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Glaskuppel: Dresdner Hauptbahnhof taghell wie zu Gründerzeiten

Als eine der letzten großen Stationen der Deutschen Bahn wird der Dresdner Hauptbahnhof seit dem Jahr 2001 nach Plänen von Lord Norman Foster aufwändig saniert. Das Dach bekam dabei eine Hülle aus lichtdurchlässigem Teflon-Material. Statt Schiefer und Holz bestimmt nun wieder wie einst Glas das Gesicht der historischen Glaskuppel über der Eingangshalle. Die Hohlprofile zur Aufnahme der Glaselemente wurden durch mehr als 1000 Lindapter Hollo-Bolts mit den vorhandenen Stahlträgern verbunden.

Auf Helligkeit und Großzügigkeit legten die Architekten des Dresdner Hauptbahnhofs von Anfang an großen Wert: Bereits bei der Bahnhofseröffnung 1898 ließ die offene Glaskuppel viel Tageslicht in die Halle scheinen und machte diese zu einem beliebten Treffpunkt für die Elbflorenzer. Sie trafen sich gerne "unterm Strick": Ein solcher hing bis zur Sanierung genau in der Mitte der Halle von der Kuppel herunter. Beim Neuaufbau der Glaskuppel-Konstruktion ging es darum, eine gleichsam stabile wie ästhetische Lösung zu finden. Zudem sollte so viel wie möglich des vorhandenen denkmalgeschützten Stahltragwerks in der markanten Belle-Époque-Kronen-Form erhalten bleiben und genutzt werden. Die Statiker kamen zu dem Ergebnis, dass der Hauptteil der vorhandenen Konstruktion in so gutem Zustand war, dass erweiterverwendet werden konnte. Im ersten Schritt wurden T-Profile an die vorhandenen Träger geschraubt. Diese wiederum dienten zur Aufnahme von Hohlprofilen, an denen später die Glasscheiben angebracht werden sollten.

Lindapter Hollo-Bolts schaffen Verbindungen

Diese Hohlprofile mussten auf der einen Seite eine ebene Auflagefläche für die Glasscheiben bieten. Deshalb galt es, eine Verbindungsmethode zu finden, die dieser Anforderung optimal gerecht wird. Nach eingehender Prüfung und Diskussion dieser speziellen Anwendung entschied sich der Kunde für Hollo-Bolts von Lindapter. Die patentierten und vom Deutschen Institut für Bautechnik (DIBt) zugelassenen Hollo-Bolts wirken wie ein Hohlprofildübel und setzen sich zusammen aus jeweils einer Schraube, einer konischen Mutter und einerHülse (Spreizelement) mit Bund. Die Lindapter-Ingenieure nahmen zunächst umfassende Berechnungen vor. Dabei wurden alle möglichen Einflussfaktoren berücksichtigt, wie Belastungen auf Zug, Schub oder Abscheren, aber auch besondere Gegebenheiten wie Wind- und Schneelasten. Wie bei allen Lindapter-Projekten üblich, erhielt der Auftraggeber nach Abschluss der Kalkulation eine 3-D-Zeichnung der Baumaßnahme.

Immer wieder stellt sich die Herausforderung, angebohrte Hohlprofile wieder abzudichten. Zusätzliche, speziell für diesen Zweck konzipierte Dichtringe sorgen in diesem Fall dafür, dass auch bei Wind und Wetter kein Regen in die Hohlprofile eindringen kann. Die Montage der Hollo-Bolts erfolgte schnell und kostengünstig, denn als einziges Werkzeug war ein Drehmomentenschlüssel erforderlich. Sowohl auf aufwändige Schweißarbeiten als auch auf zusätzliche Montagehilfsmittel konnte das beauftragte Unternehmen, die Fa. Ernst Walther GmbH & Co. KG Stahlbau und Bauschlosserei, Wilsdruff, verzichten. 1934 gegründet, ist Lindapter Pionier auf dem Gebiet derVerbindungs- und Klemmsysteme für Stahlträger. Die "Urform" des Hollo-Bolt, den Lindibolt, gibt es bereits seit den 1950er Jahren. Aber auch die anderen Klemmsysteme von Lindapter haben sich bei Neubauprojekten und der Sanierung historischer Bauwerke vielfach bewährt. Eines von zahlreichen Referenzobjekten ist das Dach des viktorianischen Bahnhofs St. Pancras in London, bei dem ebenfalls die Glasunterkonstruktion mit Lindapter-Produkten montiert wurde – wie auch das Dach der Piccadilly Station in Manchester.

Nach über sieben Jahren können sich die Dresdner jetzt freuen, dass die Bauarbeiten fast abgeschlossen sind – und noch immer treffen sie sich gern "unterm Strick", obwohl der längst derVergangenheit angehört.

Referenzen

Dresden, Sachsen, Deutschland (1897)

Bauwerkskategorien

  • Über diese
    Datenseite
  • Product-ID
    6170
  • Erstellt am
    14.03.2013
  • Geändert am
    11.12.2014