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Messtechnik zur Erfassung physikalischer Größen in der Baudiagnostik, im Denkmal und im Altbau

Qualitativ hochwertige Messtechnik hat seit Jahren einen festen Platz in der klimatischen Überwachung von Ausstellungsräumen und Kulturgütern in Museen sowie in der Bestands- und Schadensanalyse denkmalgeschützter Objekte. Im Rahmen eines deutschlandweiten Forschungsprojektes wurde ein Konzept zur nachhaltigen Sanierung von Museumsbauten entwickelt. Die raumklimatischen Bedingungen in Abhängigkeit von Gebäudesubstanz, Besucherzahlen und Außenklima über das gesamte Jahr spielten dabei eine wesentliche Rolle.

Mit Hilfe der ALMEMO®-Messtechnik der Fa. Ahlborn können wichtige physikalische Größen wie Raumlufttemperatur, Raumluftfeuchtigkeit, Oberflächentemperatur, Materialfeuchte, Wärmefluss, O2 und CO2-Gehalt der Luft, Mikroklima an Grenzschichten, Riss- und Fugenbewegungen über Wegaufnehmer, Wetterdaten inkl. Globalstrahlung, aber auch Besucherzahlen und periodische Ereignisse wie Heizungszyklen oder Türöffnungszeiten über lange Zeiträume erfasst und ausgewertet werden. Oft dienen die Messsignale auch zur Steuerung von Heizungs- und Lüftungssystemen für die Klimastabilisierung in Räumen mit Wand- und Deckengemälden oder wertvollen Fresken vor und nach einer konservatorischen Behandlung.

Durch die Möglichkeit der Vernetzung einzelner Geräte wird ein hohes Maß an Flexibilität in Bezug auf die Verteilung von Messstellen in unterschiedlichen Räumen mit anschließender zentraler Verarbeitung oder Weiterleitung der Messwerte erreicht.

Die Verbindung der Messgeräte kann drahtgebunden über das ALMEMO®-Netzwerk (RS422), über Ethernet, dLAN oder kabellos über WLAN oder Bluetooth erfolgen. Für unzugängliche Messorte stehen drahtlose Fühlerverbindungen zur Verfügung. Die Messwerte können vor Ort gespeichert, aber auch mit den Möglichkeiten moderner Datenkommunikation über GPRS-Modem oder DSL-Verbindungen direkt an einen entfernten PC übertragen werden.

Für die Erfassung und Messdatenverarbeitung wurde die Software AMR WIN Control entwickelt. Sie ermöglicht zusätzlich die komfortable Programmierung und Bedienung der ALMEMO®-Messgeräte. Die erfassten Messwerte können dargestellt, mathematisch verarbeitet, gespeichert, ausgedruckt und zur weiteren Verarbeitung (auch online) in andere Programme exportiert werden. Aus den erfassten bzw. berechneten Größen können Alarmzustände abgeleitet und Steuerungen vorgenommen werden. Die Windows-Oberfläche und die kontextsensitive Online-Hilfe der Software garantieren eine schnelle Einarbeitung und eine sichere Bedienung des Programms.

Messtechnik-Applikation zur Erhaltung der Gebäudesubstanz unter Beachtung des Denkmalschutzes im Stadtschloss Sondershausen

Unter dem Gesichtspunkt, die Gesamtenergieeffizienz zu verbessern und gleichzeitig Betriebskosten zu reduzieren, wurde im Rahmen eines deutschlandweiten Forschungsprojektes ein Konzept zur nachhaltigen Sanierung von Museumsbauten entwickelt. Im Zusammenschluss fachspezifischer Universitäten, Hochschulen und Institute wurden mit verschiedenen Museumspartnern nach einer Bestandsanalyse der Gebäude und Räumlichkeiten Lösungen für den Schutz wertvoller Kulturgüter und eine sinnvolle Sanierung erarbeitet. Bei diesem Projekt spielten die raumklimatischen Bedingungen in Abhängigkeit von Gebäudesubstanz, Besucherzahlen und Außenklima über das gesamte Jahr eine wesentliche Rolle. Als problematisch für die Messaufgabe erwiesen sich sehr unterschiedlich temperierte, angrenzende Räume und die auf zwei Ebenen angebrachte Einfachverglasung der Fenster. Über das Erfassen der Raumklimaveränderungen infolge der Einflüsse Außenklima, Besucher und Türöffnungszeiten wurde anhand der Messdaten ermittelt, welches Raumklima sich im Jahreslauf in den Ausstellungs- und Depoträumen einstellte und welches Modell für eine Raumklimasimulation eingesetzt werden kann. Die Messungen wurden von der Hochschule für Architektur und Bauwesen Weimar durchgeführt.

Umfangreiche Messungen vor den restauratorischen Maßnahmen zur Substanzsicherung an der Michaeliskirche in Hildesheim

Auslöser für die Restaurierungsarbeiten im frühgotischen Kreuzgang der von der UNESCO geschützten Michaeliskirche in Hildesheim war der zunehmende Verfall der Natursteinoberfläche an sieben von zwölf heute noch erhaltenen Jochen. Mit der Durchführung des Forschungsprojektes wurde das Norddeutsche Zentrum für Materialkunde von Kulturgut e. V. am Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege betraut. Über die Messung von Luftfeuchtigkeit, Luft- und Oberflächentemperaturen in unterschiedlichen Bauteilebereichen wurden klimatische Einflüsse auf die Schadensprozesse ermittelt und die Wirkung einer denkmalgerechten Schutzeinhausung geprüft. Es wurde ein großer Einfluss des Klimas auf die Schadensprozesse festgestellt. Im offenen Kreuzgang war es nahezu identisch mit dem Außenklima und bewirkte durch die großen Schwankungen in Lufttemperatur und relativer Luftfeuchte einen häufigen Wechsel der Kristallisations- und Löseprozesse der Salze sowie wirksame Veränderungen im Materialfeuchtegehalt. Verstärkt wurde der Effekt durch den häufigen Eintrag von Kondenswasser in das oberflächennahe Mauerwerk. Die zunächst als Modell gedachte provisorische Einhausung verhinderte das Auftreten von Tauwasser und führte zu einer Dämpfung der Klimaschwankungen. Weniger Feuchtigkeit im Mauerwerk bedeutet eine geringere Mobilität der salzbildenden Ionen und eine Verminderung der Quell- und Schwindprozesse in Intensität und Häufigkeit.

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  • Über diese
    Datenseite
  • Product-ID
    6230
  • Erstellt am
    25.04.2013
  • Geändert am
    11.12.2014