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Instandsetzung des City-Parkhauses Limburg

Das City-Parkhaus in Limburgs Frankfurter Straße ist das älteste Parkhaus der Stadt und wurde 1973 mit 11 Parkplateaus und 260 Stellplätzen erbaut. Es sollte aber nicht ausschließlich dem Abstellen von Fahrzeugen dienen: Das Kellergeschoss nutzte man – wie das in Zeiten des Kalten Krieges nicht unüblich war – zur Einrichtung eines komplett ausgestatteten Katastrophenbunkers mit Schutzräumen, Verpflegung und medizinischer Versorgung für ca. 500 Menschen.

Nach 39 Jahren Betrieb befand sich das City-Parkhaus in einem schlechten Zustand. Die Tragwerkskonstruktion wies massive Mängel auf, sodass sofortige Abstützmaßnahmen durchgeführt werden mussten. Nur so konnte eine weitere, sichere Nutzung gewährleistet werden. Das Institut Renoplan GmbH aus dem schwäbischen Leonberg wurde mit der Schadensanalyse und dem Instandsetzungs-Konzept beauftragt. Das Ergebnis: Aufgrund des unzureichenden Oberflächenschutzes waren die Stahlbetondecken durch Frost-/Tauwechsel stark geschädigt und die oberflächennahe Bewehrung korrodiert. Die Stützenfüße wiesen ebenfalls eine hohe Chloridbelastung auf. Da die Einläufe für die Entwässerung an den Hochpunkten saßen, war eine ausreichende Abflussfunktion nicht gesichert und Stolperkanten auf den Parkdecks und im Treppenhaus sorgten für eine erhöhte Unfallgefahr.

Nach Verabschiedung eines umfassenden Sanierungskonzepts war der Beginn der Instand-setzungsmaßnahmen für den Sommer 2010 vorgesehen, doch der damalige Besitzer ent-schloss sich vorher kurzfristig zum Verkauf des Parkhauses. Der neue Eigentümer, das Lim-burger Unternehmen Domus Parken & Wohnen GmbH, startete schließlich ein Jahr später in den Sommerferien mit dem ersten Bauabschnitt.

Verwandlung in zwei Bauphasen

Ab Juni 2011 wurde das Parkhaus zur Ausführung der Betoninstandsetzungsmaßnahmen für sechs Wochen geschlossen. Zur Untergrundvorbereitung wurden ca. 5.000 m² waagerechte Flächen mittels Hochdruckwasserstrahlen bearbeitet. Mit Decken und Wänden waren insgesamt 11.000 m² Betonfläche instand zu setzen – dazu wurden 10 t Betonstahl sowie 400 m³ neuer Beton verarbeitet. Für die aufwändige Betoninstandsetzung wurden verschiedene Systeme von Sika Deutschland verwendet: An allen waagerechten Flächen setzte man das PCC-System Sika Top ES als Betonersatz ein, die senkrechten Flächen erhielten zu diesem Zwecke das System Sika MonoTop und an den Stützenfüßen wurde ein Mörtel mit der Feuerwiderstandsklasse F 90 (feuerbeständig) eingebracht.

Der zweite Bauabschnitt begann ein Jahr später im Juni 2012: Der ehemalige Bunker wurde entwidmet und die gesamte Einrichtung entsorgt. Stattdessen entstanden auf dieser Fläche neue Parkplätze sowie einige Lagerräume. Das City-Parkhaus erhielt eine zweispurige Ein- und Ausfahrt von der Frankfurter Straße sowie zusätzlich eine Zufahrt von der Graupfortstraße. Außerdem wurden die Aufzugsanlage, das Belüftungssystem und die Beleuchtungsanlage erneuert.

Auf den Parkdecks wurden unterschiedliche Oberflächenschutzsysteme eingesetzt: Die frei bewitterte Zwischendecke des Einfahrtsbereichs, unter der sich der alte Luftschutzbunker befand, erhielt das UV-belastbare und gegen thermische Bewegungen beständige Sika CarDeck Professional TF-System, bestehend aus einer Basis-Verschleißschicht Sika Elastomastic TF sowie einer Versiegelung mit Sikafloor-359 N. Dieser Systemaufbau kombi-niert eine hohe Rissüberbrückung mit höchsten Verschleißeigenschaften. Zwischendecks und Rampen wurden mit einem wirtschaftlichen OS 8-System, bestehend aus der Grundierung Sikafloor-161 und dem 2-komponentigen Epoxidharz-Bindemittel Sikafloor-264 beschichtet. Unter dem Gussasphalt des obersten Parkdecks wurde eine Spritzfolienabdichtung Sikalastic-821 LV nach ZTV-ING mit TL/TP-BEL-B Teil 3 eingebracht.

Die Beschichtung der Technikräume setzt sich aus der niedrigviskosen Grundierung Sikafloor-156 und der chemisch beständigen, elastifizierten Beschichtung Sikafloor-390 zusammen. Die Decken, Wände und Stützen im Innenbereich erhielten einen flexibilisierten hellen Schutzanstrich für Sichtbeton mit Sikagard-675 Color W.

Während des zweiten Bauabschnitts arbeiteten bis zu 30 Fachkräfte der beiden örtlichen Unternehmen Albert Weil AG und Chemicon GmbH parallel an der Ausführung der erforderlichen Instandsetzungs- und Abdichtungsmaßnahmen. Die Arbeiten im Innenbereich des Parkhauses wurden im Oktober 2012 abgeschlossen, die Fassadenflächen im Außenbereich folgten im Frühjahr 2013. Hier setzte man das wirtschaftliche Sikagard Betonimmun-System (BIS) ein. Seine Zusammensetzung besteht aus dem wässrigen Tiefengrund und Haftvermittler auf Kunststoffdispersionsbasis Sikagard-552 Primer W, der Füllbeschichtung auf Acryl-Polymer-Dispersionsbasis Sikagard-545 Flexfill W und der risseüberbrückenden Dispersion für Sichtbeton Sikagard-550 Elastoflex W.

Nach dieser umfassenden Instandsetzung mit den vielseitigen Produkten und Systemlösungen von Sika erscheint das City-Parkhaus heute in einer hellen und attraktiven Atmosphäre. Rund um die Uhr stehen die 260 Stellplätze auf elf Parkplateaus zur Verfügung.

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Bauwerkskategorien

  • Über diese
    Datenseite
  • Product-ID
    7126
  • Erstellt am
    28.04.2014
  • Geändert am
    31.01.2016