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Sanierung der Gülser Moselbrücke in Koblenz

Die denkmalgeschützte Gülser Moselbrücke wird seit Dezember 2016 saniert wofür eine flexible Gerüstkonstruktion notwendig ist, die sich an die Bogenform der Hauptöffnungen anpasst. Für den seitlichen Geh- und Radweg wurde außerdem eine Schutzeinhausung vorgesehen.

Die Gülser Moselbrücke ist Teil der Bahnverbindung zwischen Koblenz und Trier und verbindet darüber hinaus als Fußgängerbrücke die Koblenzer Stadtteile Güls und Moselweiß. Die Eisenbahnbrücke wurde 1878 fertiggestellt und steht heute unter Denkmalschutz. Die 226 m lange Brücke besteht aus insgesamt fünf Bögen. Die mittleren drei Bögen mit einer Stützweite von jeweils 64 m überspannen die Mosel und sind in Stahlbauweise konstruiert. Als Bogenwiderlager dienen zwei Strom- und zwei Landpfeiler. An die Landpfeiler schließt sich an beiden Brückenenden jeweils ein massiver Bogen als Vorlandbrücke an. Die Bögen sind im Querschnitt jeweils ca. 10 m breit und haben eine Stützweite von etwa 17,50 m.

Im Jahr 2000 erfolgte bereits eine Verstärkung und Sanierung der Gülser Eisenbahnbrücke durch die Deutsche Bahn. Bei einer erneuten gründlichen Überprüfung wurde festgestellt, dass der Fußgängersteg starke Schäden aufweist und am gesamten Brückenbauwerk aufwendige Instandsetzungsarbeiten erforderlich sind.

Instandsetzungs- und Sanierungsumfang

Unter beiden Gleisen müssen alle Schienenlängsträger ausgetauscht werden. Außerdem müssen die Fußpunkte der aufgeständerten Querrahmen ertüchtigt und der Gehweg erneuert werden. Anschließend muss die Gasleitung aus dem kritischen Gleisbereich verlegt werden.

Mit der Planung, Montage und Stellung aller für die Instandsetzungsarbeiten erforderlichen Gerüstkonstruktionen wurde die Firma Teupe & Söhne Gerüstbau GmbH beauftragt, inklusive der Baustelleneinrichtung sowie der Errichtung von vertikalen und horizontalen Schutzeinhausungen.

Gerüstkonstruktionen mit Gesamtgewicht von 165 t

Ende Dezember 2016 wurde mit der Baustelleneinrichtung und dem Aufbau der Gerüste begonnen. Für die Gerüstkonstruktionen mit einem Gesamtgewicht von ca. 165 t werden insgesamt über 3.000 m Gitterträger und über 4.000 Bohlen verbaut.

Aufgrund der stark gegliederten Struktur der Bögen wird die Gerüstkonstruktion flexibel, dem Verlauf der Bogenform folgend, treppenartig angepasst. Die Konstruktion ist als Hängegerüst konzipiert, welches an die Unterseite der Brückenbogenhauptträger angehängt wird und quer zur Brückenachse verläuft. Die Gerüsthauptquerträger werden im Längsabstand von 1,50 m montiert und kragen seitlich über die Brückenbogen heraus (oberstromseits 3,10 m, unterstromseits 2,30 m). Damit der Schiffsverkehr auf der Mosel während der Bauzeit uneingeschränkt gewährleistet ist, muss im Bereich der Mittelöffnung der Brücke das Lichtraumprofil von 7,50 m Höhe und 32 m Breite freigehalten werden.

Auf der Arbeitsebene unterhalb der Gleise wird im Bereich zwischen den Bogenhauptträgern eine geschlossene wasserdichte Arbeitsebene hergestellt. Das anfallende Wasser wird von dort aus in an Land befindliche Absetzbecken geleitet.

Auf der Gitterträgerlage unterhalb des bestehenden Gehwegs wird beim Aufbau des Gerüstes ebenfalls eine geschlossene Arbeitsebene gebaut, die während der Arbeiten an den Längsträgern zur Erschließung und als Rettungsweg dient. Während der Erneuerung des Gehwegs wird dieser Gerüstbereich als Arbeits- und Traggerüst genutzt.

Um die Rahmenfußpunkte zu erreichen, werden zusätzliche Arbeitsplattformen unterhalb der Hauptarbeitsebene eingerichtet. Diese werden im Bereich der Querrahmen jeweils auf der Außenseite der Bogenhauptträger auf den seitlichen Auskragungen der angehängten Gerüsthauptträger angeordnet.

Schutzeinhausung im Gehwegbereich

Zwischen dem Gehweg und den Gleisen wird vor Beginn der Gehwegerneuerung eine 2,80 m hohe temporäre Schutzwand aus Stahlträgern errichtet, die der Abdichtung des Arbeitsraums sowie dem Schutz des Gleisbereichs dient. Die Schutzwand wird mit einer geschlossenen, festen Beplankung aus Trapezblech versehen.

Der bestehende Fußweg wird in den Bogenbereichen vollständig eingehaust. Hierfür werden oberstromseits aufgehende Gitterträger an das Hauptgerüst angeschlossen, die rund 2 m oberhalb der Gehwegoberkante enden. Darauf werden Dachquerträger aufgelegt, die auf der Bahnseite auf der temporären Schutzwand aufliegen und den Gehweg komplett überspannen. Der Arbeitsraum wird im Gehwegbereich mit einer staub- und wasserdichten Einhausung abgedichtet. Weiterhin dient die Gerüstkonstruktion als temporäre Abstützung der beiden vorhandenen Abwasserrohrleitungen DN300. Für die Ausführung der Arbeiten wird ein ca. 200 m langer Katzbahnträger mit Hebezeugen montiert.

Auf der unterstromseitigen Auskragung der Gitterträgerlage wird ein 1,50 m breiter temporärer, öffentlich nutzbarer Gehweg aufgebaut. Dieser wird an beiden Brückenenden auf der Unterstromseite als einläufige, ebenfalls 1,50 m breite Treppenanlage konzipiert. Aufgrund des Höhenunterschieds zwischen dem Straßenniveau und dem Gehweg auf der Brücke ergibt sich – unter Berücksichtigung der notwendigen Ruhepodeste – eine Lauflänge von ca. 15 m. Die Treppentürme der Zugänge erhalten eine Fahrradaufstiegshilfe. Außerdem werden alle Zugänge sowie der temporäre Gehweg mit einer Beleuchtung ausgestattet.

Zur Erschließung der Hauptarbeitsebene werden an den beiden Brückenenden auf der Oberstromseite Treppenanlagen angeordnet. Die Zugangstürme werden über Verbindungsstege an die Arbeitsebene angeschlossen.

Der Abschluss der Sanierungsmaßnahmen ist für Oktober 2018 geplant.

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Koblenz, Rheinland-Pfalz, Deutschland (1878)

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  • Über diese
    Datenseite
  • Product-ID
    7570
  • Erstellt am
    13.11.2017
  • Geändert am
    13.11.2017