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Rampe und Zwischendeck bei laufendem Betrieb saniert

In vier Nachtschichten sanierte ein dreiköpfiges Fachverleger-Team den ca. 350 Quadratmeter umfassenden Ein-/Ausfahrtbereich und die Erschließungsrampe des Parkhauses Maastrichter Straße. Anders als die sagenhaften Kölner Hausgeister verrichteten sie schnell und fleißig ihre Arbeiten weiter, auch wenn sie beobachtet wurden und parallel dazu der Verkehr weiter floss.

In der gleichen Geschwindigkeit erneuerte das auf Parkhaussanierung spezialisierte Unternehmen JUNG Bauflächentechnik auch den Bodenbelag des gut 2.000 m² großen Zwischendecks in der ersten Etage. Das ist auch der Grund, warum sich der Betreiber und Eigentümer für diesen Fachverleger und den hochreaktiven PMMA-Flüssigkunststoff aus dem Hause WestWood Kunststofftechnik entschieden hat.

"Den Ausschlag gab das Argument: Schnelligkeit!" so Markus Schonauer, Prokurist des Kölner Unternehmens J. & R. Kalscheuer Parkhausbetriebe. "Während unserer Recherche empfahl uns ein Düsseldorfer Kollege diese Firmen und Vorgehensweise. Es war Oktober und wir wollten gerne die Sanierung vor dem Weihnachtsgeschäft 2012 abgeschlossen haben. Für die reine Bauausführung von ca. 2.400 m² sicherte man uns einen Zeitrahmen von max. 4 bis 5 Wochen zu. Wir nahmen Herrn Hoffmann von der Firma JUNG beim Wort."

Typische Situation im Ein-/Ausfahrtsbereich

Das Parkhaus Maastrichter Straße liegt im "Belgischen Viertel" Kölns. Aufgrund seiner verkehrsgünstigen Lage bietet es seinen Kunden auf ca. 600 Stellplätzen einen 24-Stunden-Parkservice. Somit war die Sanierung des Ein-/Ausfahrtbereiches und der zweispurigen Rampe nur in der verkehrsberuhigten Nacht (zwischen 22:00 und 05:00 Uhr) möglich.

Gebaut wurde das Parkhaus in den 1960er Jahren als Ortbeton-Konstruktion. Neben den generell stark abgenutzten Betonflächen hielt eine vor Jahren aufgebrachte OS8-Beschichtung im Ein-/Ausfahrtbereich den mechanischen Beanspruchungen durch den Verkehr nicht mehr stand. Ausbrüche und Hohllagen waren die Folge. Nachträgliche Anschlussarbeiten an der Dehnungsfuge auf der Rampe wiesen Risse und Abplatzungen auf.

Vor der Angebotsabgabe führte der als Hochbauunternehmen zugelassene Handwerksbetrieb folgende Bauwerksdiagnosen durch:

  • Entnahme und Analyse von Bohrmehlproben,
  • Ermittlung von Haftzugswerten der Altbeläge und des Konstruktionsbetons,
  • Feuchtigkeitsmessungen,
  • visuelle Überprüfung und Bestimmung der Chloridwerte der freigestemmten Moniereisen.

Die Ergebnisse ließen eine substanzerhaltende Sanierung zu. Ein Abriss des Altbelags war nicht notwendig. Kunde und Verarbeiter entschieden sich für das Verlegen des Weproof Abdichtungssystems 3. Ein Flüssigkunststoffsystem auf Basis von dauerflexiblen PMMA-Harzen, inklusive vliesarmierter Detailabdichtung von Fugen, Wandaufkantungen, Schrammborden, Stützen und Rohrdurchdringungen. Des Weiteren kamen eine Flächenbeschichtung mit abdichtender Funktion und als Verschleißschicht ein dauerhafter und pflegeleichter Strukturbelag zum Einsatz.

Nachtschichten auf der Rampe

Das Nadelöhr des Parkhauses wurde in vier Bauabschnitte eingeteilt, sodass zu jeder Zeit der Parkhausbetrieb möglich war. Die einspurige Verkehrsführung regelten die Mitarbeiter von JUNG durch Beschilderung, Pylonen und persönlichen Einsatz. Pro Schicht wurde in sieben Arbeitsschritten das komplette System aufgebracht. Die sehr schnell ausreagierenden PMMA-Harze ließen diese rasche Arbeitstaktung ohne große Wartezeiten zu.

  1. Jegliche Beschichtung ist nur so gut, wie die vorhergehende Vorbereitung des Untergrundes. Daher wurden die alte Beschichtung und nichttragfähige Betonflächen heruntergestemmt, danach die Flächen diamantgeschliffen, anschließend abgefegt bzw. abgesaugt.
  2. Im Folgenden grundierten die Mitarbeiter Anschlussbereiche wie Schrammborde und Wandaufkantungen sowie Fahrbereiche.
  3. Mit einem Cryl-Mörtel (= PMMA-Harz-Sand-Gemisch) wurden Fugenflanken und Ausbrüche an den Schrammborden reprofiliert, ein Höhenausgleich zum alten Fahrbelag geschaffen, und die raue Betonoberfläche nivelliert. Die Übergänge egalisierten sie mit einem Cryl-Spachtel.
  4. Sämtliche Anschlüsse an Auf- und Abkantungen, Durchdringungen und Fugen wurden vollflächig vliesarmiert abgedichtet. Dazu wurde PMMA-Harz satt vorgelegt, ein Vlies blasenfrei eingearbeitet und nass in nass mit PMMA-Harz gesättigt. Damit ist sicher gestellt, dass die auftretenden Bewegungen aus dem Untergrund dauerhaft sicher überbrückt werden.
  5. Auf der nur sehr gering rissgefährdeten Rampenfläche kam eine Variante des Weproof Abdichtungssystems 3 zum Einsatz. Es handelte sich dabei um eine Beschichtung mit ausreichend abdichtender Funktion.
  6. Zur besseren Pflege und als dekorative Markierung wurde ein Finish als Nutzschicht aufgetragen. Dehnungsfugen wurden in grau und Schrammborde in verkehrsgelb abgesetzt.
  7. Als mechanisch hoch beständige Verschleißschicht eignet sich der Strukturbelag optimal auf Rampen. Mit einem Aluschwert aufgezogen, erhielt das Korn-Harz-Gemisch eine gleichmäßige, rutschfeste Oberfläche, die R 13 entspricht.

Gleiche Vorgehensweise auf dem Zwischendeck

Auch auf dem stark befahrenen Zwischendeck musste die Durchfahrt zu jeder Zeit möglich sein! Somit wurde hier ebenfalls die Gesamtfläche in Arbeitsabschnitte aufgeteilt und die Verkehrsführung angepasst. Bei sehr ähnlichem Schadensbild waren schon gut vier Wochen nach Arbeitsbeginn die ca. 2.400 m² komplett saniert. Die neue helle und freundliche Erscheinung in so kurzer Zeit fiel den Parkenden positiv auf.

Das Resümee von Markus Schonauer: "Aufgrund der Zuverlässigkeit, Schnelligkeit und fachgerechten Ausführung kann ich meinen Gesellschaftern und Parkhaus-Kollegen JUNG und WestWood gut weiter empfehlen."

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  • Über diese
    Datenseite
  • Product-ID
    6379
  • Erstellt am
    08.07.2013
  • Geändert am
    28.09.2015