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Moderne Fugenbänder – eine Alternative zur dauerhaften Abdichtung von Bewegungsfugen

Eine Umfrage unter Verarbeitern hat gezeigt, dass viele Bewegungsfugen in Flachdächern noch in der konventionellen Bauweise ausgeführt werden. Dabei steht mit den modernen Fugenbändern eine Technologie zur Verfügung, die viele Vorteile bietet.

Die konventionelle Detailausführung für Bewegungsfugen im Flachdach, bei der eine Rundschnur eingelegt wird und die Bitumenbahnen in Schlaufe darüber gelegt werden, führt dazu, dass bei Formteilen bis zu acht Bitumenbahnen übereinander gelegt werden. Hierbei ist es nahezu unmöglich, eine kontrollierte Bewegungsaufnahme zu gewährleisten. Auch findet man in der Fachliteratur keine konkreten Angaben, wie viel Bewegung eine solche Konstruktion aufnehmen kann – ein nicht zu unterschätzender Nachteil, weil sich bei den Tragwerksplanern immer mehr der Trend durchsetzt, die Anzahl der Bewegungsfugen möglichst gering zu halten, wodurch die erforderliche Bewegungsaufnahme größer wird und die Anforderungen an die Abdichtung der Fugen steigen. Die Abdichtungen von Gebäudetrenn- und Wandanschlussfugen sind oft die Ursache von Undichtigkeiten, die in der Folge die Substanz des Gebäudes schädigen und zu hohen Sanierungskosten führen können.

Moderne Fugenbänder bieten eine technisch ausgereifte und in der Praxis bewährte Lösung des Problems. Die seitlichen Klebeflansche sind mit einem Glasgewebe armiert, der besonders elastische Dehnbereich ist nicht armiert und nimmt kontrolliert die Bewegungen in allen drei Richtungen auf, dadurch bleibt die Dachabdichtung spannungsfrei. Dabei nimmt der Dehnbereich eine Reißdehnung von bis zu 650 % auf. Die Bewegungsaufnahme der Bänder ist so gestaffelt, dass für den jeweiligen Anwendungsfall die optimale Lösung angeboten werden kann. Je nach Art des Einbaus stehen Bänder mit oder ohne Vlieskaschierung zur Verfügung. Ein eventuell vorhandener seitlicher Überstand des Glasgewebes verbessert zusätzlich die Verkrallung im Bitumen.

Die Bänder lassen sich effizient und sicher einbauen. Dazu werden die seitlichen Klebeflansche sandwichartig mittels direkter Flamme in die bituminöse Flächenabdichtung geflämmt. Ein Anheben aus der wasserführenden Ebene mit Dämmkeilen und die damit einhergehende Zergliederung des Daches sind nicht erforderlich. Es kann über die Fuge hinweg entwässert werden, wodurch zusätzliche Entwässerungspunkte eingespart werden können.

Insbesondere bei komplizierten Fugenverläufen mit Versätzen, T-Stücken oder anderen Formteilen kommen die Vorteile der Fugenbänder voll zur Geltung. Bänder und Formteile können objektbezogen nach örtlichem Aufmaß im Werk produziert und als fertig konfektionierte Systeme auf die Baustelle geliefert werden. Die Bänder folgen problemlos jedem Fugenverlauf. Die Formteile werden vulkanisiert. Die homogene Verbindung garantiert auch für komplizierte Geometrien die durchgängige Dichtigkeit.

Als Zeitwert für das Herstellen von Bewegungsfugen in konventioneller Bauweise wird in den Zeitwerten für Dach-, Wand- und Abdichtungstechnik des Zentralverbandes des Deutschen Dachdeckerhandwerks 40 Minuten pro laufenden Meter angegeben. Es kann also bei dem Einsatz von Fugenbändern mit einem Zeitvorteil von ca. 30 Minuten pro laufenden Meter gerechnet werden.

Bei der Wahl der Fugenbänder muss darauf geachtet werden, dass ein allgemeines bauaufsichtliches Prüfzeugnis vorliegt. Die Bänder sollten außerdem aus einer Butyl- Kautschukmischung bestehen, diese bietet eine bessere chemische Beständigkeit als z. B. EPDM. Da die Bedingungen auf Dächern extrem sind, sollten hier keine Kompromisse eingegangen werden.

Aktuell wurden 1.600 m Dehnungs-Fugenband im Neubauprojekt des City Cube Berlin eingesetzt, einer multifunktionalen Messe-, Kongress- und Eventarena, die den ständig wachsenden Raumbedarf nach der Schließung des ICC Berlin sicherstellt. Im Juli 2012 wurde der Grundstein gelegt und im Mai 2014 ist die Eröffnung geplant.

Die Fugenbänder wurden schon bei vielen Großprojekten weltweit eingesetzt und die anspruchsvollen Herausforderungen an deren Abdichtung gelöst. Aber auch bei kleineren Projekten können Planer, Bauherr und Verarbeiter die Vorteile dieser Technologie nutzen und von den Erfahrungen der Großen profitieren.

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    7096
  • Erstellt am
    01.04.2014
  • Geändert am
    31.01.2016
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