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Der Holzbau kehrt mit einem 7geschossigen Bürogebäude in die Stadt zurück

Das größte Verlagshaus der Schweiz, die Tamedia AG, realisiert in der Innenstadt Zürichs einen Neu- und Erweiterungsbau aus Holz. Das Design und die Architektur stammen vom japanischen Architekten Shigeru Ban. Er hat bereits mehrfach durch spektakuläre Bauwerke mit nachhaltigen Rohstoffen, wie Karton oder Holz, auf sich aufmerksam gemacht. In Zürich realisierte er eine seiner Visionen von filigranen, sichtbaren und ehrlichen Tragstrukturen.

Die vertikale Lastabtragung im Holzskeletttragwerk über Stützen und Doppelzangen funktioniert ohne Stahl. In den Verbindungen kommen spezielle Buchensperrholzelemente für die Lastübertragung und Bauteilverstärkung zum Einsatz. Dieser präzise CNC-gefertigte "Bausatz" kann so sehr einfach auf der Baustelle "zusammengesteckt" werden. Das Tragwerk des Neubaus besteht aus 1.400 vorgefertigten Holzbauelementen. Der Haupttrakt ist 38 m lang und 18 m breit. Er besteht aus acht Achsen mit je vier 21 m hohen Stützen und zehn quer liegenden Zangen. Eine besondere Anforderung war eine homogene Oberfläche ohne jegliche Nachbehandlung.

Die verwendeten Geometrien und Materialqualitäten entsprechen den Anforderungen des Brandschutzes. Die zuständige Brandschutzbehörde bewilligte den in den Vorschriften nicht geregelten siebengeschossigen Holzbau nach positiv verlaufenen Brandversuchen. Die Logistik auf dem innerstädtischen Bauplatz war eine zusätzliche Herausforderung. Für die Anlieferung und Lagerung aller Gewerke stand nur eine Fahrspur entlang der Baustelle zur Verfügung. Es galt deshalb ein verbindlicher Anlieferungs- und Montageplan. Basis für die termingerechte Montage war ein ausgeklügeltes Montagekonzept mit einem straffen Zeitplan, bei dem die Genauigkeit der CNC-gefertigten Bauteile voll ausgereizt wurde. Die Büros können nach nur 24 Monaten Bauzeit im Frühjahr 2013 bezogen werden. Der Tamedia-Neubau ist eine bemerkenswerte Referenz für einen Holzbau im städtischen Kontext. Er zeigt, dass der Hightech-Werkstoff Holz vielseitig verwendet werden kann und auch bei Landmark-Projekten weltweit immer öfter zum Einsatz kommt.

Referenzen

Zürich, Zürich, Schweiz (2013)

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    6126
  • Erstellt am
    14.01.2013
  • Geändert am
    11.12.2014