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Großrohre aus Stahlbeton

Im Zuge der Kanalsanierung in der Landsberger Straße in München ist zwischen April 2011 und April 2012 der Bau eines Abwasserkanals erforderlich. Städtisches Ziel ist die Entlastung des Kanalknotenpunktes unterhalb der Kreuzung Offenbachstraße und Landsberger Straße. Beauftragt für die Ausführung des Vortriebs und die Herstellung der Vortriebsrohre aus Stahlbeton wurde die Firma WüWA Bau aus Schwabach, ein Tochterunternehmen der Firmengruppe Max Bögl.

Die Maßnahme im Stadtteil Pasing umfasst den Bau eines zusätzlichen Rohrvortriebskanals mit 584 m Gesamtlänge und einem Innendurchmesser von DN 2200 (Außendurchmesser: 2.700 mm). Für die Erstellung dieses Kanals werden 169 Stück Normalgroßrohre mit Einzellängen von 3.525 mm benötigt – einschließlich Stahlführungsring, fünf Zwischenpressstationen sowie Anfangs- und Endrohr (Rohrlänge nach Aufmaß). Hergestellt wurden diese Präzisionsfertigteile innerhalb von nur acht Wochen im Fertigteilwerk der Firmengruppe in Sengenthal. Der Stahlführungsring wurde vom eigenen Stahl- und Anlagenbau ebenfalls im Werk Sengenthal gefertigt.

Hohe Anforderungen an Betonoberfläche

Dazu wurden zwei Stahlschalungen, bestehend aus einem Innenkern und einer zweigeteilten Außenschale, auf einen feststehenden Unterring mit Aufnahme des Stahlführungsringes installiert. Entsprechend den Vorgaben aus der Planung erfolgte die präzise Fertigung der Stahlschalungen hinsichtlich Form und Geometrie unter Berücksichtigung der geforderten Toleranzvorgaben. Die umlaufende Nut für die Aufnahme der Lippengleitdichtung (am fertigen Teil) und die Verjüngung am Spitzende wurden bereits an der Außenschale mit angebaut. Der Innenkern konnte über eine Schrumpffuge hydraulisch verkleinert werden, um diesen nach Erhärten des Betons aus dem fertigen Rohr zu heben. Die hohen Anforderungen an die Betonoberflächen wurden durch Stahlschalungen erzielt.

Mit firmeneigener Mattenschweißanlage maßgenau geschweißt

Die Herstellung der vorgegebenen Bewehrung erfolgt nach statischen Vorgaben mit geschweißten Matten – maßgenau geschweißt mit der firmeneigenen Mattenschweißanlage und gerundet auf einer Maschine mit entsprechendem Durchmesser. Auf einem speziell gefertigten Lehrgerüst wurden diese gerundeten Listenmatten anschließend präzise verschweißt und mit vorgegebenen Einfassbügeln ausgestattet. Als komplette Einheit wurde der vorgefertigte Bewehrungskorb in die Schalung gehoben und am feststehenden Unterring abgesetzt. Die beiden Außenschalen wurden an den feststehenden Unterring gefahren und miteinander verspannt. Im nächsten Schritt wurde der Innenkern eingebracht und hydraulisch auf Anschlag gefahren. Danach erfolgte die Betonage. An den Außenschalen und dem Innenkern waren jeweils Außenrüttler angebracht, um die optimale Verdichtung des Betons zu gewährleisten. Nach Erhärtung des Betons konnte in umgekehrter Reihenfolge entschalt und das fertige Großrohr abgehoben werden.

Überwachung von Schalungen und Großrohren mit Tachymeter

Modernste Messsysteme (Tachymeter) gewährleisteten im Zuge des Fertigungsprozesses die Überwachung der Schalungen und der Großrohre. Darüber hinaus sorgten produktionsbegleitende Kontrollen der Bewehrung und des Betons dafür, dass alle geforderten Qualitätsvorgaben aus den anzuwendenden DIN-Normen erfüllt werden konnten. Der Nachweis der Fugendichtigkeit nach DIN erfolgte nach Vorgabe mit einem eigens dafür hergestellten Druckprüfgerät an jeweils zwei zusammengeschobenen Großrohren, die miteinander verspannt wurden (Vorgabe aus der DIN). Im Zuge des maschinellen Rohrvortriebes wurde von der WÜWA Bau eine Startgrube erstellt. Vom Startschacht aus erfolgt in rund 7,0 m Tiefe der Rohrvortrieb auf einer Gesamtlänge von 584 m bis zur Zielbaugrube. Vier Zwischenschächte werden im Nachgang aufgesetzt. Zum Einsatz im sandigen bzw. kiesigen Boden kommt eine Tunnelvortriebsmaschine TSM 2200 mit offenem Schild und Baggerarm, präzise gesteuert über eine Kreiselvermessungsanlage SDV 13. Um die Vortriebskräfte möglichst niedrig zu halten und Setzungen zu minimieren, wird der Rohrvortrieb mithilfe einer Automatischen Bentonitschmieranlage von WÜWA Bau aufgefahren.

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    4359
  • Erstellt am
    30.04.2012
  • Geändert am
    22.07.2014