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Mobiler schneller Hochwasserschutz – dynamische Antwort auf dynamische Herausforderungen

Hochwasser ist eine immer wiederkehrende und durch Klimaveränderung wachsende Gefahr. Anwohner, Firmen und Städte in gefährdeten Gebieten fordern Sicherungen, die automatisch arbeiten und verlässliche Sicherheit bieten. AquaFence entwickelte ein einfaches, schnelles und zuverlässiges System ohne umfangreiche Logistik, ohne extra Komponenten, kostengünstig, einfach zu reparieren, mit geringer Wartung und jederzeit von jedermann aufbaubar.

Starke Wände und tiefe Fundamente können einen gewissen Schutz bieten, erfordern jedoch erhebliche mehrjährige Baumaßnahmen und Investitionen. Sie bieten nur Schutz an einem bestimmten Ort und innerhalb einer gegebenen Zeitschiene. Untergrundbewegungen durch Wasser und Druck, Erdbeben oder Vibrationen können die Funktion solcher Systeme nachhaltig und unerkannt beeinträchtigen. Der Unterhalt und die Erhaltung der Funktionstüchtigkeit absolut aller Komponenten ober- und unterirdisch verschlingen noch einmal hohe Kosten und können doch nicht immer gewährleistet werden – dabei sind sie für eine Funktion uneingeschränkt notwendig, ebenso wie die Freihaltung definierter Flächen und Strecken. Auf Änderungen von Hochwasserereignissen oder Unfälle können solche Maßnahmen nicht reagieren.

Dynamischer Ansatz

Es ist eine Herausforderung für alle Beteiligten, eine andere und effektive Herangehensweise zur Bewältigung einer bekannten Aufgabe zu akzeptieren und dynamische Berechnungen, weniger solide, aber flexiblere und geeignetere Materialien zu nutzen – wie in der Schifffahrt und im Offshore-Bereich inkl. Windkraftparks.

Wasser ist eine dynamische Kraft, auf das die beste und nachhaltigste Antwort ein System ist, das dynamisch Kräfte aufnehmen und vermindern kann, Druck und Vibrationen nicht überträgt, Aufprall von Schwimmgut gefahrlos abschwächt und dennoch zuverlässig und stabil Schaden verhindert. AquaFence stellte sich der Herausforderung, ein diesen Anforderungen entsprechendes einfaches, schnelles und zuverlässiges System – ohne umfangreiche Logistik, ohne extra Komponenten, kostengünstig, einfach zu reparieren, mit geringer Wartung und jederzeit von jedermann aufbaubar – zu entwickeln.

AquaFence verfügt über viele Jahre Erfahrung in der erfolgreichen Abwehr von Hochwassergefahren. Die Standfestigkeit und Dichtigkeit des mobilen Systems nimmt mit steigendem Wasserpegel. Das System ist flexibel mit Kurvenverläufen auf ebenem und unebenem Grund, schützt bis zu 2,10 m Hochwasser und erfordert keine zusätzlichen Komponenten. Alle notwendigen Teile sind in und an den Elementen befestigt. Belastungen auf ein Element übertragen sich nicht auf das nächste, gleichzeitig schützen die Nachbarelemente ein stark beanspruchtes Element. Der Aufprallschutz wirkt wie ein Stoßdämpfer und verhindert Beschädigungen. AquaFence widersteht Stürmen und wurde entsprechend eingesetzt. In der aufgebauten Schutzlinie können einzelne Elemente als Durchfahrt wieder herausgenommen werden. AquaFence ist vandalismussicher. Ein tiefes Fundament ist nicht notwendig, da die Auflast breit ist und nicht wie bei Dammbalken auf ein Fundament übertragen wird. Eine Bodenabdichtung kann natürlich sinnvoll sein. Das System ist mobil mit und ohne Befestigung. Mit Fixierung durch Klemmleisten und Beton- oder Asphaltschrauben ist AquaFence ein planmäßig einsetzbarer Hochwasserschutz. AquaFence ist viele Male und ortsungebunden einsetzbar. Es gibt keine Verschmutzung durch Sand und kein Ablassen von Wasser. Kurz: AquaFence ist einfach, schnell und flexibel beim Aufbau, sicher und dicht während des Hochwasserereignisses und schnell, einfach und sauber beim Abbau.

Notfallmäßiges Bereitschaftskonzept

Das AquaFence-Team bietet seinen Kunden neben einem zertifizierten und mehrfach erfolgreich eingesetzten Produkt Flexibilität und kreative Lösungsvorschläge sowohl im technischen wie auch im geschäftlichen Sinn. Ganzheitliche Hochwasserschutzkonzepte bestehen aus Standardtechnik, Notfalltechnik, erfahrenem Personal, Bemessungen, Frühwarnsystemen, Logistik sowie sämtlichen ingenieurmäßigen Leistungen über Partnerfirmen. Mit dem notfallmäßigen Bereitschaftskonzept gewährleistet AquaFence einen Schutz vor Hochwasser, wobei der finanzielle Aufwand durch gebundenes Kapital, Lagerhaltung, Wartung, Reparatur und Personal gemindert wird. Den Kunden wird für eine definierte Strecke und innerhalb einer festgelegten Vorwarnzeit ein zertifiziertes bzw. erprobtes System rechtzeitig angeliefert und aufgebaut. Während des Hochwassers wird das aufgebaute System bewacht und bei unvorhergesehenen Ereignissen werden entsprechende Vorkehrungen getroffen.

Dieses Konzept hat sich mit jeweils mehreren Kilometern Länge in Schweden, Norwegen und den USA bereits bewährt und wird schrittweise in weiteren europäischen Ländern angeboten, darunter in Deutschland und Polen. Kunden sind Städte und Kommunen, aber auch Behörden wie Straßen- bzw. Autobahnbehörden, Energieunternehmen, die beispielsweise ihre Transformatoren schützen, Industrie, Wasserwerke und Abwasserreinigungsanlagen.

