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Hochwasserschutz Weltenburg

Weltenburg ist ein Ortsteil von Kelheim. Es liegt unmittelbar vor dem Weltenburger Donaudurchbruch in Höhe Fl.- km 2420,6 an der rechten Donauseite. Der überregional bekannte Ausflugsort mit dem gleichnamigen Kloster liegt teilweise im Naturschutzgebiet 'Weltenburger Enge'.

Der Ortsteil Weltenburg, der beim Pfingsthochwasser 1999 großflächig überschwemmt war, ist im Bereich der Asamstraße häufiger bei Hochwasser betroffen. 2002 und 2005 konnte die Feuerwehr, durch mit großem Aufwand errichtete Sandsackbarrieren, ähnliche Schäden wie 1999 verhindern. U. a. aufgrund dieser Ereignisse wurde Weltenburg Teil eines breit angelegten Hochwasserschutz- Programms mit dem sukzessiv die komplette Ortschaft dauerhaft Schutz vor einem hundertjährigen Hochwasser erlangen soll.

Im Frühjahr 2013 hat das Wasserwirtschaftsamt Landshut den Bauabschnitt 3 an die Firma Hubert Schmid aus Marktoberdorf vergeben. Hauptbestandteil des Auftrages war eine Hochwasser-Schutzwand mit Hoesch Spundwandprofilen Larssen 703. Insgesamt wurden ca. 350 t Stahl für die Baumaßnahme benötigt. Die Spundwand wurde mit einer werkseitig eingebrachten Kunststoffdichtung ausgestattet.

Das Profil Larssen 703 eignet sich aufgrund der Systembreite und dem sehr guten Verhältnis zwischen statischer Belastbarkeit und Eigengewicht ideal als Hochwasser-Schutzwand. In diesem – nach den Maßnahmen entlang der Asamstraße und dem Einbau der Druckleitung für die Binnenentwässerung – dritten Bauabschnitt wurde die Hochwasserschutzwand entlang der Pater-Josef-Straße von der Einmündung in die Asamstraße bis zum Ortsende Richtung Straubing errichtet. Hier erfolgt eine Straßenquerung mit Anschluss an die Hangkante in Erdbauweise. Die Straßenquerung kann im Bedarfsfall mit Aluminiumdammbalken verschlossen werden. Die Hochwasserschutzmauer entlang der Pater-Josef-Straße wurde über ca. 400 m Länge als Spundwand ausgeführt, die bis in den anstehenden Fels einbindet und oberirdisch ca. 1,5 m hoch ist. Die Spundwand erhielt eine Holzverkleidung.

Außerdem wird ein sogenannter Mahlbusen als Zwischenspeicher für binnenseitig ankommendes Niederschlagswasser angelegt. Dabei wird auf der Grünfläche gegenüber dem Kreuzungsbereich zur Asamstraße ein Becken ausgehoben, das in der Regel trocken ist.

Die ausführende Baufirma Hubert Schmid brachte die 12,0 m langen Spundbohlen im Vibrationsverfahren mittels ABI Teleskopmäkler TM 13/16 ein. Um unnötige Zwischenlagerungen und Baustellentransporte zu vermeiden wurden die Spundwände abgestimmt auf die tägliche Einbauleistung "just in time" angeliefert . Aufgrund dieser gut funktionierenden Logistik und Einbringleistungen der Baufirma von täglich i. M. 500 m² waren die Spundwandarbeiten für die komplette Wand nach zwei Wochen abgeschlossen. Eine ähnliche Wand aus Beton hätte eine 8 bis 10- fache Bauzeit benötigt.

Und wie es sich fügte, war die Wand in diesem Abschnitt rechtzeitig zum diesjährigen Juni-Hochwasser schon voll funktionsfähig und war ein wichtiger Baustein im erfolgreichen Hochwasserschutz-Gesamtkonzept von Weltenburg.

Die bewohnten Bereiche von Weltenburg blieben vom Hochwasser weitestgehend verschont. Aufgrund dadurch abgewendeter Schäden in Millionenhöhe haben sich diese Bauinvestitionen rasch amortisiert.

Quelle: Wasserwirtschaftsamt Landshut

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  • Über diese
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  • Product-ID
    6368
  • Erstellt am
    27.06.2013
  • Geändert am
    24.09.2014
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