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Laufwasserkraftwerk Inn: über 400 GWh Strom aus Wasserkraft

Mit dem Gemeinschaftskraftwerk Inn (GKI) entsteht am Oberen Inn im schweizerisch-österreichischen Grenzgebiet das größte in diesem Jahrtausend im Alpenraum neu gebaute Laufwasserkraftwerk. Die neue Anlage wird im Anschluss an die rund vierjährige Bauphase (2014-2018) jährlich über 400 GWh Strom aus der erneuerbaren Ressource Wasser gewinnen. Im Wesentlichen besteht das Kraftwerk aus einem Stauraum, einer Wehranlage, einem Triebwasserstollen und einem Krafthaus.

Im Grenzgebiet zwischen Martina und Nauders entsteht die Wehranlage mit einem 15 m hohen Wehr zur Wasserfassung. Vom gestauten Wasser werden bis zu 75 m³/s in den 23,2 km langen Triebwasserstollen geleitet. Dieser mündet in den Druckschacht, der zu den Turbinen im Krafthaus in Prutz/Ried führt. Dort erzeugen zwei leistungsstarke Maschinensätze, bestehend aus je einer Francis-Turbine und einem Generator, umweltfreundlichen Strom.

Für das Kraftwerk wird unterhalb von Martina bei Inn, km 413,84, in der Nähe des Gehöftes Ovella, ein zweifeldriges Wehr errichtet. Durch den Aufstau des Inn mit dieser Wehranlage bildet sich ein rund 2,6 km langer Stauraum, dessen Stauwurzel bis zur Innbrücke in Martina reicht. Das durch den Triebwassereinlauf bei der Wehranlage eingezogene Wasser gelangt über den Triebwasserweg zum Krafthaus GKI in Prutz.

23 km langer unterirdischer Druckstollen

Der Triebwasserweg besteht aus einem unterirdischen, rund 23 km langen Druckstollen und einem Kraftabstieg, der als Schrägschacht ausgebildet wird. Vor dem Übergang des Druckstollens in den Schrägschacht befindet sich der Abgang zum Wasserschloss.

Aufgrund seiner großen Länge und um die geplante hohe Vortriebsleistung zu ermöglichen, wurde der Triebwasserweg mit Tunnelbohrmaschinen (TBM) aufgefahren. Zudem entstehen mehrere Fensterstollen, Zugangstunnel und Anfahrbereiche zyklisch im Sprengvortrieb. Der nördlichste Teil des Druckstollens wird ebenfalls im zyklischen Vortrieb im Vollausbruch vorgetrieben und zweischalig ausgebaut. Dabei besteht die Außenschale aus einer bewehrten Spritzbetonschale mit Felsankern und Stahlbögen. Bei der Innenschale handelt es sich um einen Ortbetonring, der stellenweise mit einer Dichtbahn versehen wird.

Bevor der Triebwasserstollen aufgefahren werden konnte, musste u. a. zuerst ein Zugangsstollen im Sprengvortrieb erstellt werden. Der um ca. 17 Grad geneigte Schacht wird das Wasser aus dem Triebwasserstollen in das Krafthaus einleiten.

Für die Auffahrung der verschiedenen Tunnel und Zufahrtsstollen sowie den Bau des Schrägschachts lieferte DSI Österreich die komplette Palette an benötigten Stützmitteln. Diese umfasste im Wesentlichen OMEGA-BOLT®-Reibrohrexpansionsanker, 120 kN, in Einzellängen von 3 und 4 m mit Kalottenankerplatten und Überschubrohren sowie SN-Anker, SN25-250, L = 4 und 6 m mit ALWAGRIP-Sonderrippung inkl. Kalottenankerplatten 200/200/10 mm, Muttern und Beilagscheiben. Zudem lieferte DSI das DYWI® Drill-Hohlstabsystem, Ø R32-250 und R32-280, L = 2, 3 und 4 m; Stahlspieße aus BST 550, Ø 25 mm; Selbstbohrspieße, R32, L = 3 und 4 m inkl. gehärteter Bohrkronen sowie PANTEX-Gitterträger, Typ 130/20/30 und Typ 70/20/30 mit angeschweißten Mutterpaaren und Abstandhaltern.

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    Datenseite
  • Product-ID
    7349
  • Erstellt am
    11.05.2016
  • Geändert am
    11.05.2016