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Neubau des Nationalstadions in Brasilia – Spitzenleistung in engem Zeitfenster

In Brasilien laufen die Vorbereitungen für die Austragung der Endrunde der Fußball-Weltmeisterschaft 2014 auf Hochtouren. Zu den insgesamt 12 Stadien, an denen zurzeit noch gebaut wird, zählt das Nationalstadion in der Hauptstadt Brasilia. Insbesondere zur Erhöhung der Sitzplatzanzahl wurde die 1974 unter dem Namen Mané Garrincha erbaute Arena bis auf die Grundmauern abgerissen, um dann nach den Plänen der deutschen Architekten von Gerkan, Marg und Partner und dem Brasilianer Castro Mello Arquitetos in eine reine Fußballarena mit abgesenktem Spielfeld und neuen Tribünen umgewandelt zu werden. Mit wirtschaftlichen und technisch anspruchsvollen Schalungslösungen sowie einer kontinuierlichen Beratung und der strikten Einhaltung der Liefertermine hat die ULMA Construcción dazu beigetragen, dass die Rohbauarbeiten trotz des knapp bemessenen Zeitfensters fristgerecht umgesetzt werden konnten.

ULMA bietet Komplett-Lösungen für Schalungen, Klettersysteme, Stützwerk und Gerüste, zum Verkauf und zur Vermietung, für Wohnungsbau, Ingenieurbau, gewerblichen Bau und zur Gebäudeinstandsetzung. Mehr als 50 Jahre Marktpräsenz haben eine breite Basis an Wissen und Erfahrungen geschaffen. Wo auch immer das Unternehmen tätig wird, sind Produkte und Dienstleistungen auf die Gegebenheiten des jeweiligen Landes und Marktes abgestimmt. Seit vielen Jahren hat sich der Hersteller mit der reibungslosen Abwicklung kleiner Projekte ebenso einen guten Ruf erworben, wie mit der Realisation weltweit beachteter Referenzobjekte, zu denen der Umbau des brasilianischen Nationalstadions gehört.

Nach Abriss und Umbau des alten Stadions wird die neue Arena auf einer Fläche von 18.800 m2 mehr als 71.000 Zuschauern Platz bieten. Die Herausforderungen in der Umbauphase waren vielfältig: Fast 4.000 t an Hilfsstoffen mussten in einem Bauprozess mit nur wenigen Arbeitskräften und kurzen Vorlaufzeiten bewegt werden, in dem jederzeit ein hohes Maß an Sicherheit aufrechterhalten werden musste. ULMA lieferte unterschiedliche Schalungssysteme für die Ausführung der verschiedenen Baukörper auf die Großbaustelle. Hierzu zählten neben der Handschalung COMAIN, die Rundstützenschalung CLR, MK Tragwerke und Kletterkonsolen, BRIO Traggerüste, ALUPROP Traggerüsttürme und die Wandschalung ORMA. Beim Umsetzen der Unterstellungen ohne Demontage kamen zusätzlich VR-Umsetzwagen zum Einsatz.

Architektonische Besonderheit

Die architektonische Besonderheit des Stadionneubaus liegt in den 288 Stützen, die um den gesamten Baukörper herumlaufen. Sie dienen als Auflager für den so genannten Kompressionsring und sind jeweils 46 m hoch. Für den Bau der runden Stützen mit einem Durchmesser von 1,20 m bis 1,50 m wurde die Rundstützenschalung CLR in aufeinanderfolgenden Abschnitten von 4 m verwendet. Als Arbeitsplattform kam das BRIO-System zum Einsatz, das die Sicherheit der Arbeiter in allen Bauphasen und Höhen sicherstellte. Als besondere technische Herausforderung erwies sich die Konstruktion des 22 m breiten Kompressionsrings in 46 m Höhe. Für seine Betonage wurden auf Kletterkonsolen aufgelagerte MK-Tragwerke an den 288 Stützen verankert, die den Kompressionsring unterstützen. Aufgrund dieser Vorgehensweise konnte der Einsatz von großen Mengen an konventionellen Traggerüsten vermieden werden. Gleichzeitig wurden beträchtliche Zeit- und Kosteneinsparungen erzielt.

Hervorragende Ergebnisse

Auch bei der Erstellung der weiteren Baukörper konnten mit den ULMA-Schalsystemen hervorragende Ergebnisse erzielt werden. Das gilt sowohl für den Bau der Haupttribünen-Unterzüge, bei dem MK-Konstruktionen auf BRIO Traggerüsten verwendet wurden, als auch für den Einsatz der vielseitigen COMAIN-Schalung bei den sich wiederholenden großformatigen Fundamentblöcken. Als Traggerüst-System für Decken und Unterzüge stellte ALUPROP vor allem aufgrund der leichten Handhabbarkeit und seiner Anpassungsfähigkeit für die unterschiedlichen Deckenhöhen die ideale Wahl dar. Auch der Einsatz des VR-Versetzwagens, mit dem die BRIO- und ALUPROP-Türme ohne vorherige Demontage in den jeweiligen neuen Betonierabschnitt transportiert werden konnten, trug zu einem effizienten und zügigen Bauablauf bei den Rohbauarbeiten bei. Der Projektleiter des ausführenden Baukonsortiums, Marcos Aparecido Conchis, zog dementsprechend eine positive Bilanz: "Der Schalungspartner hat die in ihn gesetzten Erwartungen durch eine qualitativ hochwertige Leistung, kontinuierliche Beratung und strikte Einhaltung der Liefertermine deutlich übertroffen."

Während die Stadien in Belo Horizonte, Curitiba, Fortaleza, Porto Alegre und Rio de Janeiro für die WM 2014 umgebaut werden, entstehen in den WM-Städten Brasilia, Cuiabá, Manaos, Natal, Recife, Salvador da Bahia und São Paulo komplette Neubauten. Die Ausrichter sind zuversichtlich, dass alle Stadien pünktlich fertig gestellt werden können. So sollen die Bauarbeiten Anfang 2013, spätestens jedoch Anfang 2014 abgeschlossen sein. Als erster Test unter Wettbewerbsbedingungen findet im Juni der FIFA-Konföderationen-Pokal 2013 in ausgewählten WM-Stadien statt.

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Referenzen

Brasilia, Distrito Federal, Brasilien (2013)

  • Über diese
    Datenseite
  • Product-ID
    6321
  • Erstellt am
    06.06.2013
  • Geändert am
    08.12.2014