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Neues Pier, alte Pracht

Das Sandwich Plate System (SPS) hat sich seit seiner Entwicklung vor mehr als zehn Jahren in immer mehr Bereichen etabliert. Neben Schiffsdecks, Brückensanierungen und Tribünenelementen gewinnt nun die Erneuerung von Geschoßdecken (SPS Floors) im Hochbau an Bedeutung, denn das Planen und Bauen mit SPS ist in jedem Fall unkomplizierter, schneller und damit letztendlich günstiger als mit anderen konventionellen Techniken.

Eines der jüngsten Projekte, bei dem SPS zum Einsatz kam, ist der spektakuläre Wiederaufbau des Grand Pier im englischen Seebad Weston-super-Mare im nördlichen Somerset, 28 km südwestlich von Bristol. Typisch für die englischen Seebäder, wie Brighton oder Eastbourne, ist ihre sogenannte Bäderarchitektur mit ihren markanten Pavillons, die ins Meer hinausgebaut wurden. Einer dieser Pavillons, der sogenannte Grand Pier, ist im Herbst 2009 vollständig abgebrannt. Das über hundert Jahre alte Gebäude wie auch die historische, 400 m lange Seebrücke, bis dahin Wahrzeichen und Touristenattraktion der Stadt, wurden vollständig zerstört.

Mit SPS steht die neue Bäderpracht jetzt auf stahlhartem Boden

Der britische Kooperationspartner von BASF Polyurethanes, Intelligent Engineering (IE), erhielt den Zuschlag, den "Hingucker" an der englischen Küste mit dem modernen SPS Floors-System wieder aufzubauen. Die Seebrücke steht am Strand und ragt 400 m in den Bristolkanal hinein. Die Bauarbeiten begannen im Herbst 2009 und wurden zur Sommersaison 2010 abgeschlossen. Die neue SPS-Konstruktion wird direkt auf die alte Pier-Struktur aufgebaut. Die Herausforderung des Projekts besteht darin, dass das neue Design nur ein Gewicht von ca. 100 kg/m² erlaubt – für SPS kein Problem, denn mit dieser Technologie lässt sich ca. ein Drittel des Gewichtes einer vergleichbaren Betonkonstruktion einsparen. SPS-Decken sind gleichzeitig leistungsstark und besonders leicht. Dadurch lässt sich die Komplexität vieler Bauprojekte reduzieren und ermöglicht fristgerechte Fertigstellungen.

SPS-Paneele sind resistent gegen Rost

Die einzelnen Deckenelemente werden außerhalb der Baustelle vorgefertigt und können dann direkt an die Eisenträger des Stahlgerüstes angeschraubt werden. Eine weitere Besonderheit: Die Unterseite der Bodenkonstruktion ist konstant dem Salzwasser ausgesetzt. Hier kann IE auf Erfahrungen im Schiffsbau zurückgreifen. Die SPS-Bodenpaneele sind sehr dünn und flach, mit nur wenigen Verbindungselementen. Bei diesem Projekt wurde zusätzlich jedes Paneel mit einem Aluminium-Sprühcoating versehen, um eine spätere Korrosion zu verhindern Nach Anbringung der SPS-Paneele ist die Oberfläche sofort für weitere Arbeiten nutzbar. Sobald eine Sektion der Bodenkonstruktion fertiggestellt ist, können die Arbeiten an der Aufmauerung und der Fassade beginnen, so dass möglichst schnell eine wetterdichte Struktur entsteht.

SPS-Fakten

SPS – das Sandwich Plate System – ist, einfach gesagt, der Verbund zweier Stahlplatten mit einem Kern aus Polyurethan-Elastomeren. Dieser Sandwich-Aufbau ist eine äußerst effektive und langlebige Alternative zu konventionell verstärkten Stahlkonstruktionen und Betonbauteilen, die im Ingenieurbau verwendet werden. Das neue Polyurethan-System Elastocore® in Kombination mit den beiden Stahlplatten weist zahlreiche Vorteile gegenüber herkömmlichen Materialien auf:

  • extrem hohe Belastbarkeit
  • Bauteile sind schlagfester, da die Elastomer-Schicht die auf das Bauteil einwirkenden Kräfte besser verteilen und absorbieren kann
  • vibrationsdämmend
  • weniger korrosions- und ermüdungsanfällig
  • lange Lebensdauer
  • ökonomische Produktion

Für die Gesamtkonstruktion wurden ca. 200 SPS-Elemente für eine Fläche von 4000 m² benötigt. Hier entstand eine neue Arkade mit Geschäften, Bistros und Cafés und eine 85 m hohe Aussichtsplattform, die mindestens so viele Touristen in den Badeort locken wird wie der historische Pavillon.

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  • Product-ID
    3548
  • Erstellt am
    30.04.2012
  • Geändert am
    18.01.2017
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