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Kunststoff-Verbundplatten für Schalungs- und Gerüstsysteme

Glasfaserverstärkte Kunststoffe sorgen auch auf Baustellen für mehr Wirtschaftlichkeit. Zu leichten, aber außerordentlich robusten thermoplastischen Sandwich-Platten verarbeitet, hat die 2007 eingeführte Vollkunststoff-Platte MultiQ® des Schweizer Herstellers Quadrant bereits erfolgreich herkömmliche Sperrholz-Schalungsplatten aus den Stahl- und Aluminiumrahmen diverser Schalungssysteme verdrängt. Jetzt kommt der innovative Kunststoff-Verbundwerkstoff auch aufs Gerüst — als langlebiger, besonders trag- und widerstandsfähiger Belag.

Konventionelle Schalungsplatten aus Sperrholz quellen auf, verfärben sich, verrotten und müssen sehr sorgfältig gepflegt werden, um während ihrer Lebensdauer von 50 bis 80 Einsätzen die gewünschte Betonoberflächenqualität zu erzielen. Dringt Feuchtigkeit ins Holz, werden die technischen und mechanischen Eigenschaften negativ beeinflusst. Eine Kunststoffbeschichtung verbessert zwar die Eigenschaften der hölzernen Platten, hat aber dennoch Nachteile. So kann beispielsweise durch Nagellöcher oder Schnitte in der Kunststofffolie Feuchtigkeit in den Kern eindringen und Quellstellen verursachen und verfaulen. Oder die unterschiedliche Wärmeausdehnung von Holzkern und Kunststoffschicht führt im Extremfall zum Ablösen der Folie. Quadrant Plastic Composites, weltweit führender Hersteller glasmattenverstärkter Thermoplaste, hat aus zwei bewährten Werkstoffen auf Polypropylen-Basis eine thermoplastische Vollkunststoff-Verbundplatte entwickelt. Sie besitzt einen leichten, glasfaserverstärkten Glas-PP (Polypropylen)-Kern, der auf beiden Seiten durch ein Polypropylen-Glasfasergewebe so verstärkt wird, dass auf den Einbau einer aussteifenden Metallschicht verzichtet werden kann.

Weniger Aufwand, höherwertige Betonoberflächen

Die patentgeschützte Sandwichplatte MultiQ® erfüllt alle an eine Schaltafel gestellten mechanischen Eigenschaften, ist aber konventionellen Sperrholzplatten weit überlegen. Sie ist leichter, resistent gegen Feuchtigkeit, aggressive Medien und Temperaturschwankungen. Die Verbundplatte quillt, verrottet und schwindet nicht, ist UV-beständig und stoß- und kratzfest. Zudem lässt sie sich verarbeiten wie Sperrholz — also ohne Ausbrüche nageln, sägen und bohren —, bietet aber ein wesentlich einfacheres, schnelleres Handling. Die absolut glatte Kunststoffoberfläche sorgt dafür, dass sich die Platten beim Ausschalen besonders mühelos vom Beton lösen und zudem sehr leicht reinigen lassen. Beschädigte Stellen werden einfach und kaum sichtbar mit Eigenmaterial repariert. Das Ergebnis: wenig Verschleiß und nahezu gleichbleibend hochwertige Betonoberflächen über die gesamte Lebensdauer der Kunststoffschalplatte. Die kann sich durchaus auf bis zu 250 Einsätze summieren – so die umfangreichen Einsatzerfahrungen der letzten Jahre. Danach lässt sich die Platte besonders umweltfreundlich rezyklieren (beispielsweise zu Spritzgussteilen), schließlich besteht sie ausschließlich aus Glas und Polypropylen – ein weiterer Vorteil gegenüber phenolgetränkten, harzhaltigen Sperrholzplatten und metallverstärkten Kunststoffplatten.

