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Fertigteilstufen für die Mercedes-Benz Arena Stuttgart

Im Mai 2008 stimmte der Stuttgarter Gemeinderat dem Umbau des Gottlieb-Daimler-Stadions vom Leichtathletik-Stadion in ein reines Fußballstadion zu. Am 30.7.2008 wurde das Stadion in Mercedes-Benz Arena umbenannt.

Neckarstadion, Gottlieb-Daimler-Stadion, Mercedes-Benz Arena – das Stadion im ca. 55 ha großen NeckarPark Stuttgart hat in seiner Geschichte schon viele emotionale, dramatische, spannende und weltmeisterliche Höhepunkte erlebt. Erinnert seien an die Leichtathletik-Europameisterschaft 1986 und die stimmungsvollen Weltmeisterschaften 1993, an Konzerte mit Weltstars wie den Rolling Stones, Genesis, Herbert Grönemeyer und Jon Bon Jovi. In den kommenden zwei Jahren wird sich die Mercedes-Benz Arena in einen Fußball-Tempel verwandeln. Die Stadt Stuttgart entwickelte gemeinsam mit dem VFB Stuttgart und der Neckarpark GmH & Co. KG das Modell für die einzelnen Umbauphasen des Stadions.

  • im Mai 2009 Tieferlegung des Spielfeldes um ca. 1,3 m
  • gleichzeitig Verlängerung der Tribünenanlagen der Haupt- und Gegengeraden um jeweils 5 Sitzreihen Richtung Spielfeld
  • unmittelbar anschließend Abbau der Untertürkheimer Kurve (lediglich das Dach bleibt bestehen)
  • Anfang 2010 bis Juli 2010 Neubau der Untertürkheimer Kurve (durch den Entfall der Laufbahnen und der halbkreisförmigen Fläche hinter dem Tor grenzen die neuen unteren Tribünenstufen beinahe am Spielfeldrand an); gleichzeitig Errichtung einer Sporthalle unter der neuen Tribünenanlage
  • im Mai 2010 Abbruch der Cannstatter Kurve
  • ab Dezember 2010 bis ca. Juni 2011 Neubau der Cannstatter Kurve.

Durch diese Maßnahmen wird das Fassungsvermögen des Stadions von 56000 auf 60000 Zuschauerplätze erhöht.

Sowohl bei der Verlängerung der Stufenanlagen der Haupt- und Gegengeraden als auch beim Neubau der Untertürkheimer und Cannstatter Kurve erhielt die Fa. SBL den Auftrag zur Herstellung, Lieferung und teilweisen Montage der Stahlbetonfertigteilstufen und Brüstungselemente.

An die Oberfläche der Betonfertigteile wurden besondere Ansprüche gestellt. Alle später sichtbaren Flächen mussten schalglatt hergestellt werden. Aus diesem Grund wurden die Stufenelemente über Kopf betoniert und später auf dem Lagerplatz um 180° gedreht. Die bis zu 2,10 m hohen Brüstungselemente wurden stehend geschalt, um eine beidseitig glatte Sichtbetonoberfläche zu erhalten.

Die z-förmigen Stufen der Gegen- und Haupttribüne montierte SBL mit Vakuumhebern. Dadurch entfiel der Einbau von vertieft liegenden Transportankern in der Oberfläche der Elemente, was zu einem hervorragend homogenen Gesamtbild führte.

Bei der Produktion der Fertigteile war die Betonrezeptur von entscheidender Bedeutung. Hierbei galt es, eine gute Verarbeitbarkeit mit einem geringen Anteil an Poren erzielen.

Da nahezu kein Teil dem anderem glich, war der Schalungsbau besonders gefordert. Jeden Tag mussten die Formen umgebaut werden.

Die exzellente Qualität der Stufen bei den Geraden war sicherlich eine Empfehlung für die Beauftragung bei der Untertürkheimer Kurve und diese wiederum für die Beauftragung der Cannstatter Kurve. Für die Tribüne der Untertürkheimer und Cannstatter Kurve wurden und werden noch ca. 1700 Betonfertigteile von Lahr nach Stuttgart transportiert. Es handelte sich hierbei um eine Lieferung von 10000 to Betonfertigteilen. Die Untertürkheimer und Cannstatter Kurve besteht aus Unterrang, Oberrang und dem auskragenden 2. Rang. Vor dem Unterrang befinden sich behindertengerechte Sitzplätze und ein Ordnergraben. Das Erstellen der Tribüne wurde und wird direkt hinter dem Tor mit einem Abstand von ca. 8 m zur Torauslinie bei laufendem Spielbetrieb errichtet.

Referenzen

Bad Cannstatt, Stuttgart, Baden-Württemberg, Deutschland (1933)

Bauwerkskategorien

  • Über diese
    Datenseite
  • Product-ID
    3217
  • Erstellt am
    30.04.2012
  • Geändert am
    17.06.2016