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Drei Brücken in Holzbauweise für Landesgartenschau 2014 fertig gestellt

Die Brückenfamilie für die Landesgartenschau 2014 in Schwäbisch Gmünd ist komplett: Kurz vor Weihnachten 2012 konnte die dritte Holzbrücke fertig gestellt werden. Neben den beiden bereits gebauten Holzbetonverbundbrücken (Rokokobrücke und Bahnhofsbrücke) bereichert jetzt auch eine dritte Brücke in reiner Holzbauweise das Stadtbild von Schwäbisch Gmünd. Für die Projektleitung und Ausführung des Baus der Brückenfamilie sind die Unternehmen Schaffitzel Holzindustrie GmbH + Co KG, Schwäbisch Hall und Schaffitzel + Miebach, Faszination Brücken GmbH, Lohmar, zuständig.

Während zwei Brücken in der in Deutschland noch sehr "jungen" Holzbetonverbundbauweise errichtet wurden, setzte das Ingenieurbüro Miebach als Planer bei der Blockträgerbrücke "Schillersteg" über den Josefsbach auf eine reine Holzbauweise – mit gutem Grund: "Der Naturrohstoff Holz ergänzt das völlig renaturierte Flussbett in einer ganz besonders natürlich erscheinenden Form. Denn neben dem markanten Baukörper haben wir einen hochwertigen Natursteinbelag verwendet – ein absolutes Novum im deutschen Brückenbau", erklärt Planer und Projektleiter Frank Miebach die Besonderheiten der Brücke "Schillersteg". Eine Geh- und Radwegbrücke mit einem 7 cm starken Granitbelag ist eine Neuheit im Brückenbau: Dank moderner Fertigungsmethoden von Natursteinwerken sind Plattenbreiten von 3 m und Längen von 1,25 m gut realisierbar, so dass nur Querstöße entstehen. Um einen geschlossenen Belag zu erhalten, sind die offenen Stoßfugen unterseitig mit jeweils einer quer angeordneten Edelstahlblechrinne versehen. Umlaufende Tropfnuten an der Unterseite der Brücke garantieren somit eine Entwässerung in den Randbereichen. Die Brücke kann mit diesem Belag als "geschütztes Tragwerk" nach DIN 1074 eingestuft werden. Die Kosten des Belags sind vergleichbar mit einer Gussasphaltausführung.

Der Brückenträger selbst besteht aus einem zur Mitte hin verschlankten, gestuften Brettschichtholzträger, der massiv blockverleimt ist. Dadurch ist die solide, kompakte Geometrie gut vom Flanierweg aus unterhalb der Brücke erfahrbar. Die Stufung hat nicht nur gestalterische Gründe: "Wir haben so sichergestellt, dass kein Schlagregen an die Brücke herankommen kann", erklärt Planer Miebach. Zusätzlich wurde der Träger vollflächig mit einer diffusionsoffenen Folie abgedeckt, so dass ein optimaler konstruktiver Holzschutz erzielt wurde. Da die "Belagsüberdachung" einen ausreichenden Schutz bietet, benötigt das gesamte Bauwerk keinen chemischen Holzschutz. Damit wird das natürlich Einfügen der Brücke in das renaturierte Flussbett des Josefsbach noch einmal unterstrichen.

Das Tragwerk bildet mit dem zur Feldmitte hin verjüngten Querschnitt einen leichten Bogen, der gestalterisch vom Bauherrn gewünscht wurde und eine Reminiszenz zum alten Vorgängerbauwerk darstellt – einer Naturstein Bogenbrücke. Um den hochwertigen Eindruck zu unterstreichen, wurde ein Edelstahlgeländer mit Edelstahlseilen eingesetzt, dass eine hohe Transparenz aufweist. Die Pfosten sind nach innen geneigt, um eine Überstiegsmöglichkeit (Leiterwirkung) für Kinder zu verhindern. Für den Handlauf wurde witterungsbeständiges Accoya-Brettschichtholz verwendet, in das unterseitig eine LED-Beleuchtung integriert wurde.

Referenzen

Schwäbisch Gmünd, Ostalbkreis, Baden-Württemberg, Deutschland (2013)

Schwäbisch Gmünd, Ostalbkreis, Baden-Württemberg, Deutschland (2012)

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  • Product-ID
    6129
  • Erstellt am
    21.01.2013
  • Geändert am
    11.12.2014