Test und Zertifizierung

AquaFence mit Sitz in Düsseldorf wurde als erstes System überhaupt im Oktober 2008 von der Universität Hamburg-Harburg erfolgreich nach den Anforderungen der Zertifikate von BWK, BSI (England) und FM-Global (USA) getestet und zertifiziert. 2012 wurde AquaFence vom US Army Corps of Engineers am National Engineering Research and Development Center in Vickburg/Mississippi sieben Wochen lang erfolgreich getestet – Bilder und Filme hierzu befinden sich auf der AquaFence-Homepage. AquaFence wurde 2012 auch von UNOPS (United Nation Office for Project Services) als Lieferant gelistet. In einigen Ländern können Kunden bei Einsatz von AquaFence Dank der Zertifizierungen geringere Versicherungsprämien erhalten bzw. Versicherungen für den Hochwasserfall überhaupt erwerben.

Systembeschreibung

AquaFence ist ein gleichfalls mobiles und semi-mobiles aufklappbares Hochwasserschutzsystem. Die 2 m breiten Elemente sind 120 cm, 180 cm oder 210 cm hoch. Sechs bis acht Personen können in 1 Stunde ca. 100 m AquaFence aufbauen. Ein Standardelement ersetzt vergleichsweise und durchschnittlich 700 Sandsäcke und ist dabei sicher und dicht. Da die technischen Halterungen des Systems auf der Wasserseite liegen, ist die Gefahr von Vandalismus nahezu ausgeschlossen. Alle notwendigen Komponenten wie Dichtungen, Stabilisierungsstangen etc. sind immer mit den eingeklappten Elementen fest verbunden.

AquaFence nutzt die physischen Kräfte des Wassers zum Stabilisieren und Abdichten und verfügt dabei über einen Sicherheitsfaktor von mindestens 3 – es hält dem mehrfachen Wasserdruck eines Hochwassers stand. Die Materialien sind Holz, Edelstahl und Aluminium sowie PVC-Folien und Dichtungen.

AquaFence eignet sich als

  • Hochwasserschutz für beliebige Strecken
  • Objektschutz, zusätzliche Erhöhung z. B. von Mauern oder Deichen, 2. Verteidigungslinie
  • als notfallmäßiges System für den Katastrophenschutz
  • zum Bau von Wasserbassins, beispielsweise als Löschwasserspeicher für den Waldbrandeinsatz, als Rückhaltebecken bzw. Absetzbecken für Spülgut, aber auch als Behälter zum Auffangen von kontaminiertem Löschwasser oder von Wasser-Öl-Gemischen bei Ölunfällen und
  • zum temporären Umleiten oder Stauen von Gewässern für Baumaßnahmen oder Veranstaltungen Ein Schild aus reißfester PVC-Folie wird in die Elemente vor die Aluminiumstützen gespannt und nutzt das dahinter befindliche Wasser als Stoßdämpfer. Er schützt vor Schwimmgut – wie die getesteten 0,4-t-Baumstämme – oder sehr starke Strömungen.

Einsatzbeispiele

Thailand

Nach den erfolgreichen Einsätzen in Thailand im Winter 2011 wurde AquaFence verstärkt und wiederholt zum Schutz vor Hochwasser von verschiedenen Industriebereichen insbesondere bei Nestlé eingesetzt. Dies sicherte nicht nur Werte, sondern half dem Unternehmen auch, in der angespannten Phase produzieren zu können und alle Mitarbeiter zu behalten. Besonders hervorzuheben ist hierbei insbesondere: AquaFence war wie gewohnt dicht und konnte auch sensible Industriebereiche sicher schützen. Das System wurde sogar in bereits aufgelaufenem Hochwasser aufgebaut: Das System wurde im Wasser aufgebaut und miteinander verbunden und das Wasser danach im dahinterliegenden Teil abgepumpt.

USA

In den USA schützte AquaFence u. a. ein Krankenhaus, eine Transformatorstation und Gebäude sowie die Stadt Fargo. Das System war dabei schnell aufgebaut, dicht und fand große Beachtung in der Presse. Nichtamtliche Helfer und Nachbarn bauten 500 m AquaFence in 1,5 Stunden auf. AquaFence ist nun Teil von Hochwasserschutzplänen unterschiedlicher Städte und Einrichtungen in Hochwassergebieten in den USA.

Ungarn

AquaFence schützte wiederholt Europas größten Interventionsspeicher für Mais in Adony an der Donau südlich von Budapest. Sämtliche großen Einfahrtstore, z. T. über Eisenbahnschwellen, wurden mit absoluter Dichtigkeit durch den 1,80 m hohen AquaFence-Hochwasserschutz auf einer Länge von 55 m geschützt. Weitere Einsätze erfuhr das System beispielsweise beim Schutz von Straßen, so können wichtige Verbindungstrassen beispielsweise für Katastrophenschutzfahrzeuge länger geöffnet bleiben.

Norwegen

Besonders hervorzuheben ist der Einsatz des Systems für den Abfluss eines Wasserkraftwerkes in Norwegen. AquaFence diente als Böschungsschutz für die Zeit von Baumaßnahmen. Hier standen extreme Wassermengen auf dem 1,80 m hohen System. AquaFence wird nun ein Kernkraftwerk gegen Hochwasser schützen und gleichzeitig als Reserve-Kühlwasserbecken dienen.

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  • Über diese
    Datenseite
  • Product-ID
    6378
  • Erstellt am
    05.07.2013
  • Geändert am
    23.09.2014