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Filigrane Strukturen im Nationalpark Eifel

Bereits seit 1981 besteht das Ingenieurbüro Cornelissen in Nideggen. Seit dieser Zeit spezialisierte es sich verstärkt auf Brückenbauwerke und die große Zahl der realisierten Brückenbauwerke in ganz Deutschland unterstreicht den Erfolg des Büros. Entsprechend der Unternehmensphilosophie variieren diese Bauwerke in Anmutung und Materialien und sie fügen sich immer harmonisch in die Umgebung ein.

Für das Büro Cornelissen stehen konstruktiv interessante und ästhetisch anspruchsvolle Bauten nicht im Widerspruch zu kostengünstiger Realisierung. Es bedarf jedoch eines erhöhten Planungsaufwandes um dieses Ziel zu erreichen. Dabei wächst die Kostengünstigkeit eines Objektes mit dem Grad der Durchdachtheit der Konstruktion. Es ist Sache des Planers, bei gleichen Planungskosten für den Bauherrn ein höherwertiges Objekt zu erstellen.

Der Erfolg des Büros beruht auf langjähriger Erfahrung und einem Team von hochqualifizierten Mitarbeitern aus Ingenieuren und Technikern. Die Referenzen sprechen für sich. Sie sind Ausdruck der erfolgreichen Philosophie des Büros. Dies zeigt auch die Nominierung beim Deutschen Brückenbaupreis 2012 für die Victor-Neels-Brücke über den Urftsee im Nationalpark Eifel. Mit der Errichtung des Nationalparks sollte eine feste Verbindung von der an der Ostseite des Urftsees gelegenen ehemaligen Kreisstraße 7 zum Plateau unterhalb der Burg Vogelsang errichtet werden. Die Breite des Urfttals misst hier ca. 120 m. Der Höhenunterschied zwischen den beiden Uferwegen beträgt 3,17 m.

An nur einem Pylon aufgehängte Seilstruktur

Lediglich an einem Pylon ist die Seilstruktur der neuen Urftseebrücke aufgehängt. Die Gradiente des Weges über den Urftsee beschreibt einen Bogen, dessen Scheitelpunkt aufgrund des Höhenunterschiedes der beiden Ufer nahe dem Westufer liegt. Die Neigungen der Gradiente wurden so gewählt, dass am steileren
Anstieg an der K 7 eine Steigung von maximal 6 % nicht überschritten wird um mobilitätsbehinderten und älteren Menschen die Brückennutzung zu ermöglichen. Der 21 m hohe Pylon lehnt sich gegen die Weggradiente zum nahen Berghang hin. Er wurde als Rundrohr mit sich verjüngenden Enden hergestellt und um 17° gegen den Berghang geneigt montiert. Die Auflagerung auf dem Widerlager erfolgt durch ein Kugelgelenk. Die Standsicherheit wird durch zwei Abspannungen zum Berghang hin, die im Grundriss gespreizt sind, hergestellt. Die Krümmung der Gradiente und der Spannseile sind unabhängig voneinander, so dass die Querträger zum Höhenausgleich im auflagernahen Bereich konvex und zur Brückenmitte hin konkav geformt sind. Die Querträger werden durch Längsträger verbunden, die an den Querträgern zum Verformungsausgleich gelenkig und horizontal verschieblich gelagert sind.

Pylon, Träger, Umlenkstützen und Ankerelemente aus Stahl

Neben der Seilkonstruktion aus hochfestem Stahl wurden der Pylon, die Querträger, die Längsträger, die Umlenkstützen am westlichen Widerlager und die Geländer aus Stahl gefertigt. Ebenso wurden die Ankerelemente der Abspannseile und des Tragseils am westlichen Widerlager aus Stahl gefertigt. Der 2,50 m breite Geh- und Radweg hat einen offenen Bohlenbelag aus Aluminium. Die Bohlen wurden von der Brückenachse aus in zwei Einzelteilen diagonal verlegt, um eine Querentwässerung durch Längsgefälle in der Bohle zu erreichen. Zur Umfahrung des Pylons und zur Herstellung einer besseren Fahrdynamik an der Einmündung zur K 7 wurde der Fahrweg auf der Brücke im Pylonbereich auf zwei mal 2,50 m aufgeweitet. Die beidseitig der Brückenränder verlaufenden Geländer wurden aus Pfosten und Handläufen hergestellt. Seilnetze bilden die Fül-lungen, die zwischen zwei längsgespannten Stahlseilen gespannt sind. Die Geländer haben einen Handlauf aus Edelstahl in 1,20 m Höhe. Die Entscheidung für diese Geländerkonstruktion erlaubt ungehinderte Bewegungen des Überbaus unter Verkehrslast und Temperaturänderungen.

Größtmöglicher Wert auf landschaftliche Einpassung

Die Wahl einer Hängebrücke, die in der Tragkonstruktion wesentlich nur aus vier Seilen besteht ist die filigranste Möglichkeit der Urftseequerung. Mit dem einseitigen Pylon auf der Ostseite ordnet sich die Brücke durch die zurückhaltende Seilstruktur mit hoher Ästhetik ganz dem Landschaftsbild unter. Zudem wurde bei der Bauwerksgestaltung der größtmögliche Wert auf die Einpassung des Bauwerkes in die landschaftliche Umgebung gelegt. Eingriffe in den Naturhaushalt sind im Verhältnis zur Bauwerksgröße sehr gering. An beiden Ufern wurden lediglich Schneisen in einer Breite von ca. 12 m in den Uferbewuchs gerodet. Die Bauzeit von nur 3 Monaten bedeutete ebenfalls keinen großen Eingriff in die Umwelt.

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Referenzen

Gemünd, Eifelkreis Bitburg-Prüm, Rheinland-Pfalz, Deutschland (2009)

  • Über diese
    Datenseite
  • Product-ID
    4487
  • Erstellt am
    30.04.2012
  • Geändert am
    14.01.2015