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Photovoltaik auf einem Flachdach

Ob die Sonne scheint oder ob es regnet – am edding-Produktionsstandort Bautzen ist das egal. In beiden Fällen ist man bestens gerüstet. Eine Kunststoffdach- und Dichtungsbahn schützt das 6700 m² große Flachdach zuverlässig und dauerhaft gegen Regen, Schnee und andere Feuchtebelastungen. Wenn die Sonne scheint, nutzen Photovoltaikelemente die Kraft der Sonne und wandeln ihre Strahlen in elektrischen Strom. Seit 2008 produziert die 180-KWp-Anlage Tag für Tag Energie - und damit Nutzen, der sich über die Einspeisevergütung in Euro rechnen lässt.

Das Werk Bautzen des Schreibwarenkonzerns edding entstand 1992 aus der Übernahme des Markant-Werks von der Treuhand. Seither fertigen hier ca. 80 Mitarbeiter ca. 50 % aller edding-Produkte: jährlich ca. 60 Millionen Fasermaler, Textmarker und andere Stifte. 1994 war der Produktionsbetrieb für 8,5 Millionen € als kompletter Neubau errichtet worden - auch damals schon mit ökologischem Anspruch, denn das Stahltrapezdach wurde über der Dämmung und der Abdichtungsbahn mit einem extensiven Gründachaufbau ausgestattet. Als 2008 eine Sanierung anstand und die Idee aufkam, die Dachflächen mit einer Photovoltaikanlage zu nutzen, zeigten die Berechnungen, dass die statische Reserve nicht für eine weitere Belastung gereicht hätte. Es blieb nur, den Begrünungsaufbau bis auf die alte Abdichtungslage zu entfernen. Rund 600 m³ Substrat mussten dafür mit einem überdimensionalen Staubsauger abgetragen werden. Damit wurde das Quadratmetergewicht um 96 kg reduziert, während der neue Dachaufbau inklusive PV-Anlage nur ca. 80 kg auf die Waage bringt, statisch also günstiger ist und noch eine Lastreserve mit sich bringt. Die alte monomere PVC-Bahn, auf einer Dachfläche mit 2°-Neigung verlegt, war als Abdichtung zwar noch voll funktionsfähig, taugte aber nicht als ausreichende Basis für die PV-Anlage. Erstens war sie nicht ausreichend UV-beständig, zweitens wollten Investor und Planer kein Risiko eingehen. Schließlich war für das Sonnenkraftwerk am Dach eine Mindestlaufzeit von 20 Jahren angesetzt. Damit war auch die Messlatte für die Standzeit der neuen Abdichtungslage hoch gelegt: Mindestens 20 Jahre muss auch sie reklamationsfrei funktionieren.

Langzeitbeständige Lösung

Die Lösung war eine hochwertige Kunststoff-Qualitätsbahn mit einer Leistungsreserve, die in punkto Langzeitbewährung die Anforderung von 20 Jahren Liegezeit weit überschreitet. So fiel die Wahl aus technischen und thermischen Gründen auf eine hellgraue, homogene, vlieskaschierte Kunststoffbahn, die sich durch besondere Robustheit, gute Verarbeitbarkeit und Langlebigkeit auszeichnet. Dafür sorgt die patentierte Rezepturkombination mit ASA (Acrylsynthesekautschuk), die sich aufgrund ihrer positiven Eigenschaftsmerkmale im Hochtechnologiebereich bewährt hat. Ihre Ausstattung mit einem auf der bahnenrückseite aufkaschierten 200 g/m² schweren, robusten Polyestervlies sorgt für eine hohe mechanische Stabilität. Die Bahn ist temperatur- und witterungsbeständig, Ozon- und UV-stabil, bitumenverträglich und reißfest.. Es besteht die Möglichkeit der Heißluft- als auch der Quellverschweißbarkeit.

Verarbeitung mit Sicherheitsreserve

Nachdem die alte Dachfläche frei geräumt und der Untergrund verlegereif vorbereitet worden war, verlegten die Dachdecker ein Glasvlies als Brandschutzlage. Darauf wurde die Kunststoffdach- und Dichtungsbahn aufgebracht und mechanisch befestigt. Die werkseitige Ausrüstung mit einem vliesfreien Schweißrand erleichterte die sichere Verschweißung der Bahnen untereinander. In den Anschlussbereichen zur Attika und an den Dachdurchdringungen kam eine Anschlussbahn ohne Kaschierung zum Einsatz. Das erleichtert den sauberen Zuschnitt und das Verschweißen.

Mit der Sonne im Bund

Nach erfolgreicher Abdichtung sollte die Dachfläche mit einem Investitionsvolumen von ca. 1 Million € weitgehend mit einer Photovoltaikanlage ausgestattet werden. Bei konventionellen aufgeständerten PV-Modulen hätte das eine vierstellige Zahl von Durchdringungen der Abdichtungslage mit sich gezogen. Die Entscheidung fiel für eine Lösung, die die Dachhaut nicht durchdringt. Die insgesamt 900 PV-Module stehen in Kunststoffwannen. Steinplatten als Auflast sorgen durch ihr Eigengewicht für die Standfestigkeit der Module und zugleich für die Windsogsicherung. Je nach Windlast wurde z. B. in den Eck- und Randbereichen die Zahl der Steinplatten entsprechend erhöht. Wegen des Stahltrapezdachs als Untergrund war es erforderlich, den Druck der Wannen über eine größere Auflagefläche zu verteilen. Je drei Kunststoffbretter stellen sicher, dass die PV-Module auf zwei oder drei Hochsicken stehen. Die 900 Module stehen nun auf einer sicheren Kunststoffdachbahn-Abdichtung und sorgen für eine Kapazität von ca. 180 KWp Energie, die ins Netz eingespeist und vergütet wird und die so die Energiekosten der energieintensiven Produktion minimiert - und sich ganz nebenbei im Interesse des Klimaschutzes positiv auf die weitere CO2-Minderung auswirkt.

Bautafel Photovoltaikdach Fa. edding, Bautzen

Projekt: 6700 m² Flachdachsanierung
Bauherr: V.D. Ledermann & Co. GmbH, Niederlassung Bautzen, Ahrensburg
Architekt: Dipl.-Ing. Mathias Hille, Ingenieurbüro für Bauplanung, Bautzen
Ausführender: Dachdecker-/Klempnerei Andy Gabriel, Grubschütz
Produkte: 2,5 mm TECTOFIN RV Kunststoff-Dachbahn grau, 1,5 mm TECTOFIN RA DUO Anschlussbahn und TECTOFIN-Formteile
Hersteller: Henkel AG & Co. KGaA, WOLFIN Bautechnik, Wächtersbach

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    4099
  • Erstellt am
    30.04.2012
  • Geändert am
    31.01.2016