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Neue Kammer für die Moselschleuse bei Trier

Der schiffbare Teil der Mosel hat von Koblenz bis nach Neuves-Maisons in Frankreich eine Gesamtlänge von über 390 km. Er ist die am stärksten frequentierte Binnenwasserstraße in Deutschland: Jährlich befahren über 10.000 Güterschiffe die Mosel; dazu kommen in den Sommermonaten noch rund 5.000 Fahrgastschiffe.

Mit einem Transportaufkommen von 15 bis 16 Mio. t ist die Mosel aktuell stark überlastet, was zu hohen Wartezeiten führt. Zudem müssen an den über 50 Jahre alten Schleusen immer umfangreichere Instandsetzungsarbeiten durchgeführt werden, die jährlich achttägige Vollsperrungen mit sich bringen.

Zehn neue Schleusen

Um eine ganzjährige Befahrung der Mosel zu ermöglichen, werden von Koblenz bis Trier parallel zu den bestehenden Anlagen zehn Schleusen neu gebaut. Die neuen Schleusen haben eine nutzbare Länge von je 210 m bei einer Breite von je 12,5 m und sind somit auch für größere Schiffe befahrbar.

Die Schleusenanlage in Trier ist die dritte Anlage, die erweitert wird. Die neue Schleusenkammer wird landseitig neben der bestehenden Kammer als Stahlbeton-Bauwerk in monolithischer Bauweise mit einer 3 m starken Sohle errichtet. Die für den Neubau benötigte Baugrube wird direkt neben der alten Schleuse realisiert. Zur Sicherung der bestehenden Kammer war eine ausgesteifte und zweifach rückverankerte Bohrpfahlwand erforderlich. Die gesamte Schleusenbaugrube wird teilweise als überschnittene Bohrpfahlwand und teilweise als Spundwand ausgeführt.

Am oberen Vorhafen wurde die Trennmole zwischen der alten und der neuen Kammer als Bohrpfahlwand mit vierlagiger Rückverankerung realisiert. Auch die baugrubenseitige Spundwand ist vierlagig rückverankert, wobei die erste Lage mit horizontalen Rundstahlankern und die anderen drei Lagen mit Verpressankern ausgeführt wurden.

Am unteren Vorhafen besteht die Trennmole aus einer vierlagig rückverankerten, überschnittenen Bohrpfahlwand. Die Stirnseiten der Baugrube sind durch Spundwand-Fangedämme begrenzt. Hier kamen neben Rückverankerungen auch Zuganker am Wandkopf zum Einsatz.

Fünfschichtiger Baugrund

Der anstehende Baugrund besteht hauptsächlich aus fünf Schichten, wobei es sich bei den obersten Schichten um Auffüllungen, Schwemmlandsedimente und Kies- und Sandschichten handelt. Die Bohrarbeiten zur Herstellung der Bohrpfahlwand sowie der Anker erfolgten in Konglomeraten von verfestigtem Kies mit hoher Abrasivität sowie in stellenweise schiefrigen Ton- und Schluffsteinen mit schwacher Abrasivität.

Für die Rückverankerung der Baugrubenumschließung produzierte und lieferte DSI 223 Litzendaueranker mit zwei, vier, fünf, sechs und sieben Litzen mit einer Gesamtlänge von 5.313 m sowie 393 temporäre Litzenanker mit vier, sechs, sieben, acht, neun und zehn Litzen mit einer Gesamtlänge von 6.230 m.

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Referenzen

Trier, Rheinland-Pfalz, Deutschland (2018)

Bauwerkskategorien

  • Über diese
    Datenseite
  • Product-ID
    7561
  • Erstellt am
    03.01.2018
  • Geändert am
    03.01.2018