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Kopenhagens Cityringen, ein U-Bahnprojekt von historischem Ausmaß

Das Großprojekt Cityringen in Kopenhagen ist eine Erweiterung des bestehenden U-Bahnsystems in der dänischen Hauptstadt. Die neue U-Bahnlinie wird in einem Tunnel unter dem Stadtzentrum, den sogenannten Brücken-Stadtvierteln und der Stadt Frederiksberg verlaufen. Der Cityringen wird von den neuen Metrolinien M3 und M4 befahren werden und soll ebenso wie die anderen U-Bahnlinien vollautomatisch und damit führerlos betrieben werden. Das Projekt von historischem Ausmaß wird an die bestehenden U- und S-Bahnlinien angeschlossen werden und die Reisezeiten in alle Richtungen signifikant verkürzen.

Unter der Leitung des italienischen Unternehmens Salini führt das Copenhagen Metro Team (CMT) die Bauarbeiten an der insgesamt 15,5 km langen Strecke mit 17 U-Bahnstationen aus. Die Vortriebsarbeiten für den Doppelröhrentunnel werden mit vier Tunnelbohrmaschinen (TBM) durchgeführt, und der Tunnelvortrieb erfolgt im Kopenhagener Kalkstein mit quartiären Kiessanden.

17 U-Bahnstationen, vier Schächte, 21 Baustellen

Die Arbeiten für die 17 durchschnittlich 22 m tiefen U-Bahnstationen und die insgesamt vier Schächte erfolgen von 21 Baustellen aus. Insgesamt müssen 3,1 Mio. t Erdreich bewegt werden. Erschwert werden die Bauarbeiten insbesondere dadurch, dass sie in der Nähe von historischen Gebäuden verlaufen, die sich auf hölzerne Pfähle gründen. Damit diese Pfahlgründungen nicht durch Sauerstoffeinfluss Schaden nehmen, durften die Bauarbeiten den Grundwasserspiegel nicht verändern.

600 Entnahme- und Re-Infiltrationsbrunnen wurden errichtet

So musste die innenliegende Grundwasserabsenkung zum Abteufen der Schächte, die normalerweise auch den Grundwasserspiegel außerhalb der Schächte abgesenkt hätte, durch Re-Infiltration von aufbereitetem Grundwasser in die wasserführende Schicht kompensiert werden. Zu diesem Zweck wurden rund 600 Entnahme- und Re-Infiltrationsbrunnen errichtet.

Die U-Bahnstationen und TBM-Startschächte wurden als rechteckige Schächte mit durchschnittlichen Abmessungen von 65 x 20 m in bis zu 30 m Tiefe in offener Bauweise von oben nach unten errichtet. Die Dachkonstruktionen der U-Bahnstationen werden mit 1,1 m breiten und 2 m tiefen Trägern aus bewehrtem Beton realisiert, die die Schächte in der gesamten Breite überspannen.

Die Schachtwände bestehen aus steifen und wasserdichten Schlitzwänden und überschnittenen Bohrpfählen, die mit einer Tiefe von bis zu 46 m weit in den Kalkstein hineinreichen. Die Schächte wurden als sogenannte "trockene Baugrube" realisiert – dabei senkten die Brunnen den Wasserspiegel auf ein Niveau unterhalb der Baugrubensohle. Vor der Fertigstellung der Schachtdecken mussten permanente Auftriebsanker versetzt werden, um einen dauerhaften Schutz gegen die Auftriebskräfte sicherzustellen.

Hierfür lieferte DYWIT Italien dauerhaft korrosionsgeschützte GEWI®-Pfähle. Nach der Herstellung der Bohrlöcher wurden die GEWI®-Pfähle eingehoben und lage- und höhenrichtig fixiert. Vor der Abschaltung der Grundwasserabsenkung wurden die Ankerköpfe versetzt und die Pfähle auf ihre Gebrauchslast vorgespannt. Im Anschluss daran dichtete man alle Hohlräume ab und betonierte die in die Bodenplatte eingelassenen Ankerköpfe ein.

Insgesamt wurden 18.200 lfm GEWI®-Pfähle, Ø 63 mm, 2.000 lfm GEWI®-Pfähle, Ø 40 mm, 650 lfm GEWI®-Pfähle, Ø 50 mm sowie 800 lfm GEWI®-Pfähle, Ø 32 mm, in den einzelnen Schächten installiert.

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Referenzen

Kopenhagen, Hovedstaden, Dänemark (2018)

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  • Erstellt am
    29.04.2016
  • Geändert am
    09.05.2016