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Ethianum-Klinik Heidelberg: Optik und ­Akustik im Einklang

Unweit des Neckars im Bereich des Altklinikums in Heidelberg liegt der Neubau des Ethianum, eine Privatklinik für Plastisch-Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie, Handchirurgie und Präventive Medizin. Kernstück des Gebäudes ist die Rotunde mit Kuppel und einer Gesamthöhe von ca. 18 m. Dieser Empfangsbereich wurde innen mit dem Akustiksystem CapaCoustic Fine von Caparol beschichtet. Damit wurde nicht nur die Akustik verbessert – die feinen Putzoberflächen wirken auch edel und schön.

Der Neubau mit einer Fassadengestaltung aus Sandsteinplatten strahlt schon von außen eine gewisse Noblesse aus. Das vierstöckige Gebäude, dessen Betreiber die Ethianum Betriebsgesellschaft mbH & Co. KG (Heidelberg) ist, verfügt über 23 Zimmer und vier Suiten. Sie besitzen alle einen Balkon oder eine Loggia und orientieren sich hinsichtlich des Komforts an gehobenen Hotelstandards. Die Operationssäle sind mit modernster Technik ausgestattet. Die Gebäudetechnik setzt auf Nachhaltigkeit: Es wird mit Geothermie über Bauteiltemperierung und dezentrale Fassadengeräte geheizt, gelüftet und gekühlt. Durch eine sehr gute Außendämmung und Wärmerückgewinnung erreicht das Gebäude eine hohe Energieeffizienz.

Die Rotunde mit Kuppel empfängt die Besucher

Von der zentralen Eingangshalle in der Mitte des quadratischen Bauwerks, der Rotunde, erreicht man die weiteren Nutzungen wie den Präventionsbereich, Fachpraxen, Pflegestationen und den ambulanten Eingriffsbereich. Der Rundbau erstreckt sich über die vier Stockwerke des Klinikgebäudes und mündet in eine Kuppel. Dort befindet sich in der Mitte ein Glasoberlicht. Jedes Stockwerk öffnet sich im Wechsel zum Foyer hin. Die in Weiß gehaltenen Wände sind mit einem Akustikputz beschichtet. Betreiber und Planer, die Schmucker und Partner Planungsgesellschaft mbH, Mannheim, beauftragten einen Bauphysiker von DS-Plan Stuttgart mit der Berechnung der akustischen Auswirkungen. "Wir hatten enorme Nachhallzeiten, die Lärmschutzmaßnahmen erforderlich machten. Es waren im Mittel knapp drei Sekunden, im mittleren Frequenzbereich lagen sie sogar über vier Sekunden. Akzeptabel sind 1,5 Sekunden", bestätigt Architekt Ingo Hayer. Zunächst gab es Überlegungen, die Wände mit Holzpaneelen oder -lamellen zu verkleiden. Durch die Biegung sowie Wölbung der Kuppel wäre dies jedoch technisch sehr aufwändig gewesen. Stahlbinder, angeordnet in Segmenten, bilden das Tragwerk der Kuppel. Deren Zwischenräume sind als Träger für das Putzsystem mit Gipskartonplatten ausgekleidet. Der Anschluss an die Stahlträger wurde mit einem PVC-Profil der Fa. Protektor ausgeführt. Dieses Flex-Profil wurde benötigt, da die Putzflächen vor den Stahlträgern liegen.

Akustikputz: optisch ansprechend und funktional

Das Akustiksystem sollte funktional, aber auch optisch ansprechend sein: Die Gesamtfläche von 300 m² der Rotunde sollte als homogene Fläche erscheinen – ein Anspruch, den das Akustiksystem CapaCoustic Fine sehr gut erfüllt. Es besteht im Wesentlichen aus einer akustisch wirksamen vorbeschichteten Akustik-Putzträgerplatte, die mit einem offenporösen Putz beschichtet ist. Der feinporige, nicht strukturierte Wandputz wirkt schallabsorbierend. So lassen sich fugenlos verputzte und schallabsorbierende Flächen erstellen. Der verarbeitungsfertige, dispersionsgebundene Akustikputz in Weiß eignet sich als Grund- und Endbeschichtung. Aufgrund der feinen Körnung von 0,7 mm lassen sich auch glatte Oberflächen herstellen, die die offenporöse innere Struktur nicht erkennen lassen. Auf die Gipskartonplatten der Kuppel und die Betonwände im Foyer der Klinik in Heidelberg wurden zunächst die CapaCoustic Fine-Putzträgerplatten mit dem CapaCoustic Pastöskleber verklebt. Die leichten und hochporösen Mineralwolleplatten der Brandklasse B1 in 40 und 60 mm Dicke sind mit einer hydrophoben Vorbeschichtung vergütet. Nach dem Verspachteln der Fugen mit CapaCoustic Fine-Fugenspachtel erfolgte der zweilagige Auftrag von CapaCoustic Fine-Putz 07 im Spritzverfahren, wobei das Material nachträglich geglättet wurde. Insgesamt waren 70 m² in der Kuppel sowie 260 m² Fläche im Rundbau zu beschichten.

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Heidelberg, Baden-Württemberg, Deutschland (2010)

Bauwerkskategorien

  • Über diese
    Datenseite
  • Product-ID
    3261
  • Erstellt am
    30.04.2012
  • Geändert am
    06.12.2016