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Denkmalgeschützte Bahnsteighallen unter laufendem Betrieb erneuert

Die Erneuerung der Gleisüberdachungen der fünf Bahnsteighallen des Wiesbadener Bahnhofs lässt sich auf Basis der PERI Lösung mit quer und längs verfahrbaren Arbeits- und Schutzplattformen zügig und ohne wesentliche Beeinträchtigung des Bahn- und Fahrgastverkehrs durchführen. Dank einer vertrauensvollen Zusammenarbeit bereits in der Planungsphase zwischen der ARGE Ed. Züblin AG / Eiffel Deutschland Stahltechnologie, dem Gerüstbauunternehmen Paul und den PERI Ingenieuren werden alle vorgegebenen Termine eingehalten. Hierzu trägt auch die Verwendung von standardisierten, mietbaren Systembauteilen aus dem umfangreichen Gerüst- und Schalungsprogramm bei.

Das Empfangsgebäude des historischen, denkmalgeschützten Hauptbahnhofs in Wiesbaden aus der Zeit Kaiser Wilhelms II. strahlt bereits seit knapp zehn Jahren nach einer ersten, aufwändigen Sanierungsphase in neuem Glanz. Seit April 2011 werden nun auch Gleisüberdachungen der Kopfbahnsteige saniert. Unter laufendem Bahnbetrieb werden die unterschiedlich breiten Glas-Stahl-Dachkonstruktionen sukzessive erneuert. Fahrbare PERI UP Plattformen dienen hierbei als äußerst wirksame und rasch umsetzbare Schutzdach- und Montagekonstruktion.

190 m langes Schutzdach zum Verfahren

Die fünf Hallendächer mit Spannweiten zwischen 35 m und 51 m werden abschnittsweise erneuert. Dabei überspannt eine 190 m lange Schutzdachkonstruktion mit Spannweiten zwischen 7,50 m und 12,50 m die Bahngleise der entsprechenden Halle. Der laufende Bahnhofsbetrieb mit täglich etwa 30.000 Reisenden und 500 Zugbewegungen bleibt hierbei während der gesamten Umbaumaßnahmen nahezu unbeeinträchtigt. Lediglich während der Montagearbeiten am Gerüst müssen die betroffenen Gleise zeitweise gesperrt werden.

Um den Zeitaufwand zum Umsetzen des Schutzdachs so gering wie möglich zu halten, konzipierten die Ingenieure des Schalungsherstellers fahrbare Plattformeinheiten. Diese lassen sich in knapp 7 m Höhe ohne maschinelle Unterstützung per Hand zum nächsten Gleisabschnitt "rangieren" – längs mittels Exzenterwagen und quer über Rollenböcke. Quer- und Längsverschub der Einheiten erfolgen schienengeführt, sie sind also jederzeit seitlich gesichert. Insgesamt 66 Plattformen mit 3,00 m Standardbreite wurden vormontiert angeliefert und anschließend durch ein partiell geöffnetes Dach mit dem Kran auf die als Schienen verwendeten Stahlriegel der PERI UP Tragkonstruktion eingehoben. Von dort aus folgte das Verfahren der Einheiten in die jeweils vorgesehene Position ohne weitere Kranunterstützung.

Sicheren Zugang für die Baustellenmannschaft und die Gerüstmonteure bieten 75 cm breite Alu- und 1,00 m breite Stahltreppen des PERI UP Gerüstsystems. Diese sind vollständig in die Tragkonstruktion der Plattformen integriert, ebenso wie die Belagebene auf oberster Ebene, die als Laufweg zum raschen Verschieben der Plattformen dient.

Flexible Lastableitung

Bei der Planung der PERI UP Tragkonstruktion mussten nicht nur die Bahngleise frei gehalten, sondern auch entsprechende Laufwege für die Passanten mit ausreichenden Durchgangsbreiten berücksichtigt werden. Darüber hinaus trägt der Gerüst-Unterbau neben den Vertikallasten auch die Horizontallasten aus der Plattform ab, da eine Verankerung an dem zu sanierenden Stahlbaubestand aus statischen Gründen nicht möglich ist.

Eine weitere Aufgabe für die Weißenhorner Gerüstplaner war die Überbrückung der Verkaufsstände. Angepasst an die lokalen Gegebenheiten nehmen aus Systembauteilen gebildete Fachwerkscheiben beziehungsweise tragfähige Stahl-Jochträger aus dem PERI HD 200 Schwerlaststützenprogramm die Lasten zuverlässig auch bei großen Spannweiten bis zu 10 m auf und tragen diese in die Tragkonstruktion ab. Hierbei lassen sich die Stiele des PERI UP Gerüsts mit kurzen 25 cm Riegeln bündeln und somit optimal an die Lastkonzentrationen anpassen. Zudem bietet das metrische Raster genügend Flexibilität bei der geometrischen Anpassung an bahntechnische Einbauten und haustechnische Aufbauten der Einzelhandels- und Gastronomieeinrichtungen.

Planung und Feldversuch

Ein großer Vorteil bei der Durchführung der Baumaßnahme ist, dass die PERI-Ingenieure bereits im Vorfeld zusammen mit Bau- und Gerüstbauunternehmen die zeitkritischen Umsetzvorgänge bedachten und damit entsprechend optimieren konnten. In einem so genannten Mock­up – einem Feldversuch auf dem Weißenhorner Firmengelände des Schalungsherstellers – ließen sich die Montage sowie der Quer- und Längsverschub der Plattformen anschaulich demonstrieren. Außerdem konnte die erforderliche Schutzwirkung über Fallversuche nachgewiesen werden. Der stabile Aufbau mit Trapezprofilen und Schalungsplatten ist darüber hinaus für Verkehrslasten bis 5 kN/m² sowie Punktlasten aus fahrbaren Arbeitsgerüsten ausgelegt.

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Wiesbaden, Hessen, Deutschland (1906)

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    5991
  • Erstellt am
    10.08.2012
  • Geändert am
    12.01.2015