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Optimierungsprozess für innovativen Brückenschlag

Der Bau der Golden Ears Bridge in Vancouver/Kanada im Rahmen eines Public-Private-Partnership-Modells etablierte nicht nur in kürzester Zeit ein privatfinanziertes Netzwerk und fördert so das Wirtschaftswachstum der Region – er ist viel mehr auch Beweis für effiziente, fortschrittliche Bauprozesse und -methoden, die Umwelt und Personal schonen und Bauzeiten und Kosten senken. Das Verfahren der Bilfinger Berger Ingenieurbau GmbH wurde für den bauma innovationspreis 2010 nominiert.

Vancouver ist eine der wachstumsreichsten Städte der westlichen Welt. Die Behörden sind daher gefordert, die Infrastruktur dringend auszubauen. Beim Golden Ears Bridge-Projekt handelt es sich um ein Netzwerk von 15 km Brücken- und Stadtstraßen, das vier Städte und zwei Hauptverkehrswege im Osten der Großstadt miteinander verbindet. Dabei kreuzt das zu seiner Zeit größte privatwirtschaftliche Projekt Kanadas im Herzstück den Fraser River, einer der größten Lachshabitats weltweit.

Aufgrund eines nahegelegenen Flughafens und der Vorgaben von mindestens zwei Schifffahrtslinien bzw. maximal vier Flusspfeilern entwarf die Bilfinger Berger Ingenieurbau GmbH eine "extradosed Stay-Cable Bridge" mit einer maximalen Pylonhöhe von 90 m und Spannweiten von 240 m. Der Überbau musste binnen zwölf Monaten eine Brücke zwischen den vier Pfeilern formen. Somit konzipierte die Ingenieurbau GmbH den Design & Built-Prozess in mehrfachen iterativen Schritten. Dabei stand die Optimierung der Randbedingungen immer im Fokus.

Das Konzept zeichnet sich insbesondere durch den revolvierenden, also den sich wiederholenden Optimierungsprozess zwischen Bauwerk und -methoden aus. Nach Auftragserteilung wurden Bauteile der Pylonen und der Brückensegmente standardisiert. Im nächsten Schritt wurde ein Verlegegerüst entwickelt, das in kürzester Zeit gleichzeitig und effizient das 100 t schwere Brückenelement verlegt. Es besteht aus Modulen und ermöglicht so einen schnellen Auf- und Abbau für den vierfachen Einsatz auf den einzelnen Brückenabschnitten. Alle Arbeiten erfolgten rückseitig vom bereits fertiggestellten Brückendeck aus, die Montage im Freivorbau verlief automatisiert. Der Personaleinsatz an Absturzkanten und das damit verbundene Risiko für Leib und Leben reduzierte sich so drastisch. Die Vorfertigung der Segmente erfolgte in der Werkstatt zur Sicherung von Geometrie und Qualität.

Nach Verabschiedung des Primärkonzepts wurde ein Tarieren der Lasten nochmals untersucht und die Lasteinleitung in den Bauphasen in das Deck geprüft und optimiert. Der Erfolg der Iteration bestätigte, dass durch das Austarieren keine weiteren Maßnahmen getroffen werden mussten, die weitere Gewichte und Einflüsse zur Brückenstatik addiert hätten. Arbeitsabschnitte wurden pro Stunde, pro Tag und pro Deck für jedes Team herausgearbeitet und umgesetzt. Somit war ein sicherer, konstanter Baufortschritt von 10 m Brückendeck mit sechs Fahrspuren alle zwei Arbeitstage gewährleistet – ein maßgeblicher Beitrag zur vorzeitigen Fertigstellung des Megaprojekts.

Während der gesamten Bauzeit achtete die Bilfinger Berger Ingenieurbau GmbH in erhöhtem Maße auf den Schutz der Umwelt. Bereits in der Vorplanung der Arbeitsabläufe wurden Kriterien und Maßnahmen berücksichtigt, die u. a. zum Schutz der Lachse zusammen mit der Behörde Fisheries & Ocean ausgearbeitet wurden. Neben der ökonomischen Bauzeit standen Mensch und Umwelt also immer im Fokus. Durch optimierte technische Verfahren verbesserte die Ingenieurbau GmbH ständig die Sicherheitsbedingungen der Arbeitsabläufe. Zugleich spielte der nachhaltige Einsatz von Ressourcen eine maßgebliche Rolle in der Methodik, durch die Bauzeit und Kosten bei diesem umfassenden Infrastrukturprojekt minimiert werden konnten – und die somit auch Richtung weisend für andere Projekte dieser Art ist.

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Referenzen

Langley, Britisch-Kolumbien, Kanada, Nordamerika - Maple Ridge, Britisch-Kolumbien, Kanada (2009)

  • Über diese
    Datenseite
  • Product-ID
    3710
  • Erstellt am
    30.04.2012
  • Geändert am
    10.03.2016