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Parkhaus mit vorgespannten Elementdecken

274.000 m³ umbauter Raum, 73.000 m² Gesamtfläche, 4577 Stellplätze auf fünf Parkdecks: Das neue Parkhaus im Werk Neckarsulm der Audi AG bietet nicht nur einen imposanten Anblick, sondern spielt auch eine wichtige Rolle im Konzept für die Verkehrsführung rund um das Werk. Die mit der schlüsselfertigen Realisierung beauftragte Klebl-Unternehmensgruppe setzte bei diesem Projekt auf eine bewährte Eigenentwicklung – die Elementdecke mit Vorspannung.

Das im September 2010 fertiggestellte Parkhaus hilft nachhaltig, die Verkehrsflüsse auf der am Audi-Werk vorbeiführenden Kreisstraße K 2000 zu entzerren. Am Ostrand des Werksgeländes gelegen, ersetzt es den alten Hauptparkplatz im Süden und sorgt für eine Trennung der Personal- und Materialflüsse: Sämtliche Mitarbeiter kommen nun aus dem Osten ins Werk, während angeliefertes Material und produzierte Fahrzeuge von und nach Norden und Süden an- und abtransportiert werden. Das aufwendige Gesamtkonzept erforderte eine Reihe besonderer Maßnahmen. So ermöglichen zwei neue Rampen sowie ein Kreisel nun eine kreuzungsfreie Zufahrt von der Kreisstraße zum Parkhaus. Besonderes Augenmerk lag außerdem auf dem Schallschutz zur Entlastung der Anwohner. Insgesamt dämpfen ca. 6500 m² Schallschutzfassade und 74.000 m² Schallschutzdecken das Klappern der Autotüren und Roll- und Motorengeräusche beim Schichtwechsel. Für das Projekt mit einem Auftragsvolumen von ca. 23,5 Millionen € produzierte Klebl neben den 16,3 m langen Stahlbetonaußenstützen auch die jeweils 44 t schweren Brückenträger der Rampenauffahrten als Sonderbauteile (Bild 2). Die verkehrstechnischen Gegebenheiten am Standort des neuen Parkhauses wurden zur größten Herausforderung beim Bau: "Das Parkhaus steht vor dem Tor 6 des Werks, ca. 335,00 m lang, und die Zufahrten liegen seitlich der Kreisstraße K 2000", erläutert Projektleiter Albert Schuster die Situation. "Der Verkehr auf der K 2000 und ins Werk musste während der Bauzeit weiterlaufen. Außerdem mussten wir die Baustelle besonders absichern, damit auf keinen Fall ein Bauteil auf die Straße fallen konnte." Der Aufwand hat sich gelohnt: Mittlerweile ermöglichen die Rampen und ein Kreisel direkt über der Kreisstraße einen reibungslosen Verkehrsfluss mit kreuzungsfreiem Anschluss in beide Fahrtrichtungen an die K 2000. Neben der Zufahrt zum Tor 6 des Werks wurde auch der gefasste Durchlass der Sulm an dieser Stelle überbrückt.

8,5 m unterstützungsfrei

Für die Parkdecks fertigte das Unternehmen mehr als 4600 Platten. Durch ihre hohe Tragfähigkeit bei großer Spannweite waren sie ideal geeignet für das Parkhaus in Neckarsulm (Bild 3). Mit dieser vorgespannten Elementdecke lassen sich bis zu 8,5 m unterstützungsfrei überbrücken, mit einer Mittelunterstützung sind problemlos 12 m möglich. Dies beschleunigt die Bauausführung erheblich, da der Zeit- und Montageaufwand für die ansonsten notwendige Unterjochung entfällt. Auch indirekt tragen sie zu einer kürzeren Bauzeit bei: Durch den Verzicht auf eine Unterjochung kann sofort darunter weitergearbeitet werden, sobald die Deckenelemente verlegt sind. So lassen sich weitere Gewerke zeitnah ausführen. Außerdem erreichen die Halbfertigteilplatten ihre Entspannfestigkeit 16 Stunden nach ihrer Produktion und können einwirkende Lasten auch im Bauzustand aufnehmen. Stabilität und Festigkeit nach der Montage sind durch die geradlinige Spannbett-Vorspannung im sofortigen Verbund sicher gestellt. Die Platten enthalten eine konstruktive Querbewehrung, durchgehende Gitterträger sind nicht nötig. Die Elemente sind dadurch besonders geeignet für Industriebauten, wo die Unterjochung durch die großen Raumhöhen aufwendig ist. Daneben lassen sie sich bei Sanierungsmaßnahmen einsetzen, wo eine Unterstützung nicht möglich ist. Im Werk Penning nahe Passau produziert die Klebl GmbH auf drei Spannbahnen mit jeweils 100 m Länge pro Tag Elemente mit einer Gesamtfläche von bis zu 700 m². Für die optimale Fertigung ist das CAD-Planungssystem mit der Produktionsstraße verbunden.

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  • Über diese
    Datenseite
  • Product-ID
    3338
  • Erstellt am
    30.04.2012
  • Geändert am
    18.01.2017