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Mehrfachpumpenschacht für Bergbaufolgesee in der Lausitz

Für über 100 Jahre war die Lausitz, Region zwischen Brandenburg und Sachsen, ein wichtiges Braunkohlerevier, mit energiewirtschaftlicher Bedeutung weit über die Region hinaus. Die dort vor allem im Tagebau stattfindende Braunkohleförderung hat jedoch ihre Spuren hinterlassen. Vorhandene Restlöcher (Bergbaugruben) können aufgrund des großen Volumens der abgetragenen Kohle nicht mehr komplett verfüllt werden. Im Rahmen der Renaturierung ist so die Entstehung einer Seenlandschaft mittels Flutung der Restlöcher geplant. Federführend ist dabei die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV), die als Folgebetrieb der ehemaligen Bergbaukombinate die Bewältigung von Bergbaualtlasten der Lausitz und Mitteldeutschlands zur Aufgabe hat.

Teil dieser Altlasten ist die Bergbaugrube Sedlitz, die seit 2005 durch Flutung zum Sedlitzer See umgewandelt wird. Um einen regulierten Wasserstand und damit die Standsicherheit der Böschung zu gewährleisten, wurde bereits 1993 die Wasserhaltung Bahnsdorf mit drei installierten Pumpen in Betrieb genommen. Im Zuge der 2007 begonnenen Flutung und Umwandlung des in Abhängigkeit stehenden Restloches Meuro zum Ilse-See wurde eine Umrüstung der Wasserhaltung notwendig, die den Neubau eines Mehrfachpumpenschachtes nach sich zog.

Das 2009 mit der Planung beauftragte Ingenieurbüro Grontmij AEW Plan GmbH Finsterwalde bekam dabei den Zuschlag für das beste technische Konzept. Aufgrund der vorherrschenden extremen Boden- und Grundwasserbedingungen (pH-Wert 3,0 und Sulfatanteil > 500 mg/l) entschieden sich LMBV und Grontmij nach umfangreicher Prüfung der Alternativen bereits während der Planungsphase für Glasfaserverstärkten Kunststoff (GFK) als korrosionsfesten Werkstoff. Die Einbautiefe von 18,75 m, der sehr hohe Grundwasserstand bis Oberkante Gelände und die aufgrund der zahlreichen Einbauten erforderliche Schachtgröße von DN3000 bedingten beim statischen Nachweis eine Nennsteifigkeit des Schachtes von SN32.000. Solch eine hohe Steifigkeit bei GFK-Rohren/-Bauteilen dieses Durchmessers ist eine besondere technische Herausforderung. Zusätzliche Anforderungen waren lange Beständigkeit, um die volle Betriebsfähigkeit der Pumpstation bis zum Ende der Flutungsphase 2015 zu gewährleisten, sowie eine kurze und problemlose Montage der einzelnen Komponenten vor Ort.

Den Zuschlag im Ausschreibungs- und Vergabeverfahren 2010 erhielt die Finsterwalder Bauunion Hoch-, Tief- und Stahlbetonbau GmbH, die seit September 2010 die Bauausführung realisiert. Im Rahmen der Projektausschreibung entschied man sich für das Umsetzungskonzept und die Produkte von HOBAS. Ausschlaggebende Gründe dafür waren die hohe Qualität, die Korrosionsbeständigkeit der HOBAS-Produkte, sowie die auch bei DN3000 garantierte hohe Nennsteifigkeit. Neben den Anforderungen an das Rohrmaterial überzeugte HOBAS vor allem mit der auf die Kundenwünsche zugeschnittenen Montagetechnologie. Die von HOBAS-Ingenieuren ausgearbeitete Segmentierung des Schachtes in transportfähige Einheiten bedeutete das Vermeiden von unnötigen Sondertransporten und einen auf das Mindestmaß reduzierten Montageaufwand vor Ort. Dadurch ergaben sich erhebliche Kosteneinsparungen und eine verkürzte Bauzeit.

Aufbau des Mehrfachpumpenschachtes

Innerhalb des DN3000 Schachtes befinden sich drei senkrecht aufgestellte DN700 Hüllrohre, in denen jeweils 1 KSB-Pumpe hängt. Die Pumpen sind auf einem Podest montiert. An den Zulauf (DN1100, PN06) in 7 m Höhe über dem Schachtboden ist ein 90°-Bogen geflanscht, versehen mit einer passenden Absperrklappe. Ein DN1000 Aufständerrohr stützt die Bauteile von unten. Die Lochung der DN700 und DN1000 Rohre bis zur Höhe von ca. 1,30 m gewährleistet einen ausgeglichenen Wasserstand im Schacht. Zwei weitere Zwischenpodeste ermöglichen die Überwachung der Armaturen und dienen als Fallhöhenbegrenzung. Sämtliche Rohrmaterialien und Zwischenpodeste bestehen aus GFK.

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    3949
  • Erstellt am
    30.04.2012
  • Geändert am
    01.03.2016
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