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Mit Leichtigkeit hochwertige Wirtschaftsgüter vor Wärme und Kälte schützen

In Logistikzentren lagern Waren im Wert von mehreren Millionen Euro. Um sie zuverlässig vor Kälte und insbesondere im Sommer vor zu hohen Temperaturen zu schützen, ist ein effizienter Wärmeschutz notwendig. Bei zwei Logistikzentren in Herten kam ein Dämmstoff zum Einsatz, der geringes Eigengewicht und minimale Aufbauhöhe mit hoher Wärmedämmung verbindet.

Hochleistungsdämmstoff für Industrieleichtdächer

Die nordrhein-westfälische Stadt Herten zählte einst zu den größten Bergbaustädten Europas und verfügte über drei Bergwerke, zu denen auch die im Süden liegende Zeche Ewald gehörte. 1877 wurde hier mit der Steinkohleförderung begonnen. 124 Jahre später, im Frühjahr 2001, erfolgte die endgültige Stilllegung, die sich bereits seit 1999 angekündigt hatte. Die dazwischen liegenden zwei Jahre nutzten die RAG Montan-Immobilien GmbH als Grundstücksbesitzer und die Stadt Herten, für das über 50 ha große Areal ein Nutzungskonzept zu entwickeln. Darauf basierend ist auf dem ehemaligen Zechengelände ein zukunftsorientierter Industrie- und Gewerbestandort entstanden, der aufgrund seiner Lage ideal in den Wirtschaftsraum "Nördliches Ruhrgebiet" eingebettet ist. Neben den beeindruckenden Zechengebäuden und Fördertürmen und der rekultivierten Haldenlandschaft zählt weiterhin die verkehrstechnische Anbindung zu den herausragenden Pluspunkten des Standortes. Er grenzt im Norden direkt an die E34 (A2) und im Süden und Osten an die Bundesautobahnen A42 und A43. Mit dieser guten Erreichbarkeit und dem zukunftsorientierten Nutzungskonzept ist das ehemalige Zechengelände ein Premiumstandort für hochwertige Dienstleistungs-, Gewerbe- und Industriebetriebe.

ProLogis ist nach eigenen Angaben der weltweit größte Anbieter von Logistikimmobilien. Zu den Kunden gehören Hersteller, Handelsketten, Transportunternehmen, firmenexterne Logistikdienstleister und andere Betriebe mit umfangreichem Logistikbedarf. Das Immobilien-Unternehmen bevorzugt Standorte in verkehrstechnisch attraktiven Lagen und wartet die Gebäude mit eigenen Mitarbeitern. Bei der Erstellung seiner Bauwerke legt ProLogis großen Wert auf sorgfältige Planung und den Einsatz qualitativ hochwertiger Baustoffe, um den Wartungsaufwand und die Instandhaltungskosten der Immobilien so gering wie möglich zu halten.

Aufgrund der hervorragenden Lage und der hohen Gestaltungs- und Erschließungsqualität erwarb ProLogis auf dem ehemaligen Zechengelände zwei Grundstücke mit einer Gesamtfläche von 76.800 m². Auf dem kleineren Grundstück (31.200 m²) ließ das Unternehmen eine Logistikimmobilie mit einer Nutzfläche von 14.970 m² errichten, auf dem größeren (45.600 m²) entstand ein Komplex mit 27.500 m² Nutzfläche. Beide Bauwerke werden durch Büro- und Sozialtrakte ergänzt. Mit der baulichen Umsetzung wurde Goldbeck International GmbH als Generalunternehmer beauftragt.

Größtmögliche Nutzungsflexibilität und (möglichst) keine störenden Stützen im Innenraum gehören zu den Grundanforderungen an ein Logistikzentrum. Um dies zu erreichen, wurden die Gebäude in zwei ca. 7.000 m² bzw. drei etwa 9.000 m² große Brandabschnitte gegliedert und in Stahlbetonbauweise errichtet. Die Umsetzung erfolgte mit Stahlbetonstützen mit angeformten Punktfundamenten sowie einem Dachtragwerk aus Stahl. Die Brandwände zwischen den Bereichen wurden mit Betonfertigteilelementen ausgeführt. Als Hallenboden dient eine 18 cm starke, fugenarme Bodenplatte aus Stahlfaserbeton. Für die Außenwände kamen Kassettenprofilen mit Wärmedämmung zum Einsatz, für die Fassadenbekleidung Trapezbleche. Die Innenwände der beiden Büro- und Sozialtrakte bestehen ebenfalls aus Betonfertigteilelementen, haben jedoch im Gegensatz zu den Hallentrakten eine vorgesetzte ISO-Paneelfassade erhalten.

