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Neues Dach für die Arena di Verona

Die Arena von Verona gehört zu den größten und besterhaltenen Amphitheatern aus der römischen Zeit. Das knapp 2.000 Jahre alte Bauwerk ist Wahrzeichen und Tourismusmagnet der Stadt – und überdies UNSECO-Weltkulturerbe. Die 30 n. Chr. unter Kaiser Tiberius erbaute Arena wird heute für Opernaufführungen und Konzerte genutzt.

Aus einem internationalen Ideenwettbewerb für die Überdachung der historischen Arena in Verona sind die Ingenieure von schlaich bergermann partner (sbp) und Architekten von Gerkan, Marg und Partner (gmp) als Sieger hervorgegangen. Der gemeinsam entwickelte Entwurf der beiden Büros konnte sich gegenüber 80 Konkurrenten durchsetzen.

Aufgabe des Wettbewerbs war es, eine wandel- und rückbaubare Überdachung zu entwerfen, die einerseits die Nutzung bei schlechtem Wetter ermöglicht und so vor schädlichen Umwelteinflüssen schützt, andererseits aber das historische Monument maximal respektiert und einen geringstmöglichen Eingriff in Substanz und Erscheinung des Amphitheaters darstellt. In dem weltweit offenen Ideenwettbewerb überzeugte das Konzept von sbp und gmp.

Der Gewinnerentwurf sieht einen deutlich abgesetzten Druckring über der Arena vor, der eine wandelbare Membrankonstruktion hält. Ellipsenförmig die gesamte Fläche des Amphitheaters überdeckend, schafft das Tragwerk Raum, der für zusätzliche Beleuchtung und zeitgemäße Bühnentechnik genutzt werden kann. Ein intelligentes Zusammenspiel aus einer fächerförmig angeordneten, verfahrbaren Seilstruktur und der Membraneindeckung schützt die gesamte Arena bei Bedarf vor Unwetter, kann aber auch bei strahlendem Wetter spurlos im Druckring verborgen werden. Dabei verfahren zuerst die Seile aus ihrer Parkposition im Druckring, während im zweiten Schritt die Membran dann entlang dieser Seile ausgefahren wird.

Einmaliger Fahrvorgang der wandelbare Membrankonstruktion

Die Entwurfsverfasser erklären das mobile Faszinosum wie folgt: Der Fahrvorgang in dieser Konfiguration ist noch nie dagewesen, und dennoch kann der Großteil der bewährten Fahrtechnologien von Projekten wie beim Stadion Frankfurt, Vancouver, Nationalstadion Warschau oder Bukarest weiterentwickelt und für Verona neu komponiert werden. Die Seile werden mittels Winden aus der Parkposition in ihre endgültige Position entlang des ovalen Druckrings verfahren. Festgesetzt an der finalen Position, werden die Seile anschließend im Technikbereich der Garage hydraulisch vorgespannt. Die dort geparkte Membran entfaltet sich nun, gezogen durch radial umlaufende Windenseile, sternförmig nach außen. Auf den letzten Zentimetern greifen hydraulische Spannmechanismen die vordersten Spannwagen und leiten die erforderliche Vorspannung in die Membrane ein.

Open-Air-Atmosphäre bleibt erhalten

So bleibt bei geöffnetem Dach der unverstellte freie Blick in den Himmel gewahrt und die Open-Air-Atmosphäre erhalten. Von außen ist die Konstruktion kaum wahrnehmbar, dadurch wird der historische Charakter der römischen Arena erhalten. Aus der Vogelperspektive wirkt das geschlossene Dach wie eine schützende Muschel, die sich sanft über den historischen Bau legt.

In dem innovativen Entwurf spiegelt sich auch die Erfahrung der Ingenieure bei der Realisierung von wandelbaren Dächern auf historischen Bauwerken wider, umgesetzt etwa bei Arenen in Saragossa, Nîmes und Madrid. In Italien war sbp bereits unter anderem als Tragwerksplaner für die über einen Kilometer lange Glasüberdachung für die Neue Messe Mailand aktiv.

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    7467
  • Erstellt am
    15.02.2017
  • Geändert am
    15.02.2017