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Energiegewinnung im großen Stil: das Pumpspeicherwerk Ingula in Südafrika

Prognosen zufolge wird der Energiebedarf Südafrikas im Jahr 2025 bei rund 40.000 MW liegen. Deshalb wird derzeit in den Drakensbergen an der Grenze der Provinzen Freistaat und KwaZulu-Natal das Ingula-Pumpspeicherwerk errichtet.

Für das zur Energiegewinnung benötigte Wasser wurden zwei Staudämme gebaut. Der obere Staudamm, der Bedford-Damm, ist 810 m lang und 40,9 m hoch. Der 470 m tiefer gelegene und 4,5 km entfernte Braamhoek-Damm ist 310 m lang und 38,6 m hoch. Durch Wasserzuleitung aus den Stauseen mit je 22 Mio. m³ Fassungsvermögen kann in dem unterirdischen Kraftwerk zwischen den beiden Seen mit vier 333 MW-Turbinen kurzfristig Strom generiert werden.

Bei Spitzenbedarf wird Wasser vom oberen in den unteren See geleitet, das die Turbinen in Strom umwandeln. Bei schwacher Stromnachfrage wird das Wasser mit Hilfe der auch als Pumpen nutzbaren Turbinen wieder in den oberen See gepumpt. Dabei werden die Turbinen von überschüssiger Energie aus dem Stromnetz des Landes gespeist.

Über 40 Tunnel und Schächte wurden errichtet

Für das Großprojekt wurden über 40 Tunnel und Schächte errichtet. Zusätzlich zum 1,25 km langen Hauptzugangstunnel entstanden u. a. 2,1 km lange Doppelröhren- Oberwasserkanäle, die das Wasser vom Bedford-Staudamm zum Kraftwerk leiten. Ein 2,3 km langer Abflusstunnel mit einem Innendurchmesser von 9,4 m leitet das bei der Stromgewinnung abfließende Wasser in den Braamhoek-Stausee und befördert das Wasser in Zeiten geringer Nachfrage wieder zurück in den Bedford-Stausee.

Aufgrund des vorherrschenden relativ instabilen Sedimentgesteins mit einigen Verwerfungen sowie der langfristigen Felskriechung gestalteten sich die Arbeiten untertage sehr anspruchsvoll. DSI Südafrika wurde zur vorauseilenden Sicherung der Tunnel mit der Produktion und Lieferung doppelt korrosionsgeschützter DCP-Felsbolzen beauftragt.

Mehr als 150.000 Felsbolzen wurden verbaut

Insgesamt wurden mehr als 150.000 Felsbolzen mit Durchmessern von 20, 25 und 32 mm und Längen von 1,2 bis 9 m geliefert. Die DCP-Felsbolzen wurden erfolgreich zur Sicherung der Felsschichten im Kalottenbereich installiert.

Die ersten beiden Turbinen des Großprojekts sind Ende März 2016 ans Netz gegangen. Die übrigen zwei Turbinen sollen im Juli 2017 betriebsbereit sein.

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  • Product-ID
    7406
  • Erstellt am
    29.11.2016
  • Geändert am
    29.11.2016