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Sanierung des Membrandaches der Olympiahalle München

38 Jahre nach den olympischen Spielen in München erlebte der denkmalgeschützte Sport- und Freizeitpark die größte Modernisierung seiner Geschichte. Vor allem die Olympiahalle, genutzt für Freizeit-, Kultur- und Sportveranstaltungen, erfuhr eine grundlegende Neugestaltung. Neben dem Bau eines neuen Restaurantriegels, der sich in die Olympiahalle hineinschiebt, ist die Sanierung der Dachmembran der Halle Kernstück der Maßnahmen.

Die weltbekannte Dachlandschaft des Olympiaparks überspannt Schwimmhalle, Olympiahalle und das Stadion und besteht aus einem mit Polycarbonatplatten belegten Seilnetz, das über die weithin sichtbaren Pylone nach außen abgespannt wird. In der Schwimmhalle und der Olympiahalle ist darunter eine abgehängte Membran installiert. Als Sandwichkonstruktion liegt auf dieser gespannten Dachhaut eine Wärmedämmung, die wiederum abgedeckt wird durch eine zweite, nichttragende Abdeckmembran. Dieser Dachaufbau bildet den Wärmeschutz der Hallen.

Bauaufgabe

Aus ästhetischen, bauphysikalischen und auch statischen Gründen wurde es notwendig, die Decke inklusive ihrer Abhängungen, Hochpunkte, Grate und Randanschlüsse im Verlauf der Sanierung vollständig auszubauen und durch eine neue Membran zu ersetzen. Die bestehende abgehängte Decke war an zehn Hochpunkten sowie über ca. 200 Zwischenpunkten vom Seilnetz abgehängt. An zwei Tiefpunkten erfolgte der Anschluss über kreisförmige Träger nach unten. Die neue Membran sollte als einteilige Konstruktion mit einer Gesamtfläche von ca. 20000 m² ausgeführt werden. Die maximalen Grundrissabmessungen betrugen ca. 180 m ∞ 125 m bei einer maximalen Höhe von 25 m. Die für den zweiaxialen Lastabtrag erforderliche antiklastische Krümmung wurde durch den umlaufenden Randanschluss an das Seilnetz sowie die Anschlüsse an die vorhandenen Hoch- bzw. Tiefpunkte gewährleistet. Unter der Leitung der Architekten Auer + Weber und des Ingenieurbüros Schlaich Bergermann + Partner wurde die Hightex GmbH mit diesem Projekt beauftragt. Zu ihrem Planungsumfang gehörte die Zuschnitts-, Werkstatt- und Montageplanung sowie die gesamte Fertigung und Montage des neuen Daches.

Herstellung und Montage

Zur Ausführung kam ein hochfestes PVC-beschichtetes Polyestergewebe. Auf Grundlage eines 3D-Modells der Halle konnte die Form der Membran exakt ermittelt werden. Es wurde versucht, dem ursprünglichen Verlauf der Membran möglichst nahe zu kommen. Hierbei zeigte sich, dass die alte Membran vor 40 Jahren auch ohne den Einsatz hochleistungsfähiger Computer und neuester Algorithmen erstaunlich genau berechnet und eingebaut worden war. Die neue, computerberechnete Membranposition wich nur gering von der ursprünglichen Lage der alten Membran ab. Nach Festlegung ihrer Geometrie folgte im Anschluss die Ermittlung des Zuschnitts. Er verlief in parallelen Bahnen in Querrichtung der Halle. Im Werk wurde die Membran entsprechend zugeschnitten, zusammengeschweißt und in zehn Einzelstücken mit Eigengewichten von bis zu 10 t auf die Baustelle geliefert. Dachaufbau Der neue Dachaufbau besteht aus einer Wärmedämmung aus 80 mm dickem Polyestervlies, das zerstörungsfreie Begehbarkeit gewährleisten muss. Abgedeckt wird das Vlies durch silikonbeschichtetes Glasfasergewebe. Sämtliche Materialien und ihre Verbindungen sind für Temperaturen zwischen 90 und –20 °C ausgelegt und müssen im Gesamtaufbau als auch in ihren einzelnen Bestandteilen die Brandklasse B1, DIN 4102 bestehen.

Die Membranabhängung

Die Membran wird an ca. 230 Stellen durch sogenannte Kleeblätter punktuell nach oben abgehängt. Die Kleeblätter bestehen aus zwei Stahlscheiben, zwischen die rundgebogene Stahlrohre eingelegt und durch Verschraubung der Scheiben fixiert werden. Vier dieser Bögen ergeben das Blattmotiv, auf der die Dachhaut auflagert. Der zentrale Schraubbolzen durchstößt Scheiben und Dachmembran und verbindet das Kleeblatt mit dem am Dachseilnetz befestigten Abhängeseil. Die Blätter verbreitern also die Auflagerfläche der Membran, schützen die Dachhaut vor punktueller Einzelbelastung und erzeugen zugleich ein Gestaltungsmotiv, das die gesamte Halle bestimmt.

Bautafel Sanierung des Hallendachs der Münchner Olympiahalle

Bauherr: Stadtwerke München
Architekt: Auer + Weber
Ingenieure: Schlaich Bergermann + Partner
Ausführung: Hightex GmbH
Bauzeit: 2009-2010

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Milbertshofen-Am Hart, München, Bayern, Deutschland (1972)

  • Über diese
    Datenseite
  • Product-ID
    3679
  • Erstellt am
    30.04.2012
  • Geändert am
    10.03.2016