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Nationalstadion Warschau: Problemlösung für Dehnung und Bewehrung

Größtenteils unsichtbar, spielten beim knapp vierjährigen Bau des Warschauer Nationalstadions JORDAHL® Produkte des Berliner Befestigungs- und Bewehrungstechnik-Spezialisten Deutsche Kahneisen Gesellschaft mbH eine wichtige Rolle.

Fußball auf einer der größten Tiefgaragen Polens

Neben dem eigentlichen Stadion am Weichselufer umfasste die Planung auch Räumlichkeiten für Büros, Konferenzräume, Physiotherapiepraxen oder Restaurants sowie eine der größten Tiefgaragen Polens mit 1.700 Stellplätzen in zwei Ebenen unterhalb der Spielfläche des Stadions. Das Stadion selbst ähnelt äußerlich einem Weidenkorb in den polnischen Nationalfarben und bietet Platz für rund 58.000 Besucher. Highlight ist die hängende, 55.000 m² große Dachkonstruktion aus Stahl, von der sich 10.000 m² öffnen lassen. Die variable Dachkonstruktion erlaubt somit die Durchführung von Sportevents und kulturellen Veranstaltungen auch bei widrigen Witterungsbedingungen. Aufgrund der geologischen Gegebenheiten ist das Stadion auf 14.000 Stahlbetonpfählen gegründet. Darüber erhebt sich die achtstöckige Fertigteil-Stahlbetonkonstruktion.

Aufgrund seiner Größe (die Gesamtfläche des Objektes beträgt mehr als 200.000 m², davon 130.000 m² im unterirdischen Bereich) verfügt das Objekt über zahlreiche konstruktive Dehnungsfugen, bei denen die Übertragung von erheblichen Querkräften sichergestellt werden musste. Dies wurde durch den Einsatz einer zuverlässigen Lösung unter Nutzung der Doppelschubdorne JDSD und JDSDQ von JORDAHL möglich. Insgesamt wurden über 6.000 JORDAHL®-Schubdorne in den Größen von JDSD 25 HF bis zu JDSD 120 HF in die Konstruktion eingebaut.

Um die Dehnungen im Bauteil zu gewährleisten, kann sich das Dornpaar beim Typ JDSD in Längsrichtung in der Hülse bewegen. Doppelschubdorne werden bevorzugt in Dehnfugen von großformatigen Platten eingesetzt. Sie bilden eine formschlüssige Lösung zwischen Wandscheiben, Stützwänden, bei Widerlagern und Winkelwänden. Dieser Typ ist in verschiedenen Standardgrößen erhältlich. Er kann Bemessungswiderstände bis 996,5 kN aufnehmen und für Fugenöffnungen bis 60 mm angewendet werden. Der Typ JDSDQ erlaubt durch seine spezielle Hülsenform zusätzlich Querverschiebungen und Verdrehungen und ist für Bemessungswiderstände bis 896,8 kN bei maximalen Fugenbreiten von 60 mm ausgelegt. Dieser Typ wird häufig in Bereichen verwendet, in denen zweiachsiale Dehnungen ermöglicht werden müssen.

Bei Konstruktionen, die konventionell Doppelstützen benötigen, können Doppelschubdorne eine Stütze ersetzen, bei Deckenauflagen kann die Auflagekonsole entfallen.

Die Doppelschubdorne des Herstellers sind im jahrzehntelangen Einsatz bewährt und bauaufsichtlich unter der Nummer Z-15.7-237 zugelassen. Entwicklung und Fertigung entsprechen den Anforderungen der DIN EN ISO 9001-2008. Doppelschubdorne sind aufgrund der biegesteifen Konstruktion hochbelastbar. Sie lassen sich nur gering verformen und bewirken damit keine Sprengwirkung im Beton.

Doppelschubdorne:
Lange Lebensdauer durch ausgewählte Werkstoffe

Die hochpräzise Fertigung der JORDAHL® Doppelschubdorne bietet den Vorteil größter Bewegungsfähigkeit bei gleichmäßiger Kraftübertragung auf beide Dorne. Die Gleitdruckreibung ist aufgrund guter Schmierung zwischen rundem Dorn und Hülse sowie gleichmäßiger Lastverteilung auf zwei Dorne gering. Der Einbau ist einfach und wirtschaftlich, dennoch stellen die Dorne später eine zuverlässige und präzise lineare Führung oder ebene Auflagerung sicher.

Alle Teile der Doppelschubdorne werden grundsätzlich aus hochfestem, nichtrostendem Edelstahl 1.4462 und 1.4571 hergestellt. Die Werkstoffe erfüllen die Korrosionswiderstandsklasse III oder IV gemäß bauaufsichtlicher Zulassung Nr. Z-30.3-6. Auch unter hoher Chloridbelastung oder im Bereich von Seewasser oder aggressiver Industrieatmosphäre ist deshalb kein weiterer Korrosionsschutz notwendig.

