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Lawinenauslösung ohne Sprengstoff: die sichere Alternative

Seit über 20 Jahren kann sich die Fa. T.A.S. (Technologie Alpine de Sécurité) als weltweite Nummer 1 bei der Entwicklung und den Bau von vorbeugenden Lawinenauslösesystemen behaupten. Ihre Produktesetzen Gasgemische statt des ansonsten häufig zum Einsatz gelangenden Sprengstoffes ein, dessen Handhabung, Transport und Lagerung mit großen Gefahren für Mensch und Umwelt verbunden sind.

Die jeweils für unterschiedliche Einsatzbereiche entwickelten Produkte Gazex®, Daisybell® und O’Bellx® werden weltweit mit über 2.000 Einheiten für den Schutz von Straßen, Skipisten, Seilbahnen, Siedlungsräumen und Bergwerken erfolgreich eingesetzt. Im deutschsprachigen Alpenraum plant, vertreibt und errichtet die Firma Interfab Snowbusiness mit Sitz in Innsbruck/Österreich und Wichtrach/Schweiz schlüsselfertige Projekte. In den vergangenen 15 Jahren ihrer Tätigkeit auf dem Sektor der vorbeugenden Lawinenauslösung hat die Interfab ca. 400 Gazex®-Zündrohre geliefert und montiert, 40 davon werden auf 18 Anlagen zur Straßensicherung eingesetzt (Bundes-, Landes-, Gemeinde- und Kantonstraßen). Auf Wunsch werden die Anlagen auch für den Errichter betrieben und gewartet.

Gazex®

Bei dem bis heute am weitesten verbreiteten Auslösesystem Gazex® werden Zündrohre in den Anbruchgebieten der Lawinen fix aufgestellt. Für die gewollte Auslösung einer Lawine werden die Zündrohre über im Erdreich verlegte Leitungen mit einem Propangas/Sauerstoffgemisch gefüllt, dieses Gemisch wird im Zündrohr zur Explosion gebracht. Die Druckwelle der Gasexplosion verursacht eine Instabilität der Schneedecke in einem Radius von – je nach Typ – bis zu 80 m und bewirkt damit den Abgang der Lawine. Zusätzlich erfolgt ein direkter Druckstoß auf den Schnee unterhalb der Zündrohröffnung. Die Versorgungscontainer lagern die Betriebsmittel Propangas und Sauerstoff. Je nach Containerausführung können bis zu 10 Zündrohre an eine Versorgungsstation angeschlossen werden. Die durchschnittliche Anzahl von Auslösungen liegt bei 30 Schüssen pro Zündrohr mit einer Flaschengarnitur. Die Steuerung erfolgt über eine Computerstation vom Tal aus, entweder über Funk mit eigenen Frequenzen oder über GSM. Die Steuerungssoftware gewährleistet eine permanente Überwachung der Betriebsbereitschaft der Anlage durch regelmäßiges Abfragen der Betriebsdrücke und -spannung. Außerdem wird über ein installiertes Seismometer die Zündung jedes Zündrohres erfasst und statistisch festgehalten.

Daisybell®

Daisybell® ist ein mobiles System für die Lawinenauslösung mittels Hubschrauber für Bereiche, die nicht mit fest installierten Anlagen ausgerüstet werden können. Auch dieses System ist eine sichere Alternative für die klassische Methode des Abwurfs von Sprengstoffladungen aus dem Hubschrauber in das Anbruchgebiet von Lawinen. Daisybell® ist ein Metallbehälter in konischer Form, der mit Sauerstoff- und Wasserstoffflaschen bestückt wird. Er wird mit einem 20 m langen Kunststoffseil am Hubschrauber befestigt und direkt in das Anbruchgebiet geflogen. Die Distanz zwischen Daisybell® und Schneedecke wird über Laserabstandsmessung erfasst und so die richtige Auslöseposition ermittelt. Mittels Funksteuerung erfolgt die Befüllung des Konus mit dem Wasserstoff-Sauerstoff-Gemisch und unmittelbar danach automatisch die Zündung. Die Arbeitsvorgänge werden von der Hubschrauberkabine aus gesteuert, weniger als 10 Sekunden vergehen zwischen dem Schussbefehl und der Explosion. Mit einer Betriebsmittelgarnitur können ca. 55 Auslösungen vorgenommen werden, es gibt keine Wartezeit zwischen zwei aufeinanderfolgenden Schüssen. Die Explosion erfolgt wie bei Gazex® oberhalb der Schneedecke und ist somit wesentlich wirkungsvoller als die Explosion des aus dem Hubschrauber geworfenen Sprengstoffes, die in der Schneedecke erfolgt.

Das neueste Produkt von TAS: O’Bellx®

O’Bellx® ist die stationär aufgestellte Ausführung der Daisybell®. Der Metallkonus samt Versorgungsflaschen wird auf einen im Gelände fix aufgestellten ca. 4 m hohen Mast gesetzt. An- und Abtransport erfolgen mittels Hubschrauber, der das Aufsetzen und Abheben des O’Bellx® ohne Bodenpersonal vornehmen kann. Auf der Außenverkleidung angebrachte Solarpaneele gewährleisten die Energieversorgung der vollautomatischen Steuerung. Diese erfolgt wie bei Gazex® mittels Bedienersoftware vom Tal aus über Funk oder GSM-Steuerung. O’Bellx® ist eine autonome Einheit ohne externe Versorgungscontainer und -leitungen. Die integrierten Betriebsmittelbehälter gewährleisten ca. 40 Auslösungen. Die leichte Entnahme des Funktionsmoduls ermöglicht die schnelle Wiederbefüllung und Wartung im Tal.

Alle drei Systeme erfüllen die Kriterien der gefahrlosen Bedienung durch das Personal und der wesentlich geringeren Betriebskosten gegenüber Sprengstoff. Das Bedienpersonal wird ausführlich für den Betrieb und die Wartung der Anlagen geschult, der praktische Einsatz und somit das Auslösen von Lawinen erfolgen in jeweiliger Absprache mit den örtlichen Lawinenkommissionen. Die für die Lawinenauslösung mittels Sprengstoff zwingend vorgeschriebene Ausbildung zum Sprengmeister ist für die Bedienung der T.A.S.-Systeme nicht erforderlich. Es gibt keine Blindgänger und die Explosion der Gasgemische erfolgt vollkommen rückstandsfrei, somit ohne jegliche Belastung für die Umwelt.

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  • Über diese
    Datenseite
  • Product-ID
    6043
  • Erstellt am
    28.09.2012
  • Geändert am
    12.01.2015