Eine Herausforderung bildeten Dachkonstruktion und -aufbau, denn zum einen mussten Spannweiten von 24 m stützenfrei überspannt werden. Zum anderen ging es darum, das Innere des Gebäudes und damit die darin gelagerten Güter zuverlässig vor Hitze- bzw. Kälteeinwirkung zu schützen. Vor diesem Hintergrund kamen Stahlfachwerkbinder zum Einsatz, auf denen Trapezblechprofile montiert wurden. Im nächsten Schritt wurde die Dampfsperre verlegt und darauf die Wärmedämmung. Um im Innern gleichmäßige Raumtemperaturen zu erhalten und insbesondere die sommerliche Überhitzung zu verhindern, entschieden sich die Beteiligten für Hochleistungsdämmstoffe von Kingspan Insulation, Ibbenbüren. Die Dämmplatten des Unternehmens werden auf der Grundlage von Polyurethan (PUR/PIR) hergestellt. Hartschaum-Dämmplatten aus Polyurethan bewähren sich seit mehr als vier Jahrzehnten in allen Bereichen des Hochbaus. Sie verrotten nicht, sind beständig gegen Pilze und Mikroben sowie schimmel- und fäulnisresistent, geruchsneutral und physiologisch unbedenklich. Sie verfügen über eine ausgesprochen lange Lebensdauer und tragen damit zum langfristigen Schutz und Werterhalt von Immobilien bei. Außerdem zeichnen sie sich durch hohe thermische Beständigkeit und gute Dimensionsstabilität aus und können dauerhaft in Temperaturbereichen von -30°C bis zu +90°C eingesetzt werden.

Die von Kingspan Insulation hergestellten Platten sind begehbar und lassen sich auf der Baustelle schnell und problemlos verarbeiten. Außerdem erfüllen sie sämtliche konstruktiven und brandschutzrechtlichen Anforderungen nach DIN 18234-2 (Baulicher Brandschutz großflächiger Dächer) und gehören nach der europäischen Brandschutznorm DIN EN 13 501 in die Brandklasse B2. Ein weiterer Grund für den Einsatz in Herten: Der Hochleistungsdämmstoff verfügt bei geringem Eigengewicht über eine stabile, druckfeste Struktur und ermöglicht eine minimale Aufbauhöhe bei hoher Wärmedämmung.

Bei beiden Prologis-Logistikimmobilien in Herten wurde Kingspan Therma TR26 FM verlegt. Dieser Hochleistungsdämmstoff ist in acht Stärken von 60 bis 180 mm erhältlich und verfügt bis zu einer Stärke von 80 mm über eine Druckfestigkeit von 120 kPa und darüber hinaus über eine Druckfestigkeit von 150 kPa. Er ist beidseitig mit Alu-Mehrlagen-Deckschicht versehen und besitzt die Wärmeleitfähigkeit WLS 024. Die Platten sind zur Sicherung der hohen Dämmqualität sowie für die sichere und wirtschaftliche Verlegung mit einem umlaufenden Stufenfalz ausgestattet. Sie besitzen ein Standardmaß von 1.200 x 2.400 mm und weisen ein Deckmaß von 1.180 x 2.380 mm auf.

Rund 43.400 m² Therma TR26 FM kamen bei den Logistikzentren in Herten in einer Stärke von 60 mm zum Einsatz. Die Platten wurden lose auf der Dampfsperre verlegt. Den oberen Abschluss des Dachaufbaus bildet eine Kunststoff-Dichtungsbahn. Sie wurde mechanisch befestigt und die Nähte zum Schutz vor eindringender Feuchtigkeit abschließend verschweißt.

Die beiden Logistikzentren haben im Innern eine lichte Höhe von 10 m und weisen außen bis Oberkante Attika eine Höhe von 12,20 m auf. Die größere Halle ist 224 m lang und 113 m breit. Die kleinere weist einen L-förmigen Grundriss mit den Maßen 150 x 60 m und 100 x 60 m auf. Beide Immobilien wurden nach einer Bauzeit von 10 Monaten im Mai 2008 ihrer Bestimmung übergeben und waren bereits vor Fertigstellung langfristig vermietet.

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Herten, Recklinghausen (Kreis), Nordrhein-Westfalen, Deutschland (2008)

Bauwerkskategorien

  • Über diese
    Datenseite
  • Product-ID
    6028
  • Erstellt am
    22.08.2012
  • Geändert am
    12.01.2015