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Praxisorientierte Sonderlösung für eine Schleusenschalung

Warum kompliziert, wenn's auch einfach geht? Mit diesem Anspruch erarbeiteten die Harsco-Schalungsplaner eine besonders funktionale und kostengünstige Schalungslösung zur Instandsetzung einer Neckarschleuse. Anstelle eines hydraulisch verfahrbaren Schalwagens entwickelten sie gemeinsam mit der ausführenden Echterhoff Bau GmbH eine maßgeschneiderte, kranbedienbare Sonderkonstruktion aus einhäuptiger Wandschalung auf Holzträgerbasis (H20) mit abstützendem Raumgerüst aus horizontalen Stahl-Rahmenstützen und Modulgerüst-Korsett.

Seit Mai 2009 wird die rechte Kammer der Guttenbachschleuse am Neckar (nahe Heidelberg) instandgesetzt. Das Betonbauwerk wie auch die stählernen Schleusentore und die Antriebs-, Elektro- und Steuerungstechnik haben nach sechzig Einsatzjahren eine gründliche Überholung verdient. In den Sanierungsumfang fällt auch der Ersatz der äußeren Betonschale. Nachdem die Arge (Echterhoff Bau GmbH, Dessau/technische Federführung und Glass Ingenieurbau Leipzig GmbH) den maroden Beton der Schleusenkammerwände 40 cm tief abgetragen hat, wird er nun als Vorsatzschale neu aufgebracht.

Als Schalgerät für den ca. 100 m langen Regelbereich der Schleusenkammer hat sich Echterhoff in enger Abstimmung mit den Harsco-Experten ganz bewusst für eine besonders praxisorientierte "schlanke" Lösung entschieden, die optimal alle Ansprüche der Baustelle erfüllt. Statt eines hydraulisch verfahrbaren Schalwagens verwenden die Betonbauer eine kranbedienbare objektbezogene Sonderschalung aus Holzträgern, die von einem Raumgerüst abgestützt wird. Die Konstruktion besteht zu beiden Seiten aus einer bis zu 9,50 m hohen und 17 m langen einhäuptigen Wandschalung aus H20-Trägern mit Stahlgurten – belegt mit einer Schalhaut aus 3S-Tafeln. Insgesamt 483 m² Holzträger-Wandschalung hat der Harsco-Sonderschalungsbau hergestellt und als einsatzbereite Elemente auf die Baustelle geliefert. Die Grundvorhaltung für den Regelabschnitt wird außerdem zur Betonage des Anfangs- und Endbereiches der Schleusenkammer (Ober- und Unterhaupt) genutzt: Um die spezifischen geometrischen Anforderungen dieses Bereichs zu erfüllen, stellt der Harsco-Sonderschalungsbau lediglich einige ergänzende Schalungsteile her.

Die Abstützung zwischen den beiden Wandschalungen (ca. 12 m lichte Weite) besteht ebenfalls kostensparend zu 100 % aus Systemmaterial: Liegende ID 15-Rahmenstützen (zur Aufnahme des horizontalen Druckes) sind mit einer Art Korsett aus dem Modex-Modulgerüstsystem verknüpft. Durch diese Kombination ist aus ca. 40 t Gerüstmaterial ein tragendes Raumgerüst entstanden, das den Betondruck der 40 cm dicken Wände aufnimmt. Vorteil für die Baustelle: Beide Systeme lassen sich besonders einfach und schnell montieren – eine alternative Konstruktion aus Gerüstrohren und Kupplungen wäre wesentlich aufwendiger herzustellen gewesen. So aber konnte die Baustelle nach anfänglicher Einweisung und Unterstützung durch einen Harsco-Schalmeister die Sonderkonstruktion problemlos montieren und nach erfolgreicher Betonage (insgesamt sechs Takte) in kranversetzbare Einheiten von ca. 6 t unterteilen.

Mittlerweile hat bereits fast die gesamte Schleusenkammer ihre neue Betonschale erhalten. Die eingesetzte Schalungs-Sonderlösung hat gehalten, was man von ihr erwartet hat: besondere Wirtschaftlichkeit und Funktionalität durch eine praxisgerechte perfekte Anpassung an die Bedürfnisse der Baustelle.

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    3934
  • Erstellt am
    30.04.2012
  • Geändert am
    01.03.2016