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Kalottensegmentlager, Gleitlack und mehr - Maurer Söhne erhält europäische Zulassung für mehrere Innovationen

München. Rechteckig wie ein Rollenlager, dabei aber um alle Achsen verdrehbar, das ist das Hauptmerkmal der neuen Kalottensegmentlager, für die Maurer Söhne nun eine europäische Zulassung (ETA) bekommen hat. Diese ETA birgt weitere Innovationen: Einen Gleitlack, der gegen Korrosion schützt und gleichzeitig Last und Bewegung aushält, sowie ein Mehrflächen-Kalottenlager, das die Reibung im Lager von der Bauwerkspressung entkoppelt.

Die Neufassung der Europäischen Technischen Zulassung ETA-06/0131 MSM® Kalotten- und Zylinderlager gilt bis Mitte 2018. Und man hätte den Titel auch ändern können, denn das neuartige und patentierte Kalottensegmentlager ist ein "Mischling" aus Kalotten- und Zylinderlager.

Rollenlager plus Verdrehbarkeit

Beim Austausch alter Rollenlager ist der rechteckige Grundriss vorgegeben. Gleichzeitig sollen die neuen Lager alles können, was ein MSM® Kalottenlager leistet. Doch eine runde Kalotte ergibt nun mal einen quadratischen Grundriss, außer man schneidet rechts und links ein Stück ab … und genau das hat Maurer Söhne gemacht.

Was wie eine Schnapsidee klingt, birgt technisch ein geharnischtes Maß an Herausforderungen, zum Beispiel: Wie hält man die Kalottenkrümmung einerseits niedrig/flach genug, dass der Druck sich gleichmäßig verteilt, andererseits hoch/gerundet genug, dass das Kalottensegment nicht herausrutscht? Zudem braucht das neue Lager einen Anschlag, damit sich das Kalottensegment nicht herausdrehen kann. Auch die Herstellung des Gleitwerkstoffs MSM® und dessen Einfassung war nicht einfach, denn die rechteckige Lagergrundform verursacht im Kalottensegment eine recht komplizierte Geometrie, weil es in alle Richtungen gekrümmt ist. Die europäische Zulassung zeigt, dass Maurer diese Herausforderungen gemeistert hat. Kalottensegmentlager haben eine rechteckigen Grundriss und sind um alle Achsen verdrehbar.

Und dann noch doppelt …

Eine Besonderheit von Rollenlagern ist zudem, dass sie den horizontalen Gleitweg oben und unten zu gleichen Teile aufteilen. Auch das ist leistbar: mit dem Doppel-Kalottensegmentlager. Wie in einem Sandwich schwimmt das Segmentlager dann zwischen zwei Gleitflächen oben und unten. Seitliche Anschläge führen die Horizontalbewegungen.

Revolutionärer Gleitlack

Innovation Nummer Zwei ist ein revolutionärer Gleitlack, den Maurer zusammen mit Allnex entwickelt hat, einem führenden Hersteller von Bindemitteln und Additiven für Beschichtungen. Allnex mit seinen über 300 Mitarbeiter in der Entwicklungsabteilung hat nun eine Beschichtung entwickelt, die gegen Korrosion schützt und gleichzeitig Reibung und Druck aushält. Der entscheidende Durchbruch gelang 2011, als erstmals Kurzzeitversuche mit einer Zwei-Schicht-Lösung erfolgreich waren. In der Folge wurden die beiden Schichten optimiert. Die erste ist für den Korrosionsschutz zuständig. Die zweite ist so hart, elastisch und gut haftend, dass sie den typischen mechanischen Beanspruchungen in einem Gleitlager standhält: hohen Lasten und Reibung.

In der ETA-06/0131 ist der Gleitlack nur für Führungen und Gebäude zugelassen – doch das hatte rein zeitliche Gründe. Für weitere Zulassungen sind länger dauernde Versuche erforderlich. Diese laufen derzeit und sind vielversprechend. Der neue Gleitlack beschleunigt und verbilligt die Produktion, da die Schichten einfach im Werk aufgebracht werden können. In Zukunft birgt der Gleitlack auch Innovationpotenzial für Dehnfugen.

MSM®-Ringe entkoppeln Reibung und Bauwerkspressung

Neu in der ETA zugelassen ist zudem die Aufteilung des Gleitwerkstoffs MSM® in mehrere Flächen. Aktuell genutzt wird das in Form von konzentrischen Ringen. Was ist die Konsequenz?

MSM® hat die Eigenschaft, dass es bei höherem Druck eine niedrigere Reibung hat, was zwar erwünscht ist, aber: Die angrenzenden Bauteile werden durch die höhere Pressung belastet. Verwendet man nun Ringe statt einer ganzen Platte, haben diese weniger Fläche und damit niedrigere Reibung. Andererseits lässt sich die Grundfläche des Lagers so vergrößern, dass die Pressungen im Bauwerk im Rahmen bleiben.

Weitere Innovation …

… in der erneuerten ETA sind "spielfreie Führungen" und geführte Lager mit "Arretierungsring".

Spielfreie Führungen werden zunehmend interessant für Bahnbrücken mit fester Fahrbahn. Entscheidend ist, dass die Führungen justierbar sein müssen.

Der neue Arretierungsring legt sich rings um eine Kalotte und ermöglicht damit die uneingeschränkte Verdrehbarkeit um die Hochachse.

Mit dieser ETA bekräftigt Maurer Söhne erneut seine technologische Führerschaft im Bereich Bauwerkschutzsysteme.

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  • Erstellt am
    05.08.2013
  • Geändert am
    19.05.2017