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Hallen auf Schienen

Bis zu 4.000 t gelagerter Schrott mit Ölanhaftungen, die der Regen auswaschen könnte, dazu erheblicher Lärm beim Ein- und Ausladen von rund 10.000 t Metallschrott im Monat. Um Umwelt, Anwohner und die Patienten eines nahe gelegenen Krankenhauses zu schützen, musste der Metallrecycler RuP - Rohstoffhandelsgesellschaft mbH beim Bezug seines neuen Geländes im Düsseldorfer Hafengebiet hohe behördliche Auflagen erfüllen.

Es wurde eine Halle verlangt, die einen Teil des Schrottplatzes überdeckt. Eine konventionelle Halle hätte allerdings ein Verladen mittels Hafenkran unmöglich gemacht. In Zusammenarbeit mit dem Stahlbauer IBB Bönnigheim wurden deshalb verfahrbare Überdachungen entwickelt, die sich zur Nutzung des Hafenkrans öffnen lassen.

Recycling spart Energie und CO2

Zwei Hallen wurden auf ein eigens konstruiertes Schienensystem gesetzt. Die Recyclinganlage ist damit überdacht und schallgekapselt, aber dennoch flexibel zugänglich. Bei RuP werden Schrotte und Altmetalle aller Art umgesetzt, von Kupfer und Messing bis zu Eisen und Stahl. Auf dem 16.000 m² großen Gelände werden die Materialien getrennt, zerkleinert und so für die Wiederverwertung aufbereitet. Der Nutzen der Recyclingstoffe ist enorm, für eine Tonne Neustahl werden nur 1,1 t Schrott benötigt, und das Umschmelzen erzeugt deutlich weniger CO2 als die Stahlgewinnung aus Eisenerz. Entsprechend hoch ist die Nachfrage: Zwischen 4.500 und 6.000 t Altmetall werden bei RuP monatlich angeliefert, etwa dieselbe Menge verlässt das Lager wieder zur Weiterverarbeitung. Mehr als 90 % der ausgehenden Frachten werden umweltfreundlich per Bahn und per Schiff transportiert. Die Lage im Düsseldorfer Hafen und ein Anschlussgleis der Neuss-Düsseldorfer-Eisenbahn machen dies möglich.

Schienenkonstruktion ermöglicht flexiblen Verladezugang

Um die baulichen Anforderungen an Lärm- und Umweltschutz sowie die Verladung zu erfüllen, entwickelten die Konstrukteure von IBB Bönnigheim einen Prototypen bestehend aus einer dreiteiligen Hallenkombination mit einer feststehenden und zwei beweglichen Segmenten. Der stationäre Kopfbau ist 30 m lang, daran schließen sich eine 50 und eine 70 m lange fahrbare Halle an, sowie eine 112 m lange Rangierfläche zum Verfahren der Hallenteile in verschiede Abschnitte. Die mobilen Bereiche fahren auf Stahlschienen, die auf der einen Längsseite auf einer durchlaufenden, 15 m hohen Betonmauer und auf der anderen Seite ebenerdig etwa auf Kai-Höhe liegen. Alle drei Teile sind rund 33 m breit und 21 m hoch. Insgesamt 480 t Stahl und Stahlblech wurden verbaut und durch Feuerverzinken vor Korrosion geschützt. Die Feuerverzinkung bietet eine langlebige und nachhaltige Oberflächenveredelung, die zudem wartungsarm und mechanisch hoch belastbar ist und so den rauen Betriebsbedingungen einer Metallschrottverwertung gerecht wird.

Die feuerverzinkte Halle wurde so konstruiert, dass sie selbst bei Windlasten bis zu Windstärke 7 verfahren werden kann und auch ein Abheben der Halle von den Schienen bei Sturm unmöglich ist. Zur Absicherung von Personen und Material zwischen den fahrenden Gebäudeabschnitten wurde mit den zuständigen Behörden ein eigenes Konzept zur Unfallverhütung entwickelt. Die verfahrbaren Schrottplatz-Überdachungen stellen eine sehr spezifische Hallenlösung dar, die die Potenziale des Stahlbaus zeigt und dank der Feuerverzinkung für Jahrzehnte vor Korrosion geschützt ist.

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  • Über diese
    Datenseite
  • Product-ID
    6256
  • Erstellt am
    13.05.2013
  • Geändert am
    08.12.2014