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Murverbauung 5.5 Mile Creek, Kanada – flexible Mursperre mit Omega-Netz

Das Tal des Thompson River und  der Fraser Canyon in British Columbia, Kanada sind weltweit bekannt und berühmt für Whitewater Rafting. Sie befinden sich einige Stunden Fahrzeit östlich von Vancouver und sind erreichbar über den Trans Canada Highway, auch bekannt als Highway No.1. Dieser Highway verläuft nördlich von Hope nach Cache Creek und dreht sodann nach Osten. Aber diese Strecke von ungefähr 200 km isd aufgrund von Naturgefahren weder für Schiffs- noch für Straßenverkehr besonders geeignet. Außerdem müssen dort auch noch zwei Bahnlinien, die die Ost-Westverbindung sicherstellen, ihren Platz finden.

Es kommt in diesem Bereich des Öfteren zu Lawinen, Steinschlag, Muren und großflächige Massenbewegungen, die u. a. auch den Highway bedrohen. Aus diesem Grund wurde in der Mitte der 1980-er Jahre eine Umgehungsstraße errichtet. Aber trotzdem blieb dieser Abschnitt ein wichtiger Transportkorridor, besonders für die Verbindung nach Nord British Columbia und ebenso für die Bahn.
An einer Stelle, nahe der Stadt Lytton, wo der 5.5 Mile Creek in den Tompson River mündet, kommt es immer wieder zu kleineren und mittleren Murereignissen, die größere Schäden am Highway verursachen (s. Bild 1). Das größte Ereignis fand am 13. März 2007 mit einer Ablagerung von 2000 m³ statt. Das Transportministerium von British Columbia strebte eine Lösung für wiederkehrende Ereignisse mittels einer flexiblen Mursperre an, die einerseits das Murmaterial zurückhält und andererseits eine Entwässerung der Mure zulässt.

Das zur Anwendung gekommene System wurde von Trumer Schutzbauten GmbH entsprechend der vom Auftraggeber vorgegebenen Parameter entwickelt. Das Ergebnis ähnelt einer Kreuzung aus traditionellem Steinschlagschutzsystem mit einer aus dem Lawinenschutz bekannten Schneebrücke.

Das System hat eine Höhe von 6 m und eine Spannweite von ungefähr 30 m. Die Runse wird durch steile Felswände gebildet und ihre Sohle besteht aus Kolluvium mit einer Mächtigkeit von mehr als 8 m, das von vorangegangen Murereignissen stammt. Der Wasserspiegel befindet sich fast das ganze Jahr an der Sohlenoberfläche. Vor der Installation wurde die Sohle um 2 m durch das Entfernen von fast 5.000 m³ Material abgesenkt, wodurch ein Rückhaltevermögen von ca. 3000 m³ bergseits der Mursperre erzielt werden konnte.

Die Fundamente sind in Stahlbeton ausgeführt und mit jeweils zehn Stück IBO R51N Stabankern mit einer optimierten Geometrie verankert. Auf diesen Fundamenten stehen die beiden bereits erwähnten lambdaförmigen Stützkonstruktionen, wobei eine davon als ganzes ca. 2 t wiegt. Der Anschluss an das Fundament erfolgt über insgesamt 16 Stück GEWI 50 Stabanker. Das Omega-Netz wird von Trag- und Mittelseilen, die von den linken Seitenankern über die beiden Lambda-Rahmen zu den rechten Seitenankern führen, aufgespannt. Um die aus dem Murstoß resultierenden Spannungsspitzen zu kappen, kommen energiedissipierende Bremselemente zum Einsatz.

Die Mursperre wurde zu guter Letzt mit einer Messeinrichtung in der Hoffnung bestückt, Daten über die Einwirkungen bei Murereignissen zu erhalten, die eine Verifizierung der Lastannahmen ermöglichen und eine Basis für weitere Fortentwicklungen ergeben sollen.
Das Ankerdesign erfolgte durch Wyllie & Norrish Rock Engineers. Pacific Blasting and Demolition Ltd. und VSA Highway Maintenance waren für die Errichtung im Jahr 2010 verantwortlich. Die Bauzeit betrug ca. eineinhalb Monate, wobei der Großteil für den Aushub und Gründungsmaßnahmen benötigt wurde. Die Sperre selbst konnte innerhalb von vier Tagen fertiggestellt werden. Die Finanzierung erfolgte durch das Ministry of Transportation and Infrastructure von British Columbia.

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  • Über diese
    Datenseite
  • Product-ID
    6037
  • Erstellt am
    26.09.2012
  • Geändert am
    12.01.2015