Materialtechnologie

Bei der Entwicklung der Vollkunststoff-Sandwichplatte hat Quadrant Plastic Composites zwei Materialien vereint: Der Kern besteht aus SymaLITE®, einem laminierten Vlies aus Glas- und Polypropylenfasern. Das Material der Deckschichten ist hochfestes, dünnes und UV-beständiges GMTex®, ein glasmattenverstärktes Polypropylen mit zusätzlicher Glasgewebeeinlage. Bei der Herstellung werden die beiden plattenförmigen Halbzeuge thermisch zu Sandwichplatten in Dicken zwischen 9 und 22 mm verschmolzen. Die Oberfläche des neuen Verbundes ist homogen und glatt. Die spezielle Kombination aus multidirektional angeordneten Glasfasern im Kern und in Zugrichtung orientierten Fasern in den Decklagen sorgt für die gewünschte hohe Materialsteifigkeit bei geringem Flächengewicht. So besitzt beispielsweise die in Deckenschalungen verwendbare 11 mm dicke MultiQ® bei einem Flächengewicht von 7,8 kg/m² eine Biegefestigkeit von 70 N/mm².

Jetzt auch als Gerüstbelag

Die Produktlinie MultiQ® funktioniert als Baukastensystem: Die Materialzusammensetzung und die Dicke der verwendeten Faserverbund-Sandwichplatten bieten viele Varianten und ermöglichen die individuelle Bedienung von Kundenwünschen. Quadrant bietet die Möglichkeit andersfarbiger Platten in unterschiedlichen Formaten bis zu einer maximalen Größe von 2,40 m ∞ 3,50 m an. Unter der Bezeichnung MultiQ® Concrete werden die Platten als Sperrholz-Ersatz für den Schalungsbau vermarktet. Mit MultiQ® Impact wurde eine weitere Variante speziell als Belag für Baugerüste und andere Laufflächen mit hoher Schlagzähigkeits-Anforderung entwickelt. Die mit einer integrierten Anti-Rutsch-Oberfläche versehenen Gerüstbeläge werden bereits serienmäßig in die Gerüstsysteme eines namhaften Herstellers eingebaut. Wie auch beim Einsatz als Schalplatte, punktet der Gerüstbelag aus Kunststoff mit Langlebigkeit, Feuchtigkeitsresistenz, UV-Beständigkeit, geringem Gewicht und leichter Reinigung.

Enorm schlagzäh

Insbesondere bei der Verwendung als Lauf- und Arbeitsfläche kommt eine weitere technische Eigenschaft des Verbundwerkstoffs zum Tragen: seine enorm hohe Schlagzähigkeit. So ergibt der Fall-Test nach ISO 6603-2, bei dem das Durchstoßverhalten von festen Kunststoffen durch einen instrumentierten Schlagversuch getestet wird, dass eine 10 mm dicke MultiQ®-Platte mit einem Flächengewicht von knapp 7 kg/m² eine größere Energieabsorbtion besitzt als eine 14 mm dicke Sperrholzplatte (Flächengewicht: 10–13 kg/m²) – eine Eigenschaft, die sich auch nach vielen Einsätzen nicht verändert, wohingegen Holzbeläge durch Beschädigungen und die dadurch bedingte Feuchtigkeitsaufnahme ihre anfängliche Tragfähigkeit verlieren und versagen können. Die erfolgreich absolvierten Fallversuche, die für eine Zulassung sicherer Gerüstbeläge vorgeschrieben sind, bestätigen die technischen Eigenschaften des innovativen Gerüstbelags aus glasfaserverstärktem Kunststoff. Er eignet sich sogar für die Verwendung in Fang- und Dachfanggerüsten. Der etwas höhere Anschaffungspreis dürfte sich durch das um bis zu 22 % geringere Gewicht der Kunststoffbohle durch einen schnelleren Gerüstauf- und -abbau sowie die bessere Transportleistung schnell amortisieren.

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    3782
  • Erstellt am
    30.04.2012
  • Geändert am
    10.03.2016
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