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Mannheimer Megaprojekt mit Berliner Ankerschienen

Im Großkraftwerk Mannheim entsteht einer der modernsten Steinkohleblöcke der Welt. Für die sichere Befestigung der Anlagenkomponenten, Aufzüge und Medienleitungen wählten die Planer in weiten Bereichen Ankerschienen.

Die Großkraftwerk Mannheim AG (GKM) baut im Rahmen der Modernisierung ihres Kraftwerkparks einen 911-MW-Block mit Kraft-Wärme-Kopplung. Die hier vorgesehene gleichzeitige Erzeugung von Strom und Fernwärme wird bei gleicher Menge Strom und Wärme zu wesentlich geringerem CO2-Ausstoß führen. Die Jahresfrachten der Hauptschadstoffe Stickstoffdioxid, Schwefeldioxid, Kohlenmonoxid, Staub und auch Quecksilber werden auf die Hälfte der gesetzlich zulässigen Höchstwerte reduziert. Für das Vorhaben sind durch die GKM Investitionen in Höhe von 1,2 Milliarden € geplant. Eine ARGE unter technischer Führung der deutschen Niederlassung der Bilfinger Berger Ingenieurbau GmbH, Bereich Süd baut den mit 127 Millionen € veranschlagten Rohbau des neuen Blockes.

Der Rohbau wächst

Die im Juli 2009 begonnenen Arbeiten umfassten bisher die Gründungen sowie den Bau der Kesselhausbodenplatte und des Maschinenhauses. Ebenso entstanden bereits die Rohbauten der E-Filterplatte, der Bodenplatte, der Rauchgasreinigung sowie der Silos. Bis zum Mai 2011 wird die ARGE das Schaltanlagengebäude, das Gipslager und die Kohleecktürme rohbaufertig übergeben.
Die bis zu 120 m hohen Treppentürme des Kessel- und Maschinenhauses bestimmen neben dem 180 m hohen Schornstein die gegenwärtige Silhouette des Blockes. Die Treppentürme wurden in Gleitbauweise mit Arbeits- und Nachlaufebene erstellt. Sie sind die wichtigsten Zugänge für das Kessel- und das Maschinenhaus. Neben dem Treppenhaus und den Aufzügen nehmen die Türme auch elektrische Einrichtungen auf.

Sichere Befestigung von Anlagen

Zur sicheren Befestigung von Lasten entschieden sich die Planer in allen Projektbereichen des Blockes 9 für JORDAHL®-Ankerschienen. Unter anderem werden in den Decken und Unterzügen des Maschinen- und des Kesselhauses, in den Treppenhäusern, in den Aufzugsschächten und im Schaltanlagengebäude über 7 km JORDAHL®-Ankerschienen der Deutschen Kahneisen Gesellschaft (DKG) eingebaut. Der Einsatz von Ankerschienen vermeidet – im Gegensatz zu Dübeln – die Beschädigung des Baukörpers. Für die spätere Montage von Anlagenkomponenten und Medienleitungen kommen im neuen Block 9 verschiedene JORDAHL®-Schienen in verzinkter, feuerverzinkter oder Edelstahlausführung zum Einsatz. Dazu gehören die warmgewalzten Formen JTA W und die kaltgewalzten JTA K ebenso wie JORDAHL®-Zahnschienen JXA W. JTA-Ankerschienen eignen sich besonders für die zumeist stark bewehrten Bauwerke des Steinkohleblocks. Sie sind in der Lage, vorwiegend ruhende oder auch dynamische Zug- oder Querzugkräfte aufzunehmen und sicher in das Bauwerk abzuleiten. Sie sind darüber hinaus besonders für den Einbau in Bauteilen mit Brandschutzanforderungen geeignet. JORDAHL® JTA Schienen besitzen die Allgemeine bauaufsichtliche Zulassung (Z-21.4-151) als auch die Europäisch Technische Zulassung (ETA 09/0338).

Ankerschienen auch im Aufzugsbau

Für die Befestigung der Aufzugsführungsschienen in den Treppenhaustürmen wurden die eigenspannungsarmen, warmgewalzten Profile JTA W 40/22 eingebaut. Die Montage und die Feinjustage der Aufzugsführungsschienen und -ausrüstungen sind in Schienenlängsrichtung stufenlos möglich, so dass auch Bautoleranzen problemlos ausgeglichen werden können. Selbst randnah eingebaut, nehmen Ankerschienen noch hohe Belastungen auf. Die im Block 9 eingesetzten Schienen ermöglichen einen randnahen Einbau in Längsrichtung bis minimal 100 mm. Das Schwinden und Kriechen des Betonbauteils hat ebenso wenig Einfluss auf die Sicherheit der Befestigung wie die Lage in der gerissenen Zugzone. Die Ankerschienenprofile werden zur Lastaufnahme oberflächenbündig einbetoniert. Eine Vollschaumfüllung der Schiene verhindert dabei das Eindringen von Beton während des Betonierens.

Schienen für hohe dynamische Lasten

Für Anlagenkomponenten, die hohe Anforderungen an die dynamische Tragfähigkeit der Befestigung stellen, wurden Zahnschienen JORDAHL® JXA vorgesehen. Diese Zahnschienen sind in der Lage, Lasten in alle Richtungen aufzunehmen. Bei Verwendung der zugehörigen Schrauben wird eine rutschsichere und formschlüssige Verbindung erzielt. JXA-Zahnschienen sind ebenfalls bauaufsichtlich zugelassen (Z 21.-1590) und bieten die höchste dynamische Tragfähigkeit ihrer Lastgruppe.
Wenn Ende 2013 der neue Steinkohleblock in den Betrieb geht, werden die bis zu 1700 am Bau beteiligten Personen zumeist schon wieder andere Projekte bearbeiten. Für die Mannheimer Region aber können dann Arbeitsplätze auf Dauer gesichert und neue Arbeits- und Ausbildungsverhältnisse begründet werden.

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  • Über diese
    Datenseite
  • Product-ID
    3912
  • Erstellt am
    30.04.2012
  • Geändert am
    10.03.2016