• DE
  • EN
  • FR
  • Internationale Datenbank und Galerie für Ingenieurbauwerke

Anzeige

Teilen

Folgen

Spenden

Glassell School of Art: pure Materialität mit großformatigen Betonfertigteilen

Die von Steven Holl Architects entworfene Glassell School of Art in Houston wurde am 20. Mai 2018 feierlich eröffnet. Das in der Ansicht keilförmige Gebäude – das auf einer Tiefgarage ruht – hat ein öffentlich zugängliches begrüntes Dach, welches von einem zentralen Skulpturengarten sanft ansteigt. Es lädt die Besucher des Museums ein, das Gebäude zu erklimmen und die Aussicht über Campus und Houston zu genießen.

Die Glassell School of Art befindet sich in direkter Nachbarschaft zum Museum von Ludwig Mies van der Rohe und dem im Bau befindlichen, ebenfalls von Steven Holl entworfenen Kinder Building. Knippers Helbig war für Planung und Bauüberwachung der Fassade sowie der konstruktiven Glasbauteile verantwortlich.

Entwurf geprägt von purer Materialität

Der Entwurf von Steven Holl ist geprägt von purer Materialität mit großformatigen Betonfertigteilen, die zwischen horizontalen und geneigten Ortbetonträgern angeordnet sind. Gemeinsam mit den großformatigen transluzenten Gläsern bilden sie einen Rhythmus aus schweren opaken und leichten transluzenten Elementen.

Die transluzenten Öffnungen zwischen den Betonelementen haben Abmessungen von bis zu 5 m x 8 m; sie werden von großformatigen vorgefertigten Fassadenelementen gefüllt. Die Betonmixtur und die richtige Oberflächenbehandlung der Betonfertigteile wurden in einem aufwändigen Bemusterungsprozess gefunden.

Zwei weitere wesentliche architektonische Aspekte waren die Versorgung aller Innenräume mit natürlichem, schattenlosem, diffusem Tageslicht sowie die Möglichkeit, alle Studios natürlich belüften zu können.

In den frühen Projektphasen wurden unterschiedliche technische Lösungen für die großen transluzenten Fenster untersucht. Aufgrund der Größe von bis zu 8 m x 6 m konnten die Elemente nicht in großen Einheiten in der Werkstatt vorgefertigt und auf die Baustelle transportiert werden.

Schließlich wurde eine technische Lösung gefunden, die sehr nah am ursprünglichen Konzept liegt. Dabei wurden objektspezifische Adapterrahmen aus stranggepresstem Aluminium gefertigt, die mit einer tragenden Silikonverklebung an den Kanten der Isoliergläser verklebt wurden. Die großen Öffnungen, die nicht mit nur einer Glasscheibe realisiert werden können, wurden entsprechend aus zwei oder drei vorgefertigten Elementen gefügt. Dabei wurden an der Schnittstelle zweier Elemente zwei halbe Profile nicht sichtbar miteinander verschraubt.

Damit diese Zwischenprofile so schlank wie möglich in ihren Abmessungen sein können, wurden sie vertikal auf die darunterliegenden Gläser gelegt. Das Eigengewicht der oberen Glasscheiben wurde zu Gunsten der Profilhöhe der Riegel direkt in die unteren Gläser (und nicht über den Riegel in die Pfosten) eingeleitet. In den Mittelriegeln aus zwei halben Aluminiumprofilen ist zudem ein durchgehender Stahleinschiebling angeordnet, welcher biegesteif an die angrenzenden Wandscheiben bzw. an entsprechende Einbauteile angeschlossen wurde.

Eine weitere Herausforderung bestand darin, einen Fugenabstand von maximal 12 mm zwischen Glas und Beton zu erreichen. Dies war nur mit erheblichem Aufwand möglich. Zunächst wurden Schablonen der Öffnungen mit der theoretischen Sollgeometrie gefertigt, die auf der Baustelle an die tatsächlich gebaute Geometrie angepasst wurde. Erst dann wurden die Fassadenelemente gefertigt und schließlich installiert.

Anzeige

Referenzen

Houston, Harris County, Texas, USA (2018)

  • Über diese
    Datenseite
  • Product-ID
    7594
  • Erstellt am
    03.07.2018
  • Geändert am
    03.07.2018