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Holztragwerk für ein Theater

Der Sieger des Tekla-Modellwettbewerbs 2010 in Deutschland ist die pbb Planung und Projektsteuerung GmbH in Ingolstadt – für die Konstruktion des aufwendigen Holztragwerks des Theatre & Entertainment Centre in Aylesbury, England. Das ausgezeichnete Projekt belegt, dass die Building Information Modeling (BIM) Software Tekla Structures nicht nur bei der Planung von Stahlkonstruktionen, sondern auch bei Holzbauanwendungen einzigartige Vorteile bietet.

Den zweiten Platz errang das Duisburger Ingenieurbüro Reinard für die Konstruktion einer barrierefreien Rampe, der dritte Rang ging an die Vollack Bautechnik GmbH für die Planung eines Solarsegels.
Verantwortlich für den Entwurf des Aylesbury Theatre & Entertainment Centers ist das Londoner Architektenbüro ARTS TEAM, die konstruktive Planung übernahm das Büro pbb in Ingolstadt unter Leitung von Architekt Dipl.-Ing. Franz Madl. pbb ist überwiegend im Industrie- und Gewerbebau tätig und arbeitet bereits seit 2003 mit Tekla-Structures. Zunächst wurde die Tekla-Planungssoftware bei pbb ausschließlich für Stahlbauprojekte eingesetzt. Inzwischen jedoch hat sie sich auch bei der Planung von Holzkonstruktionen bewährt und kommt dort immer häufiger zum Einsatz. Das Theater-Projekt hat pbb im Auftrag der Finnforest Merk GmbH in Aichach bearbeitet.

Schwungvolles Holztragwerk

Die Ausführungsstatik und Werkstattplanung des Projekts überzeugt insbesondere durch das komplexe und schwungvoll gestaltete Holztragwerk sowie die speziell für das Bauwerk konzipierten Verbindungselemente. Der Betonkubus im Innern beherbergt Theaterbühne und -saal, Gastronomie und Sanitäreinrichtungen. Alle Außenstützen und Fassadenriegel (rot), fast das gesamte Gebäudedach sowie die aus vier überlagerten Deckenrosten (grün) bestehende Deckenkonstruktion im Foyerbereich wurden als Holztragwerke geplant und ausgeführt. Fassadenstützen aus lasiertem Brettschichtholz tragen das Dach, die im Bild 1 rot gekennzeichneten Innenstützen nehmen die Vertikallasten der Deckenkonstruktion (grün) auf. Der geschwungene Gebäudegrundriss wurde aus sechs miteinander verbundenen Radien konstruiert. Das Tragwerk umfasst drei Seiten des Gebäudes, zwischen den Innen- und Außenstützen verläuft eine Glasfassade. Besonders anspruchsvoll ist die Gestaltung der Außenstützen: Aufgrund der unterschiedlichen Fußpunktniveaus verfügt jede Stütze über eine andere elliptische Außenkontur.

Unsichtbare Verbindungselemente

Eine wichtige Vorgabe der Architekten lautete, dass die Verbindungselemente im Holztragwerk nicht zu sehen sein sollten. Das Büro pbb entwickelte daher in Tekla Structures spezielle Verbindungsmakros für die Konstruktion der Anschlüsse. Dies erfolgte mittels des Tekla Structures Editors, der es dem Anwender erlaubt, ohne Programmierkenntnisse eigene, intelligente Komponenten – wie etwa Verbindungsmakros – zu erstellen. Der zeitliche Aufwand ist gering, die Gestaltung der Komponenten lässt sich über eine einfache Eingabemaske mit Tabellen und Graphiken realisieren. Alle nutzerdefinierten Komponenten können in einer Datenbank abgelegt und bei Bedarf wieder verwendet werden. Darüber hinaus arbeitet pbb auch daran, eine Schnittstelle zu den Produktionsanlagen der Finnforest Merk GmbH zu erstellen. So könnten in Tekla Structures erzeugte Datensätze auch sofort für die vollautomatische Produktion von Bauteilen genutzt werden.

BIM-Modell aus 13800 Teilen

Die Planung der Konstruktion für das Aylesbury Theatre & Entertainment Centre nahm 10 Monate in Anspruch und war im Juli 2009 abgeschlossen. Das BIM-Modell des Bauwerks besteht aus 13800 Teilen, zeitweilig arbeiteten bis zu drei Konstrukteure gleichzeitig daran. Im Verlauf der Konstruktion wurden ca. 2800 Pläne erstellt. Inzwischen ist der Bau fertiggestellt und wurde der Öffentlichkeit unter dem Namen Aylesbury Waterside Theatre zur Nutzung übergeben.

Platz Zwei und Drei für Rampe und Solarsegel

Den zweiten Platz im deutschen Tekla-Modellwettbewerb errang das Ingenieurbüro Reinard aus Duisburg mit einer anspruchsvollen Blechkonstruktion für die Stadt Düsseldorf, einem barrierefreien Zugang zu einer Brücke. Die Rampe ist mehr als 26 m lang und überwindet einen Höhenunterschied von 8,76 m. Eine besondere Herausforderung war hier die Realisierung der doppelt gekrümmten Form.
Der dritte Platz ging an die Vollack Bautechnik GmbH & Co. KG für die Planung eines 15 m hohen Solarsegels. Das Segel gehört zu einem neuen Stahlbauwerk der Fa. Vollack. Es wird elektronisch gesteuert und folgt automatisch dem Stand der Sonne, ab Windstärke 7 dreht es sich aus dem Wind. Alle drei prämierten Entwürfe nehmen am globalen Modellwettbewerb von Tekla teil. Die Sieger werden am Jahresende 2010 bekanntgegeben.

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  • Erstellt am
    30.04.2012
  • Geändert am
    01.03.2016