Zur Auslegung der Doppelschubdorne bietet der Hersteller seinen Kunden eine kostenlose, intuitiv bedienbare Software, die hilft, den optimalen Doppelschubdorn zu ermitteln.

Durchstanzbewehrung ermöglicht geringe Konstruktionshöhe der Decken

Beim Bau der Tiefgaragendecke des Warschauer Stadions kamen JORDAHL® Durchstanzbewehrungen JDA zum Einsatz. Die Spielfläche des Stadions liegt auf der Decke der Tiefgarage, auf der sich während der Montage der Stahlkonstruktion Kräne mit einer Tragkraft von über 1.000 t bewegten. Zur Verringerung der Konstruktionshöhe der Decken war es deshalb erforderlich, die Durchstanzbewehrung JDA des Herstellers im Stützenkopfbereich einzusetzen. Zur Bewehrung wurden über 16.500 Anker aus Betonstabstahl in die Flächen von mehr als 135.000 m2 Flachdecken eingebaut. Der Durchstanzwiderstand konnte so um 90 % im Vergleich zu Deckenplatten ohne Durchstanzbewehrung erhöht werden. Die Durchstanzbewehrung JDA ist für statische und dynamische Lasten für Deckenhöhen ab 18 cm bauaufsichtlich zugelassen: (Zul.-Nr: Z-15.1-214) nach DIN 1045-1 : 2008-08.

Zur Ermittlung der optimalen Durchstanzbewehrung stellt das Berliner Unternehmen eine komfortable und intuitiv bedienbare Bemessungssoftware zur Verfügung. Sie basiert auf der allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassung und der DIN 1045-01 in der Ausgabe 08/2008. Die Software ermöglicht u.a. eine schnelle und übersichtliche Eingabe von Lastvorlagen sowie den Ausdruck einer prüffähigen statischen Berechnung. Zur Ermittlung des mittleren Bewehrungsgrades ρ ist die separate Eingabe des Bewehrungsgrades in x- und y-Richtung möglich. Dabei ist die Berücksichtigung von Stab- oder Mattenbewehrung vorgesehen.

Als Ergebnis steht die Darstellung des Durchstanzbereiches in Grundriss und Schnitt zur Verfügung und gibt sofort einen Überblick über die Anordnung der JDA-Elemente in einem von Prüfstatikern entwickelten Ergebnisausdruck.

Schnelle Umrüstung der Bestuhlung durch Einbau von Ankerschienen

In den mehr als 2.000 Fertigbauteilen der Stadiontribünen wurden Ankerschienen und Montagewinkel zur Verbindung der Tribünen-Fertigteile eingesetzt. Dadurch war es möglich die Stadiontribünen zügig fertig zu stellen. Der zweite Einsatzbereich der Ankerschienen ist die Befestigung der Zuschauersitze. Die Bestuhlung muss der jeweiligen Veranstaltungsart angepasst werden können und demzufolge einfach und schnell zu montieren und zu demontieren sein. Aus diesem Grund wurde die Befestigung der Sitze an die Fertigbauteile der Tribünen mittels 5.200 Ankerschienen JTA-CE W40/22 und Hammerkopfschrauben JC des Herstellers realisiert. Die hier verwendeten Ankerschienen besitzen die Europäisch-Technische Zulassung (ETA-09/0338).

Der Übergang zwischen der Stahlbeton- und Mauerkonstruktion wurde unter Verwendung von JORDAHL® Ankerschienen und Mauerankern JMA ausgeführt.

In der Planungsphase der Stahlbetonkonstruktion arbeiteten die Konstruktionsplaner eng mit Fachleuten der polnischen JORDAHL-Niederlassung JORDAHL & PFEIFER Technika Budowlana Sp. Z. o. o. in Krepice zusammen. Konstruktionsplaner Miłosław Matejko äußert sich lobend über die sehr gute technische Unterstützung durch die Mitarbeiter der Niederlassung. Auch Bauleiter Jacek Kucybała hebt die Partnerschaft mit JORDAHL & PFEIFER Technika Budowlana hervor: "Wir waren beeindruckt vom zügigen Service und dem flexiblen Reagieren der JORDAHL-Mitarbeiter bei unserem straffen Zeitplan der Bauleistungen. Die JORDAHL® Produkte wurden in guter Qualität geliefert und konnten problemlos eingebaut werden."

Eberhard Rademeier/Heinz-Jürgen Zamzow

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Referenzen

Warschau, Masowien, Polen (2012)

  • Über diese
    Datenseite
  • Product-ID
    6081
  • Erstellt am
    31.10.2012
  • Geändert am
    11.12.2014