Abdichtung
Kemper System Verarbeiter: Fuss & Gartenschläger, Mainleus www.flachdachbau-fug.de

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Referenzen

Regensburg, Bayern, Deutschland (2012)

Bauwerkskategorien

  • Über diese
    Datenseite
  • Product-ID
    7000
  • Erstellt am
    27.08.2013
  • Geändert am
    19.09.2014